Eisenbahnromantik

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Dank meines liebsten politischen Twitterers @wahl_beobachter bin ich auf die beiden Twitterinnen @KrohnCaroline und @KatringoesTria aufmerksam geworden, die unter http://eisenbahnromantik.wordpress.com einen wundersch├Ânen Blog unter der ├ťberschrift “Unter Zugzwang ÔÇô die allt├Ągliche Eisenbahnromantik ÔÇô wir genie├čen das Leben in vollen Z├╝gen.” betreiben (eine sehr treffende ├ťberschrift wie ich ├╝brigens finde).

Ich habe keine Zeit verschwendet und mich gleich mal mit einem Gastbeitrag aus meinem Bahncard 100 Experiment angebiedert ;-). Also schaut mal rein….ach ja, auf Twitter sind sie unter @Eisenbahnromant zu finden.

Ein kleiner Hinweis auf => Bahncard 100 – das Experiment beginnt

bahn427(only in german – sorry)

Da der Artikel inzwischen sehr weit nach unten gerutscht ist, hier nochmal der Hinweis auf mein 1-j├Ąhriges Bahncard 100 Experiment. Viel Spa├č beim Lesen !

http://www.hyperpac.de/?p=1319 – Bahncard 100 – das Experiment beginnt

 

├ťberlebensratschl├Ąge f├╝r h├Ąufige Reisen mit der Deutschen Bahn

(only in german – sorry)

In meinem Artikel Bahncard 100 – das Experiment beginnt habe ich meine Erfahrungen aus einem Jahr intensiven Bahnfahrens niedergeschrieben. In dieser Zeit habe ich auch einige praktische Erfahrungen sammeln k├Ânnen, die ich hiermit weitergeben m├Âchte. Einige der Tipps sind dabei nicht ganz so ernst gemeint und alle gehen davon aus, dass ihr wirklich viel Bahn fahrt.

Tipps f├╝r den / die Bahn-Vielfahrende(n)

0. Entspanne dich, atme tief ein und aus.

1. Ausr├╝stung

a) Kauf dir ein Smartphone, einen leistungsf├Ąhigen Zusatzakku und installiere den DB Navigator.
b) Idealerweise kauf dir ein zweites Smartphone, mit einem anderen Mobilfunkanbieter, so dass du eine h├Âhere Wahrscheinlichkeit der Netzabdeckung im fahrenden Zug hast und somit dem DB Navigator eher Ergebnisse entlockst.
c) Stelle sicher, dass Smartphone und Zusatzakku immer vor Fahrantritt voll geladen sind.
d) Deponiere ein Ladeger├Ąt f├╝r Smartphone und Zusatzakku so, dass du es IMMER dabei hast.
e) Idealerweise hast du ein zweites Ladeger├Ąt dabei. F├╝r alle F├Ąlle und so.

2. Vorbereitung / DB-Navigator / Anzeigen und Durchsagen

a) Lerne die Bedienung des DB Navigators auswendig (inkl. aller m├Âglichen Optionen). Du musst in der Lage sein innerhalb von 15 Sekunden 2 alternative Verbindungen herauszusuchen, w├Ąhrend du mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springst und nebenbei eine Waffe an den Kopf gehalten bekommst.
b) Wenn du dir eine Verbindung mit dem DB Navigator herausgesucht hast, mache einen Screenshot davon. Das hilft zum einen wenn du sehr vergesslich bist und dir Anschlussz├╝ge oder Gleise nicht merken kannst. Zum anderen kannst du dir damit in empfangsschwachen Gebieten deine Verbindung nochmal vor Augen f├╝hren.
c) Wenn du masochistisch veranlagt bist, hast du zus├Ątzlich das Kursbuch der Bahn f├╝r ganz Deutschland dabei. F├╝r den Fall, dass das Mobilfunknetz ausf├Ąllt oder die Welt unter geht.
d) Vertraue keiner Anzeige, Durchsage oder Aussage der Deutschen Bahn. Egal wie positiv, negativ oder neutral diese sein m├Âgen.
e) Pr├╝fe immer mit dem DB Navigator nach.
f) Benutze die Sichtpr├╝fung (“…ich kann meinen Anschlusszug schon (noch) sehen”.)
g) Die Durchsage “In XYZ werden alle Anschlussz├╝ge erreicht” ist im besten Falle eine Theorie.

3. Sinnvolle ├ťberbr├╝ckung und Nutzung von Wartezeiten

a) Nutze die Zeit ! 95% der Dinge die es an Bahnh├Âfen zu essen / trinken gibt sind ungesund und machen fett (schau mich an). Daher:
b) Lerne die Lage der Gleise zueinander. Sind Gleis 1 & 2 auf dem selben Bahnsteig oder Gleis 2 & 3 usw. ? Pr├Ąge dir das unbedingt ein.
c) Gehe die Bahnsteige ab. Gibt es Abk├╝rzungen um von Gleis X zu Gleis Y zu gelangen (Unterf├╝hrungen, Rolltreppen, etc.). Und nein, Gleis├╝berquerungen gelten NICHT als Abk├╝rzung.
d) Gibt es markante Dinge auf dem Bahnsteig, die sich leicht merken lassen und die du in Relation zu der Position der T├╝ren des Zuges setzen kannst (Hinweisschilder, Raucherecken, M├╝lleimer) ? Sowas sichert dir im Zweifelsfalle einen Sitzplatz, weil du als Erster in den vollkommen ├╝berf├╝llten Zug einsteigen kannst (da du genau da stehst wo sich die T├╝r ├Âffnet).
e) Setze die Ausstiegsseite des Zuges in Relation zur Lage der Gleise (Schritt 3b). Merke dir das ! Es hilft dir bei der Analyse, wie schnell und wie weit du rennen musst. Zudem kannst du dich im Zug lange bevor es durchgesagt wird an der richtigen T├╝r├Âffnungsseite positionieren (Achtung in Frankfurt Hbf: die Z├╝ge wechseln gerne kurzfristig das Gleis, mei├čtens auf das Gegen├╝berliegende).
f) Gehe zum ersten Gleis. Stoppe die Zeit die du brauchst um von dort zum letzten Gleis zu kommen. Wiederhole das Ganze vom letzten zum ersten Gleis. Merke dir die Zeit und jetzt renne die selbe Strecke als w├Ąre dir der Teufel pers├Ânlich auf den Fersen. Du brauchst l├Ąnger als 2 Minuten ? Dann hei├čt es trainieren, trainieren, trainieren. Nat├╝rlich mit Gep├Ąck (siehe auch Schritt 4).
g) Lerne den Bahnhof kennen. Wieviele Ein- / Ausg├Ąnge gibt es ? Wo ist der DB Schalter ? Das Reisezentrum ? Die DB Lounge ? Die Toiletten ? Taxist├Ąnde ? Abfahrtsort von S-, U-Bahn und Nahverkehr ? Schlie├čf├Ącher ?
h) Suche die Schalter der einschl├Ągigen Mietwagenfirmen. Pr├╝fe ob du irgendwelche Rabatte oder Sonderangebote aufgrund deines Bahntickets / Bahncard / was auch immer bekommst. Kl├Ąre ab, was du zur Anmietung eines Fahrzeuges ben├Âtigst (Kreditkarte, etc.) und f├╝hre dies zuk├╝nftig immer bei dir.

4. Gep├Ąck

a) Optimiere dein Gep├Ąck ! Lass alles zu Hause was du nicht unbedingt brauchst. Packe lieber etwas Warmes zum Anziehen ein (und etwas Gesundes zum Essen und Trinken).
b) Idealerweise hast du kein Gep├Ąck und alles “am Mann”.
c) Du hast nur ein Gep├Ąckst├╝ck. Dieses l├Ąsst dir aber beide H├Ąnde frei (Rucksack, Umh├Ąngetasche) und du kannst damit sehr schnell rennen.
d) Du hast 2 Gep├Ąckst├╝cke. Schlecht. Siehe 4a und 4b.
e) Gut, also doch 2 Gep├Ąckst├╝cke. Nr. 1 muss unbedingt den Bedingungen aus 4b entsprechen. Nr. 2 ist idealerweise ein IATA Ma├čen entsprechendes Handgep├Ąckst├╝ck mit gut funktionierenden Rollen und ausziehbarem Griff. Du musst damit genauso schnell rennen k├Ânnen wie in 4b. Wenn die Rollen beim Rennen den Boden nicht ber├╝hren sondern das Gep├Ąckst├╝ck hinter dir her fliegt, ist das ein Zeichen f├╝r die richtige Renngeschwindigkeit. Wenn du damit Personen mehr oder weniger “ber├╝hrst” dann br├╝lle ein lautes Entschuldigung. Renne aber unbedingt unvermindert weiter (Darwin…).
f) Koffer. Fahre mit dem Auto oder lass dich fahren. Alternativ kannst du auch 2 oder mehr Stunden Puffer einplanen, je nach Dringlichkeit deiner p├╝nktlichen Ankunft. Koffer lassen sich im kompletten Reiseprozess mit der Bahn extrem schwer handhaben und deine Anschlussz├╝ge kannst du gleich abhaken.

5. Verhalten im Zug

a) Verzichte auf eine Sitzplatzreservierung, ma├člos ├╝berteuert und braucht kein Mensch. Ausnahme: f├╝r den Zug wird eine “voraussichtlich starke Auslastung” angezeigt. Dann erspart dir die Sitzplatzreservierung relativ sicher eine stehende Reise.
b) Lies dir die Reservierungsanzeige am Sitzplatz genau durch. F├╝r welche Teilstrecke ist der Platz reserviert ? Beispiel: Dein ICE f├Ąhrt von Basel nach Berlin. Du nutzt die Teilstrecke Karlsruhe – Frankfurt Hbf. Die Reservierungsanzeige zeigt an: Frankfurt Hbf – Berlin. Folglich kannst du bequem von Karlsruhe bis Frankfurt auf dem reservierten Platz sitzen.
c) Frage Leute, die ihr Gep├Ąck auf dem freien Sitz neben sich platziert haben, freundlich aber bestimmt, ob der Platz noch frei sei. 98% sagen Ja. Biete ihnen an, dass Gep├Ąck in die daf├╝r vorgesehenen F├Ącher ├╝ber den Sitzen zu verstauen.
d) Setz dich in Abteile. In 99% der Abteile ist immer noch mindestens ein Platz frei. Einfach T├╝r aufschieben und rein.
e) Sei hilfsbereit. Ziemlich viele Menschen benehmen sich in Z├╝gen wie Arschl├Âcher. Dabei w├Ąrst du selbst auch dankbar, wenn dir jemand mit deinem unmenschlichen Gep├Ąck / Kinderwagen / Rollstuhl / Kr├╝cken hilft.
f) Kenne und lerne die Strecke deines Zuges inkl. aller Unterwegshalte. Das kleine Faltblatt (ich glaube es hei├čt Reiseplan und liegt in der Regel (haha) auf mehr oder weniger jedem Sitz) ist dir ein guter Lehrer. Schau dir auch die Entfernungs- und Zeitangaben zwischen den Halten an.

6. Umsteigen und Anschlussz├╝ge

a) Lerne Gleis, Zugnummer deines Anschlusszuges und die zur Verf├╝gung stehende Zeit zum Umsteigen auswendig.
b) Berechne bei Versp├Ątung wieviel Zeit dir wirklich zum Umsteigen bleibt und wie gro├č die Distanz zwischen Gleis X und Gleis Y ist.
c) Beim allem ├╝ber 3 Gleise und unter 5 Minuten renne. Immer !
d) Verinnerliche die Informationen aus Schritt 3 und wende sie an.
e) Ist dein Umsteigebahnhof ein Kopfbahnhof ohne Abk├╝rzungen, dann gehe bereits 10 Minuten vor Ankunft an das vordere Ende des Zuges (Fahrtrichtung) und positioniere dich direkt vor der T├╝r auf der Ausstiegsseite. Das spart dir bei langen ICE┬┤s locker 100 – 150m die du weniger rennen musst.
f) Ist dein Umsteigebahnhof ein Durchgangsbahnhof, dann positioniere dich bereits 10 Minuten vor Ankunft an einer T├╝r auf der Ausstiegsseite. Hast du gr├╝ndlich gearbeitet in Schritt 3 w├Ąhlst du zudem eine T├╝r die am n├Ąchsten zum Zielgleis liegt (z.B. bei Bahnh├Âfen mit Abg├Ąngen an beiden Enden des Gleises).
g) Benutze den DB Navigator h├Ąufig und pr├╝fe auch kurz vor Ankunft auf Neuigkeiten.
h) Wenn es knapp wird…erstmal rein in den Zug, Wagen egal. Um deinen Sitzplatz, Bordbistro oder die Fahrkarte kannst du dich immer noch k├╝mmern (Achtung: im Nahverkehr solltest du idealerweise schon eine Fahrkarte haben oder SOFORT zum Zugbegleiter mit deiner Versp├Ątungsgeschichte gehen).
i) W├Ąhrend du durch den Bahnsteig rennst versuche ein Auge auf die Anzeigentafeln und ein Ohr auf die Durchsagen zu richten. Manche Gleiswechsel passieren wirklich erst um 5 vor 12 und du willst nicht zum falschen Gleis rennen. Wirklich nicht.
j) Bevor du in den Zug einsteigst wirft immer einen schnellen Blick auf die Zugnummer, idealerweise auf die, die in einem der Zugdisplays angezeigt wird. Notfalls tuts auch die Anzeige ├╝ber dem Gleis (dann kann es dir allerdings passieren, dass vor dir noch ein anderer Zug steht als angezeigt wird).

to be continued…

How to get 3G mobile Internet on Bali for your iPhone, Android, Windows or Blackberry (and any other) smartphone

simpatiI┬┤m currently staying in the north of Bali and needed Internet for my smartphone. Roaming fees from my national provider are so high that it is impossible to use it. So I decided to buy a prepaid SIM card from indonesias leading telco Telekomsel. They have a good coverage throughout the island, though you may only have EDGE (and no 3G) in the inner parts of the country. Along the coast and in the whole south you┬┤ll find 3G coverage everywhere.

You┬┤ll need a mobile phone that has no lock, so that any sim card can be used. If you don┬┤t want to miss calls from home on your “normal” number, you better bring 2 phones. An old one, which holds your national sim card and your smartphone for internet on Bali.

Take your smartphone with you and follow these steps to enjoy fast and reliable Internet on Bali.

1.) At first you need a SIMPATI prepaid card which is available in many small shops everywhere on the island. In the upper left corner your new mobile number and the expiration date is printed. The expiration date has to be in the future (and will prolong when you load the card with money). The sim card costs 2.000 Rup but you┬┤ll probably pay a bit more, as the shop owner also wants to earn some money. I bought mine for 12.000 Rup, which is still very cheap. The 2.000 Rup will automatically be loaded to your card and at the moment (September 2013) you also get 60 minutes for domestic calls, 100 sms and 5 MB data for free.

2.) Before leaving the shop please ask the owner to do the registration for you. Every prepaid card has to be registered before you can use it. Be sure to note the date of birth the owner uses for registration. You┬┤ll need this later. After the registration is completed insert the sim card in your smartphone. You┬┤ll get some welcome SMS from Telekomsel which are all in indonesian language, so probably won┬┤t understand much.

3.) Also ask the owner to load the card with 50.000 Rup (600 MB data) or 100.000 Rup (2x 600 MB data).  You give him the money and he´ll charge it for your. You´ll get a confirmation SMS again. Now dial *888# on your phone. You´ll see a screen poping up that shows how much Rupiah are loaded to the card. If you loaded 50.000 Rup it should say: Rp. 52.000. You can now leave the shop ;-).

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4.) Now you have to activate 3G and buy credits (called “flash”) to use the Internet. For activating 3G text “3g” (no quotes) to 3636 via SMS. You┬┤ll get a confirmation SMS.

5.) Now text “flash on 50K” to 3636 via SMS. This means you want to purchase a Internet data package worth 50.000 Rup. At the moment you┬┤ll get 600 MB, valid for 30 days (the data amout may change). You┬┤ll get a confirmation SMS but this time you have to RESPOND. Just type “flash ya” and send it. You┬┤ll get a confirmation SMS that you have purchased a flash data package. Now dial *889# on your phone. You┬┤ll see a screen poping up that shows how much is left of your data package. Initially it will say: 600 MB Flash3G. You can do this again and again to check how much is left.

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6.) You┬┤re done so far. Now you can start using the Internet with your smartphone. If you run out of data repeat step 5. If you run out of money then locate a shop again and ask the owner to load the card with money again. You can also do it on your own at any ATM in Bali.

Mercedes CLS 350 CDI 4matic Shooting Brake – ein Fahrbericht

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Update:

Ich hatte die Ehre noch einmal eines dieser wunderbaren Fahrzeuge ├╝ber eine Distanz von gut 2.000km zu testen und muss einige meiner Aussagen etwas konkretisieren, bzw. berichtigen.

Da w├Ąren z.B. die Multikontursitze, deren Notwendigkeit ich nach dem ersten Test noch in Frage gestellt hatte. Denn sie machen durchaus Sinn, zumindestens in der Komfortvariante mit Massagefunktion. Sich w├Ąhrend der Fahrt in 2 w├Ąhlbaren H├Ąrtegraden den R├╝cken durchkneten zu lassen ist ein wunderbares Erlebnis. Muss man haben ! W├Ąhrend der Massage ist mir noch etwas anderes bewusst gewurden, was ich beim ersten Test bereits gesp├╝rt hatte, aber noch nicht so richtig einordnen konnte. Dieses Auto beruhigt (zumindestens mich) beim Fahren ! Es vermittelt eine freundlich duldsame Gleichg├╝ltigkeit gegen├╝ber dem Fahrverhalten und den Dummheiten der anderen Verkehrsteilnehmer. Gerade auf einer Langstrecke mit hohem Verkehrsaufkommen ist das einfach toll. Ihren eigenen kleinen Teil tr├Ągt die elektro-mechanische Lenkung dazu bei, die es einem erm├Âglicht, das Fahrzeug in einer unglaublichen Smoothness durch die Welt zu bewegen. Und ich habe es tats├Ąchlich geschafft herauszufinden, auf welche Art von Tonmaterial das Soundsystem (Harmann/Kardon) abgestimmt ist. N├Ąmlich auf die beigelegte 5.1 Demo-DVD “Sounds Of New York”. Das darauf dargebotene Material klingt einfach nur imposant. Bedeutet f├╝r die t├Ągliche Praxis – immer ein paar gute Konzertmitschnitte im 5.1 Mix auf DVD dabei haben.

Ich hatte vor kurzem die M├Âglichkeit, einen Mercedes Benz CLS 350 CDI 4matic Shooting Brake auf ca. 1.400km ausgiebig zu testen. Und um mein pers├Ânliches Urteil gleich vorweg zu nehmen: ein geniales Auto !

Mit 6 Zylindern, 265 PS, Allradantrieb und einem Preis von ├╝ber 80.000 EUR kann eigentlich in keinerlei Hinsicht etwas schiefgehen. Naja – beim Preis ist dann doch schon so einiges schiefgegangen. Neben dem schon an sich heftigen Grundpreis von 69.000 EUR gesellten sich in meinem Testwagen nochmal diverse Extras im Wert von ├╝ber 11.000 EUR hinzu. Ich pers├Ânlich w├╝rde nicht soviel Geld f├╝r dieses Auto ausgeben und schon gar nicht f├╝r die Extras. Denn ob man u.a. das Memory Paket, die Multikontursitze oder den Einparkassistenten braucht, sei einmal dahingestellt. Es gilt eben immer noch die alte Weisheit, dass ein Coupe (bzw. in diesem Falle ein Shooting Brake) weniger Platz f├╝r mehr Geld bietet. Auch wenn der Vergleich ein bisschen hinkt – der Counterpart zum CLS Shooting Brake w├Ąre wohl die E-Klasse als T-Modell, die bei selbiger Motorisierung schon im Grundpreis gute 9.000 EUR billiger ist. Und das im Kofferraum des E-Klasse T-Modells ganze V├Âlkerst├Ąmme transportiert werden k├Ânnen, d├╝rfte hinl├Ąnglich bekannt sein. Im Shooting Brake ist der Kofferraum nat├╝rlich kleiner, der stark nach hinten abfallenden Dachlinie sei Dank. Aber was nimmt man f├╝r gutes Design nicht alles in Kauf. Der Kofferraum ist dennoch erstaunlich gro├č und d├╝rfte so ziemlich jeden zufrieden stellen, der nicht gerade einen K├╝hlschrank transportieren m├Âchte. An der genialen Mulde unter dem Ladeboden hat sich im Vergleich zur E-Klasse gl├╝cklicherweise nichts ge├Ąndert, so dass man auf Kosten eines Reserverades dort locker 2 kleine Kinder unterbringen k├Ânnte (wenn sie nicht spuren, ihr wisst schon…). Die elektrische Kofferraumklappe ist – wie ich finde – immer noch Geschmackssache. F├╝r mich geht sie sowohl zu langsam auf, als auch zu langsam zu.

Der Innenraum des CLS 350 sieht von au├čen kleiner aus, als er innen tats├Ąchlich ist – zumindestens was die Vordersitze angeht. Dort hat man sehr gut Platz und f├╝hlt sich auch nicht eingekerkert zwischen Mittelkonsole und T├╝r (wer j├╝ngst in einem Audi A4 Platz genommen hat, wei├č was ich meine). Auch die empfunden niedrige Deckenh├Âhe erweist sich dann doch als sehr ausreichend. Auf den hinteren Sitzen geht es schon deutlich enger zu, insbesondere wenn Fahrer und / oder Beifahrer ihre Sitze weit nach hinten gestellt haben. Dann hei├čt es Beinfreiheit ade und in Richtung Kopf gr├╝├čt bei gro├čen Menschen deutlich sp├╝rbar das Dach. Aber wer sitzt auch schon freiwillig hinten ? Der restliche Innenraum machte in meinem Testwagen einen protzig hochwertigen Eindruck. Feinstes Holz mit Schlangenmaserung wechselte sich mit pr├Ązise vern├Ąhtem Leder ab, verbunden mit Metallapplikationen (sicher auch etwas hochwertiges) hier und da. Die Verarbeitungsqualit├Ąt befand sich exakt auf dem durch diverse Lobpreisungen erwarteten Niveau. Der Innenraum eines Golf (jaja der Preis und das Segment) wirkt dagegen – tja, billig. Auch in h├Âchster Ausstattungsvariante.

Das Cockpit hat bei mir einen zwiesp├Ąltigen Eindruck hinterlassen – ├Ąhnlich wie bei nahezu allen aktuellen Mercedes PKW Modellen. Was mich besonders st├Ârt: es gibt dort unglaublich viele Dinge denen man Beachtung schenken kann / soll / muss. Das beginnt bei den unz├Ąhligen Symbolen im Display, bei denen ich auch nach ├╝ber 1000km noch nicht mal die Bedeutung der H├Ąlfte von ihnen kenne. Dann die 3 Hebel auf der linken Seite des Lenkrades, wovon 2 nahezu komplett vom Lenkrad verdeckt werden. Und dann das Command Audio- / Navi- / Infotainmentsystem, dass schon von Haus aus mit allerhand Kn├Âpfen ausgestattet ist (wobei hier gesagt werden muss, dass ich die Zifferntasten 0-9 zum Telefonieren nicht missen m├Âchte). Die Bedienung des Command w├╝rde ich nicht generell als schlecht oder undurchdacht bezeichnen, aber man braucht eine ordentliche Gew├Âhnungszeit, um sicher und schnell durch die zahlreichen Men├╝s zu navigieren. Ein gro├čer Kritikpunkt ist aus meiner Sicht das Harman Kardon Soundsystem. Der Klang bei gew├Âhnlicher Musikwiedergabe, sei es von CD, MP3 oder ├╝ber Bluetooth wirkt seltsam unbalanciert, teilweise nackig und blechern und auf gar keinen Fall rund. M├Âglicherweise ist das System auf die Wiedergabe von etwas Anderem (Filme?) abgestimmt, aber guter (Premium)klang h├Ârt sich anders an. Mit Hilfe des EQ┬┤s l├Ąsst sich der Sound etwas verbessern, aber f├╝r diesen Aufpreis gibt es nur eine Benotung: mangelhaft. ├ťber die schreckliche Zusatzfunktion Raumklang wollen wir hier gar nicht sprechen. Ein anderes nervendes Detail: das Cockpit ist nachts in einem dezent orange-helbraun-gelb beleuchtet. Soweit, so gut. Nur leider spiegelt sich ein Teil des Interieurs aufgrund der Beleuchtung nachts im Seitenspiegel auf Fahrerseite. Und das ist wirklich doof. Immer wenn man in den Spiegel schaut, sieht man zuerst diese Spiegelung. Ein ganz dickes Lob gibt es dagegen f├╝r das rundum gelungene Multifunktionslenkrad. Es hat genau die richtige Gr├Â├če – kein superkleiner Sportdreher, aber eben auch kein Buslenker. Es ist griffig und liegt sehr gut in der Hand. Verwundert hat mich, welch deutliche R├╝ckmeldung es ├╝ber die derzeitige Geschwindigkeit, Lage des Fahrzeuges und ├╝ber die Stra├čenbeschaffenheit gibt. Nicht zu vergessen, dass bei hohen Geschwindigkeiten und einer ordentlichen Kurve auch etwas Kraft von N├Âten ist, um am Rad zu drehen ;-).

Sollte jetzt der Eindruck entstanden sein, dass man sich als Fahrer nicht so recht wohl f├╝hlt hinterm Steuer, dann kann ich nur eines sagen: Motor an und raus auf die Autobahn oder Landstra├če. Hier zeigt der CLS 350 CDI 4matic seine wahre St├Ąrke. Der Motor schiebt in jeder Lebenslage kr├Ąftig an und der Allradantrieb sorgt daf├╝r, dass die 265 PS auch ordentlich auf die Stra├če gebracht werden. Das Fahrwerk ist knackig und – f├╝r einen Mercedes – sehr sportlich. Bereits in der Einstellung “Comfort” liegt der Wagen wie ein Brett auf der Stra├če und gibt deutliche R├╝ckmeldungen an den R├╝cken des Fahrers ├╝ber Unebenheiten, insbesondere bei Querrillen. F├╝r die Einstellung “Sport” war mir mein K├Ârper dann irgendwie zu schade und die Autobahn zu schlecht. Besonders begeistert hat mich, dass man das Fahrzeug sportlich flott aber auch gechillt in Reisegeschwindigkeit bewegen kann. Es f├╝hlt sich immer gut und richtig an, nie hatte ich das Gef├╝hl den Wagen zu ├╝ber- oder unterfordern. Und er tat es mir gleich. Entspanntes gleiten als Reiselimousine oder sportlich anspruchsvolleres Fahren mit Spa├čfaktor. Der Spa├č h├Ârt ein wenig beim ersten Tankstellenbesuch auf. Der kombinierte Verbrauch von 6,6L l├Ąsst sich sicher erreichen, wenn man nie schneller als 120km/h f├Ąhrt und auch sonst den Wagen mit gr├Â├čter Vorsicht bewegt. Neun Liter waren mein Durchschnitt und bei sportlicher Fahrt bzw. schneller Autobahnfahrt sind es auch schnell mal 10 oder 11 Litern auf 100km. Da geht noch was, w├╝rde ich sagen.

Abschlie├čend kann ich nur sagen – ein geniales Auto. Ja, es gibt einige Schw├Ąchen, doch das Fahrgef├╝hl ist unglaublich gut und l├Ąsst einen alles Andere schnell vergessen.

 

Winterspa├č mit Schneereifen in Erfurt

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Wer nach einem gro├čartigen Winterspa├č sucht, sollte sich unbedingt einen Schneereifen zulegen (siehe Bild links). Der Schneereifen hat viele Vorteile: er ist billig zu erwerben (online zwischen 5 – 20 EUR), braucht nur eine geringe Schneeh├Âhe und funktioniert auch auf relativ flachen H├Ąngen. Im Vergleich zum Schlitten kann der Schnee auch beliebig hoch, nass, trocken, hart oder weich sein. Der Reifen geht immer ab wie Schmidts Katze :-).

Diesen letzten Aspekt (Geschwindigkeit) sollte man nicht untersch├Ątzen. Dadurch das der Reifen nahezu ├╝ber den Schnee gleitet, gibt es fast keinen Widerstand und nur sehr wenig (bremsende) Reibung. Daher wird auch empfohlen einen Helm zu tragen. Das halte ich pers├Ânlich f├╝r etwas ├╝bertrieben, andererseits kommt es schon mal vor das nur ein beherzter Absprung den Reifen zum stehen bringt. Denn hat das Gef├Ąhrt einmal ordentlich an Fahrt aufgenommen kann man weder gut bremsen noch lenken. Dazu kommt, dass der Reifen sich sehr gerne um die eigene Achse dreht, was zwar a) f├╝r zus├Ątzlichen Fahrspa├č b) aber auch f├╝r eine gewisse Orientierungslosigkeit sorgt.

Ich habe mir mal die M├╝he gemacht, in Erfurt 3 relativ gute Strecken auf einer Google Karte zu markieren. Die Strecken liegen alle direkt beieinander, so dass man je nach Geschmack die richtige w├Ąhlen kann ohne den Ort nochmal wechseln zu m├╝ssen. Die Strecken sind recht unterschiedlich, siehe auch die Beschreibung auf der Google Karte.

Viel Spa├č beim Rutschen :-).

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P.S.: Weitere Streckevorschl├Ąge sind nat├╝rlich herzlich willkommen !

Erfurt Herrenberg – Reifenh├Ąnge auf einer gr├Â├čeren Karte anzeigen

Bahncard 100 – das Experiment beginnt

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Ich habe mir nach fast 1,5 Jahren nachdenken eine Bahncard 100 gekauft. Die n├Ąchsten 12 Monate betrachte ich als Probe- und Bew├Ąhrungszeit f├╝r diese 3.990 ÔéČ teure Investition. An dieser Stelle hier werde ich unregelm├Ąssig von meinen Erfahrungen berichten.

Bildquelle: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0004_bc-bc100-bild_LZ01

Tag 374 – Neue Kategorie

Dieser Artikel wird hiermit offiziell geschlossen. Alle weiteren Eintr├Ąge zum Thema Bahn findet ihr zuk├╝nftig in der extra daf├╝r angelegten Kategorie “Bahn”.

Danke f├╝r die Aufmerksamkeit. Kommentare sind nat├╝rlich weiterhin erw├╝nscht.

Tag 367 – Nachlese

Sooooo…die ersten 2 Tage ohne Bahncard 100 sind geschafft. Auch die erste Bahnfahrt, jetzt wieder mit Bahncard 50, liegt schon hinter mir. Dabei h├Ątte man fast denken k├Ânnen, dass der gro├če “Bahn-Gott” mich f├╝r diese Entscheidung bestrafen m├Âchte. Ich konnte nicht richtig schlafen, war viel zu fr├╝h am Bahnhof, es regnete und ich konnte meinen Anschlusszug in Karlsruhe sehr sch├Ân aus dem Fenster meines einfahrenden ICE┬┤s wegfahren sehen. Nichtsdestotrotz m├Âchte ich hier noch ein paar Dinge festhalten, die ich im letzten Jahr erlebt habe und die bisher keine Erw├Ąhnung gefunden haben.

Ich hatte z.B. die unglaubliche Ehre den Fundservice der Bahn zu testen. Denn in einem Moment totaler geistiger Umnachtung hatte ich tats├Ąchlich meine Lieblingstrickjacke im ICE 101 h├Ąngen lassen. Also f├╝llte ich brav das Formular aus, konnte sogar noch ein halbwegs gutes Foto der Lieblingsstrickjacke auftreiben und anh├Ąngen und ab damit in die Post. Dann passierte NICHTS. Ich habe bis heute, gut 3 Monate nach dem Verlust, von der Bahn keinerlei R├╝ckmeldung erhalten. Und in diesem Falle (war ja schliesslich meine eigene Dummheit) bin ich gar nicht anspruchsvoll. Mir h├Ątte eine e-Mail oder sogar eine SMS mit dem Inhalt “Sorry, nicht gefunden. Deutsche Bahn” gerreicht. Eine spontane Umfrage unter Leidensgenossen ergab: das ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Meine sch├Âne Lieblingsstrickjacke :-(.

Dann war da noch die afrikanische Nonne im ICE 101 (der ICE 101 ist eh ein fahrendes Kuriosit├Ątenkabinett). Es war Mittwoch vor dem Tag der dt. Einheit, der Zug war mehr als nur hoffnungslos ├╝berf├╝llt und ich unterhielt mich sehr nett mit einer Vertriebsassistentin. Wir sa├čen am Vierertisch und die Nonne uns gegen├╝ber. Sie verbrachte die knapp 1,5h Fahrt damit, sich mehrmals ohne ersichtlichen Grund zu bekreuzigen. Ganz offensichtlich war ihr der mit knapp 1.000 Personen (verteilt auf 2 Zugteile) gef├╝llte ICE ganz und gar nicht geheuer und sie sah das Ende kommen. Das Ende war in diesem Falle Frankfurt Hbf und sie bekreuzigte sich auch direkt nach Verlassen des ICE┬┤s auf dem Bahnsteig. Ausnahmsweise war der Zug p├╝nktlich.

Tag 365 – … und vorbei

Und schon ist es vorbei. Ein Jahr Bahncard 100 ist um. Wer diese kleine Serie aufmerksam verfolgt hat wird feststellen, dass die Eintr├Ąge seit der Halbzeit deutlich weniger geworden sind. Ganz genau genommen gab es eigentlich seit Halbzeit ├╝berhaupt keinen Eintrag mehr. Das liegt haupts├Ąchlich daran, dass a) in den letzten 6 Monaten nur wenig Neues passiert ist von dem ich noch nicht berichtet hatte und das ich b) dann doch etwas weniger Bahn gefahren bin als geplant. Aber es gibt dann doch noch so einiges ├╝ber das ich schwadronieren m├Âchte, aber f├╝r alle die an einem Fazit interessiert sind, stelle ich dieses mal voran.

Fazit:

Die Bahncard 100 hat f├╝r mich wirtschaftlich Sinn gemacht, obwohl ich in den letzten 6 Monaten weniger gefahren bin als geplant. Die enstprechenden Fahrten mit dem Auto durchzuf├╝hren, w├Ąre deutlich teurer gewesen, selbst unter Ber├╝cksichtigung regelm├Ąssiger Mitfahrer und der Tatsache, dass ich trotz Bahncard 100 ein Auto besitze. Besagtes Auto h├Ątte ich aber de-facto nicht gebraucht. Der relativ gute ├Âffentliche Nahverkehr in meiner Heimatstadt, mehrere Carsharing Stationen fussl├Ąufig erreichbar und f├╝r alles weitere einen Mietwagen, h├Ątten meine Mobilit├Ąt sichergestellt. Wer Zahlen mag, dem empfehle ich mal eine echte Vollkostenrechnung (also inklusive Anschaffung, Verschlei├č, Wartung, Reinvestition, etc.) f├╝rs Auto bei einem w├Âchentlichen Arbeitsweg von knapp 1000km. Aber nicht in Ohnmacht fallen ;-). Ob ich denn mit dem Auto fahren w├╝rde, wenn es billiger / gleich teuer wie eine Bahncard 100 w├Ąre, werde ich h├Ąufig gefragt. Die Antwort ist ein ganz klares Jein. Ich denke es w├╝rde ziemlich genau auf eine 50:50 Verteilung hinauslaufen. Das Auto ist manchmal praktischer, manchmal schneller und manchmal deutlich weniger frustrierend als die Deutsche Bahn aber man muss halt eben auch selbst fahren und kann nicht einfach mal kurz die Augen zu machen (kann man schon, ich rate aber davon dringend ab). Ach ja Frust. Das ist ein gutes Stichwort, dass ich hier im Fazit nicht unerw├Ąhnt lassen m├Âchte. Bist du liebe(r) Lesende(r) schnell frustriert weil etwas nicht so klappt wie geplant, oder verlierst schnell die Nerven wenn du Termine nicht einhalten kannst (und dir die Gr├╝nde wirklich absolut nicht nachvollziehbar erscheinen) ? Ja ?! Dann kauf dir keine Bahncard 100, fahr am Besten gar nicht erst Bahn. Denn wie das so bei gro├čen gesichtslosen Unternehmen ist, ist denen dein pers├Ânliches Schicksal vollkommen wurscht (Okay, die Bahn hat recht viele Gesichter, z.B. die Zugbegleiterinnen, aber glaub mir, die k├Ânnen am allerwenigsten etwas daf├╝r was dir gerade widerf├Ąhrt). Und glaub mir, Gr├╝nde frustriert zu sein, werden dir sehr sehr viele begegnen. Gleichzeitig bietet das Fahren mit der Bahn, sei es mit Bahncard 100 oder nicht, die unglaubliche Gelegenheit, einen kostenlosen Entschleunigungskurs zu belegen. Denn hin und wieder hast du pl├Âtzlich ganz viel Zeit. Denn es gibt nichts zu tun au├čer warten. Idealerweise verbannt man das Smartphone in die Jacken- / Hosen- oder gleich ganz in die Tasche und genie├čt das Flair der umgebung (wahrscheinlich ein Bahnhof). Du hast alle Zeit der Welt um die gelben Abfahrtspl├Ąne zu studieren und dich daran zu erfreuen, wohin man von diesem beschaulichen Fleckchen Erde ├╝berall mit dem Zug fahren kann. Nat├╝rlich hast du auch noch genug Zeit um die nicht minder spannenden wei├čen Ankunftspl├Ąne zu studieren. Du hast Zeit um dir die Wagenreihungen aller ICE┬┤s / IC┬┤s einzupr├Ągen mit denen du niemals im Leben fahren wirst. Auch lokale Preisstudien sind m├Âglich. Dazu empfehle ich am Frankfurter Hauptbahnhof alle Backst├Ąnde abzuklappern, bist du das billigste Ciabattabr├Âtchen mit Mozzarella gefunden hast (geht nat├╝rlich auch mit dem Teuersten). Oder du schaust dir Reisende an ! Das ist ein ganz gro├čes Abenteuer, denn das was du da siehst, l├Ąsst dich mit Sicherheit am zuk├╝nftigen ├ťberleben der menschlichen Rasse zweifeln. Und Gott, wieviele Leute wirklich schlechte Z├Ąhne haben. Erschreckend.

Sonst noch was ? Ach ja, schau dir mal meine Tipps in diesem Artikel an. Diese sichern dein ├ťberleben im Bahnverkehr (oder das Erreichen des Anschlusszuges was manchmal das Selbe ist).

Viel Spa├č !

Richtigstellung / Korrektur des Eintrages von Tag 140

Im unteren Abschnitt des Eintrages vom Tag 140 ging es um die Bahn Comfort Sitzpl├Ątze und die Frage, ob man mit dem Comfort Status pauschal alle Sitzpl├Ątze dieser Art (auch die in der 1. Klasse) benutzen darf. Ich habe viele Fragen und Anmerkungen dazu bekommen, die ich jetzt um eine eigene Erfahrung erg├Ąnzen m├Âchte in der Hoffnung, dass irgendjemand Lust, Zeit und Geld hat, um die Sache von einem Gericht kl├Ąren zu lassen. Denn eindeutig ist es leider nicht.
Folgendes ist mir passiert, als ich wieder einmal im Comfort Bereich der 1.Klasse sa├č. Der Schaffner hatte gar keinen Humor und sah auch die Bef├Ârderungsbedingungen auf seiner Seite, so dass ich innerhalb k├╝rzester Zeit nicht nur die AUfmerksamkeit der gesamten 1. Klasse f├╝r mich hatte, sondern auch die eines Polizisten. Schaffner und Polizist einigten sich auf “Fahren ohne g├╝ltigen Fahrschein” und ich bekam wenig sp├Ąter Post von der zentralen Eintreibestelle der Bahn (korrekter Name ist mir gerade entfallen). Im anschliessenden Dialog mit der besagten Stelle stellte sich recht schnell heraus, dass der Schaffner wohl doch keine abschliessende Definitionshoheit f├╝r sich beanspruchen konnte. Denn lustigerweise konnte ich ein Foto des Wagenreihungsschaubild meines ICE┬┤s vorweisen, auf dem der kleine rote Punkt f├╝r Bahn Comfort ausschliesslich in einem 1. Klasse Wagen eingezeichnet war. Mit diesem taktischen Gegenschlag hatte man wohl nicht gerechnet und so gab die Gegenseite kleinlaut bei, nicht allerdings ohne einen fettgedruckten Hinweis, dass dies keine generelle Regelung ist. Ich musste nichts zahlen, habe aber seitdem auf die Fahrt in der 1. Klasse verzichtet, da ich die ├Âffentliche Blo├čstellung als Schwarzfahrer auch im Nachhinein noch als wenig schmeichelhaft empfinde. Nichtsdestotrotz habe ich die Bef├Ârderungsbedingungen noch einmal intensiv studiert und bin zu meinem laienhaften Fazit gekommen, dass dort schlicht und einfach gar nichts zum Thema drinsteht. Auch die zahlreichen Bahncard, Bahn Bonus und Bahn schie├č-mich-tot Bestimmungen sagen dazu nix aus. Also meine klagefreudigen Freunde – ran an den Speck !

Tag 226 – Halbzeit verpasst, ein kleines Zwischenfazit und gro├čartig gemacht

63 Tage lang kein neuer Eintrag ? Und die Halbzeit meiner 1-j├Ąhrigen Bahncard 100 Odysee verpasst ? Mensch, was ist nur los mit mir ?! Nun ja, ein Grund ist – oh Wunder – dass tats├Ąchlich recht wenig passiert ist in den letzten 63 Tagen. Ich war mit einer unglaublichen P├╝nktlichkeit (gr├Â├čtenteils) unterwegs, habe keine Anschlussz├╝ge verpasst und auch keine sonderlich erz├Ąhlenswerte Geschichte erlebt. Okay, es gab einen kleinen Sprint von Gleis 3 auf Gleis 11 in Karlsruhe, aber das war – bis auf die verdutzten Blicke einer Reisegruppe, als ich mich mit letzter Kraft und Gep├Ąck f├Ârmlich in den Regionalexpress warf – nichts Besonderes.

Zur Halbzeit soll ich sicherlich ein erstes Fazit ziehen und ehrlich gesagt ist das gar nicht so einfach. Ich habe auf jeden Fall einen Tipp an die eigene Erwartungshaltung. Man darf nicht mit einer – ich nenne es mal 100% Erwartung – an die Bahncard 100 und die damit verbundenen Fahrten herangehen. Denn tut man das, wird man auf jeden Fall entt├Ąuscht – in jeglicher Hinsicht, egal ob P├╝nktlichkeit, Zuverl├Ąssigkeit oder Service. Das Preis-/Leistungsverh├Ąltnis muss jeder f├╝r sich ausrechnen, f├╝r mich als “400km pro Richtung, das 2x die Woche” Pendler lohnt es sich auf jeden Fall – im Vergleich zum Auto. Es lohnt sich auch noch, wenn ich regelm├Ąssig 2-3 Personen im Auto mitnehmen w├╝rde (gegen Geld). Ein Auto habe ich trotzdem. Ich bin in den letzten Wochen ein paar Mal mit dem Auto gefahren und habe ehrlich gesagt, so ca. ab Kilometer 250 die Bahn vermisst. Ich hatte das Bed├╝rfnis meinen Laptop aufzuklappen und eine Serie zu schauen, etwas zu arbeiten oder ein Buch zu lesen. Das hat mich – als Menschen der ausgesprochen gerne Auto f├Ąhrt – schon etwas verwundert. Ein definitiver Nachteil ist f├╝r mich aber die Tatsache, dass es f├╝r den Partner / die Partnerin keine echte Erm├Ą├čigung gibt. Das hat zur Folge, dass wir Reisen zu zweit fast immer mit dem Auto unternehmen, es sei denn wir bekommen ein 19,- oder 29,- EUR Sparticket. Ich w├Ąre durchaus bereit, einen stattlichen Betrag an Geld f├╝r eine kostenlose Partnermitnahme zu┬á zahlen. Doch bei der derzeitigen Auslastung der Fernz├╝ge wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben. Denn wenn ich eines mit Sicherheit sagen kann, dann das die Auslastung in den Fernz├╝gen der Deutschen Bahn gestiegen ist. Merklich gestiegen.

Enden m├Âchte ich heute mit einer Kopie meines Eintrages auf der Facebook Seite der Deutschen Bahn, denn heute, nein heute, war wirklich kein guter Tag:

Liebe Deutsche Bahn !

Das habt ihr heute mal wieder wirklich gro├čartig hinbekommen. Ich befand mich im ICE504/104 von Karlsruhe nach Frankfurt Main Flughafen. Der Zug war p├╝nktlich und laut Ansage im Zug, werden in Frankfurt Main Flughafen auch alle Anschlussz├╝ge erreicht. Im letzten Tunnel vor dem Flughafen (geplante Ankunftszeit 18:06 Uhr), es war 18:05 Uhr stoppte unser Zug. Um 18:11 Uhr setze er sich wieder in Bewegung, um 18:12 Uhr erreichten wir den Bahnhof. Nur dummerweise fuhr um 18:11 Uhr mein Anschlusszug vom gegen├╝berliegenden Gleis ab. Ich konnte ihn sogar noch sehen. Ist das wirklich euer Ernst ? Ist – seitdem die ICE┬┤s mit gr├╝nem Strom fahren – selbiger so knapp geworden, dass es nicht mehr zur Kommunikation untereinander reicht ? Oder ist es f├╝r euch ganz normal, die Fahrg├Ąste zu bel├╝gen und zu verarschen ?

Und kommt mir jetzt nicht mit Einzelfall und kann ja mal passieren. Ich habe jetzt seit 8 Monaten eine Bahncard 100. Passiert ist mir so eine Situation inzwischen schon 5 mal, allerdings meist in Fulda.

Zudem habe ich das Gef├╝hl, dass Reisende Richtung Ostdeutschland bei euch Fahrg├Ąste 3. Klasse sind, bei denen es nicht so wichtig ist ob sie ihren Anschlusszug bekommen oder nicht. In Mannheim dagegen, wird auf den Zug aus / in Richtung M├╝nchen auch locker mal 10-20 Minuten gewartet.

Wie w├Ąre es denn, wenn ich jetzt immer statt 2.Klasse eine Runde 1. Klasse fahre ? Sozusagen als Ausgleich…oder meine Bahncard 100 einfach ein paar Tage / Wochen / Monate sp├Ąter bezahle ?

W├Ąre das f├╝r euch in Ordnung ? F├╝r mich ist es n├Ąmlich auch nicht in Ordnung, meinen Anschlusszug wegen 1 Minute zu verpassen !

Tag 163 – fehlende Worte

Erinnert ihr euch noch an Tag 140 ? Und meine kleine aber feine Lobeshymne auf den City Night Line ? Tja, genau diese positive Erfahrung veranlasste mich, diesmal gleich 10,- EUR bei der Reservierung mehr auszugeben, um in den Genuss des Liegewagens mit 6er-Belegung zu kommen. Und mir fehlen ein bisschen die Worte um eben genau diesen Genuss wirklich gut beschreiben zu k├Ânnen. Denn mit einem hatte ich nicht gerechnet. F├╝nf voll belegte Betten mit mir als Sechsten im Bunde. Liebe Leserinnen und Leser – addiert bitte die Geruchskulissen aller ├ťbernachtungen in Gruppen die ihr in eurem Leben hattet zusammen (Jugendherbergen, Armee, Zelt, Schlafs├Ąle, etc.), multipliziert sie mit Faktor 10 und dann herzlich Willkommen in meinem City Night Line Abteil. Sechs mehr oder weniger stinkende M├Ąnner (ich nehme mich da jetzt mal nicht aus) auf sagen wir mal 4 Quadratmeter. Es war so schlimm, dass ich freiwillig meinen “Schlaf” um eine Stunde verk├╝rzte und die Zeit lieber nutzte, um das Fahrradabteil ganz genau zu inspizieren. Ganz nebenbei ist mir noch aufgefallen, dass in den 6er-Abteilen kein Platz f├╝r Gep├Ąck vorhanden ist, nicht mal f├╝r mein IATA kompatibles Handgep├Ąck.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn konnte im Jahr 2012 eine Steigerung seiner Passagierzahlen um 5% gegen├╝ber 2011 vermelden und damit einhergehend seinen Spartengewinn gleich mal verdoppeln (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-mit-Rekordgewinn-article10291336.html). Was das in der Praxis hei├čt, durfte ich an einem Donnerstagabend auf dem Weg von Frankfurt / Main nach Erfurt erleben. Eigentlich war es ein business-as-usual Donnerstag. Ein bisschen Versp├Ątung hier, der ├╝bliche Sprint in Frankfurt da, also fix in den ICE reingehechtet. Und so fand ich mich im “Flur” vor der 1. Klasse wieder. Zusammen mit gef├╝hlten 100 anderen Reisenden und einem nicht enden wollenden Strom von weiteren zugsteigenden Menschen. Per Buschfunk wurde dann auch schnell klar, was der Grund f├╝r diese indischen Verh├Ąltnisse war. Es fehlte ein Zugteil. Als der Zug sich dann in Bewegung setzte, sah ich nur Menschen. Ich habe schon ├Âfters volle, sehr volle und extrem volle Z├╝ge erlebt. Aber das war etwas anderes. Meine besondere Aufmerksamkeit konnte recht schnell ein kleines M├Ądchen gewinnen, dass es sich in einem der Gep├Ąckf├Ącher mehr oder weniger gem├╝tlich gemacht hatte. Die aufgrund der r├Ąumlichen Verh├Ąltnisse vollkommen aufgel├Âste und entnervte Mutter stand ziemlich ratlos davor und war sichtlich beeindruckt ob der stoischen Gleichg├╝ltigkeit mit der ihre Tochter das Gep├Ąckfach in ihr kleines Reich umfunktioniert hatte. Ich hatte mir die kleine Glaskabine – die offensichtlich vor der 1. Klasse Standard ist (so eine Art Telefonzelle aus Glas, nur ohne Telefon und T├╝r) – “gesichert” und verbrachte aus Platzmangel die erste Stunde stehend, die restlichen 1,5 Stunden in einem Zustand zwischen sitzen und liegen. Es wurde sich allerlei aufgeregt, die Zugbegleiter hatten sogar den Mumm die Fahrscheine zu kontrollieren und ich verbrachte die Zeit mit Musik h├Âren und der Beobachtung des kleinen M├Ądchens. Trotz all des Trubels um sie herum und der deutlich negativen Grundstimmung schien sie f├╝r sich den sch├Ânsten Platz auf Erden geschaffen zu haben. Wenn Erwachsene das auch nur so leicht k├Ânnten…

Zum Abschluss noch eine Geschichte die in mir viele Fragenzeichen aufwirft und ich wei├č auch heute, gut 2 Wochen sp├Ąter, noch nicht genau was ich dar├╝ber denken soll. Es begab sich an einem Donnerstag in Karlsruhe. Der ICE fuhr ausnahmsweise mal p├╝nktlich in den Bahnhof ein, jedoch nicht wieder raus. Grund daf├╝r war eine Frau, die offenbar ohne g├╝ltiges Zugticket und irgendwelche anderen amtlichen Dokumente unterwegs war. Ob sie diese ├╝berhaupt besa├č, ist nicht ganz klar. Besagte Frau wurde schlie├člich durch 3 Beamte der Bundespolizei recht unsanft aus dem Zug bef├Ârdert. Die ganze Aktion dauerte gute 15 Minuten, was zur entsprechenden Versp├Ątung des Zuges f├╝hrte. Die Reaktion zahlreicher Mitreisenden, die diese Szene mehr oder minder live miterlebten, war – in Ermangelung eines besseren Adjektives nenne ich es mal – erstaunlich. Als h├Ątte ein Unsichtbarer eine repr├Ąsentative Umfrage gestartet, gab es pl├Âtzlich spontane Meinungs├Ąu├čerungen von Mitreisenden. Und alle lassen sich auf einen Nenner bringen: “Toll, wegen dieser Sch**** haben wir jetzt Versp├Ątung und ich verpasse meinen Anschlusszug in Frankfurt Richtung XYZ. H├Ątten sie doch die arme Frau einfach mitfahren lassen. Wen interessiert es schon, ob sie eine Fahrkarte hat oder nicht.”.

Tag 140 – Von allem ein Bisschen

Ganze 46 Tage sind seit dem letzten Update vergangen. Gab es denn in dieser Zeit nichts Neues ? Hatte ich etwa mein Ohr nicht nah genug an der Schiene ­čśë ? Nun, zum einen war ich faul, zugegebenerma├čen. Zum anderen hat mich eine l├Ąngere Krankheit etwas aus der Bahn geworfen (haha Wortwitz). Aber – es gab doch 3 erw├Ąhneswerte Dinge die ich euch nicht vorenthalten m├Âchte.

Ich habe den City Night Line (Nachtzug, Abk├╝rzung CNL) getestet. Schon 2 Mal. Der CNL ist grunds├Ątzlich reservierungspflichtig und kostet auch f├╝r BC 100 Inhaber Aufpreis. Den Liegesessel als g├╝nstigste Reservierungskategorie gibt es f├╝r 10,- EUR Aufpreis. Ein Blick auf http://www.citynightline.de/citynightline/view/de/angebot/preise/preise_neu_2009.shtml hat mir allerdings gerade offenbart, dass es offenbar auch einen Sitzplatz im 6er-Abteil zu 4,- EUR gibt. Bei der Buchung ├╝ber die Reiseauskunft wird mir diese Kategorie seltsamerweise nicht angeboten. M├Âglicherweise gibt es genau diese nicht in meinem CNL. Naja, wer wei├č. Die Fahrt im Liegesessel kann ich jedenfalls nicht uneingeschr├Ąnkt weiterempfehlen. Neben mir sa├č ein ├Ąhnlich beleibter Herr wie ich und es war dann doch schon sehr, naja sagen wir mal intim. Daran ├Ąnderte auch die nahezu stufenlose Verstellbarkeit des Sitzes nichts. Zudem war es recht laut und nicht besonders warm. Daf├╝r sch├Ân dunkel. Richtig ausgeruht habe ich mich aber bei Ankunft nicht gef├╝hlt. Das krasse Gegenteil dazu war wiederum der Liegewagen in 6er-Belegung (20,- EUR Aufpreis). Ich hatte rein aus Kostengr├╝nden wieder den Liegesessel gebucht, bekam aber von einem sehr netten Schaffner einen Platz im Liegewagen zugewiesen, da der Waggon mit meinem Liegesessel aus unerfindlichen Gr├╝nden nicht dabei war. So teilte ich mir dann zusammen mit einem ├Ąlteren Herren das 6er-Abteil und ganz altersgerecht schlief er ganz unten und ich ganz oben. Mit 2 Kissen und einer Wolldecke bewaffnet war ich dann sogar relativ schnell eingeschlafen, wurde allerdings durch die imposante Ger├Ąuschkulisse hin und wieder geweckt. Reichlich sp├Ąter, genauer gesagt kurz bevor ich am Zielort meiner Reise war, entdeckte ich auch die Ursache. Das Waggonfenster war undicht und es zog wie Hechtsuppe inkl. dem Ger├Ąusch eines startenden Flugzeuges. Trotzdem habe ich in Summe 4-5 Stunden geschlafen und war erstaunlich ausgeruht. Ein netter Nebeneffekt des CNL – ich war vor allen anderen im B├╝ro :-).

Erinnert ihr euch noch an Tag 32 ? Ganz im Sinne von “…und t├Ąglich gr├╝├čt das Murmeltier” erlebte ich die gleiche Situation noch einmal. Nur krasser. Und diesmal war ich auch echt sauer. Sehr sauer. Was war passiert ? Kurz gesagt, Versp├Ątung in Frankfurt, Anschlusszug war weg, mehrmalige Durchsage im Zug, dass Reisende in Richtung Erfurt / Leipzig / Dresden nicht in Frankfurt aussteigen sollen, sondern bis Fulda im Zug verbleiben. Dort sollten wir dann Anschluss erhalten. Anschluss kann ja vieles bedeuten, aber es wurde sowohl in der Durchsage als auch auf meine explizite Nachfrage beim Zugbegleiter (das gebrannte Kind scheut das Feuer) sogar der Anschluss an den ICE inkl. Zugnummer best├Ątigt. In Fulda dann nichts au├čer g├Ąhnende Leere, reichlich Schnee und ca. 30 verzweifelte Ossis (inkl. meiner Wenigkeit) die einfach nur nach Hause wollten. Ich war geladen und schnappte mir sofort eine Zugbegleiterin (leider nicht die, die mir die Auskunft erteilt hatte), fragte sie nach meinem Anschlusszug und sie hatte tats├Ąchlich die Dreistigkeit zu sagen, sie h├Ątte eine solche Durchsage gar nicht geh├Ârt (und zuckte dabei nicht mal mit der Wimper). Ich zweifelte an mir selbst, daher schnellstm├Âgliche R├╝ckversicherung bei den anderen Zur├╝ckgelassenen und dann auf zum (armen) Mann am Servicepoint. Dieser musste dann meine ganze Ver├Ąrgerung ertragen inkl. einer Belehrung ├╝ber die Haltepunkte des n├Ąchsten IC┬┤s Richtung Heimat (sehr zur Erheiterung aller anderen Anwesenden), weigerte sich allerdings standhaft mich an die n├Ąchsth├Âhere “Stelle” zu delegieren und so zog ich mit m├Ąchtigen Grollen im Bauch ab. Im meinem Kopf sah ich schon die ├ťberschrift in fetten Lettern: “DIE BAHN L├ťGT (ihre Kunden an) !” ├╝ber diesem Blogartikel. Aber irgendwie habe ich mich inzwischen beruhigt und revanchiere mich jetzt auf andere Weise…

…denn als BC 100 Inhaber ist man automatisch auch Bahn Comfort Kunde (http://www.bahn.de/p/view/bahncard/bahncomfort/bahncomfort.shtml). Eine Art Bonusprogramm inkl. Bonuspunkten sowie einer ganzen Reihe weiterer Vorteile / Dienstleistungen die ich nicht brauche, abgesehen von der Nutzung der DB Lounge (leider gibt es in Fulda keine) sowie der speziellen Bahn Comfort Sitzpl├Ątze. Diese speziellen Sitzplatzbereiche in IC┬┤s und ICE┬┤s lassen sich a) relativ kurzfristig noch reservieren und b) “d├╝rfen” eigentlich nur von Bahn Comfort Kunden besetzt werden (auch ohne Reservierung). Diese Sitzplatzbereiche findet man in aller Regel sowohl in der 1. als auch der 2. Klasse. Lustigerweise hat die DB “vergessen” die Nutzung und Klassifizierung der Bahn Comfort Sitzpl├Ątze eindeutig zu regeln, so dass man auch als Inhaber einer 2. Klasse BC 100 die Bahn Comfort Sitzpl├Ątze in der 1. Klasse nutzen kann (nat├╝rlich geht das auch umgedreht). Ein praktischer Test hat zwar eine kurze Diskussion mit dem Schaffner nach sich gezogen, aber sp├Ątestens bei meinem Verweis auf die Fahrgastbestimmungen hat er dann kapituliert.┬á Und da die Nutzungsquote der Comfort Sitzpl├Ątze in der 2. Klasse besonders Donnerstags und Freitags recht stark ist, werde ich jetzt immer in die 1. Klasse Comfortzone ausweichen. Solange bis in Fulda tats├Ąchlich mal ein Zug auf mich wartet.

Tag 94 – Wir hatten einen Lauf

Liebe Bahn ! Wir hatten einen Lauf. Einen Guten ! Waren es die Jahresziele, die mit einem letzten verzweifelten Aufb├Ąumen noch – wenigstens ein bisschen – gerettet werden sollten ? War es das f├╝r diese Jahreszeit ├╝beraus freundlich milde Wetter ? Hatte eventuell der anstehende Weltuntergang etwas damit zu tun ? Oder war es gar Zufall ? Die wirkliche Ursache (falls es eine sauber mess- und beweisbare ├╝berhaupt gibt) werde ich wohl nie erfahren. Schade eigentlich. Denn du hast wirklich alles versucht, um mich positiv(er) ├╝ber dich denken zu lassen. Pl├Âtzlich waren Z├╝ge p├╝nktlich. Anschlussz├╝ge wurden erreicht. Keine 50-300m Sprints mehr auf deutschen Bahnh├Âfen. Selbst an den auslastungsstarken Tagen (Mo, Fr, teilw. Do) hast du mich p├╝nktlich oder im Bereich von +5 ans Ziel gebracht. Doch leider konntest du diese so lieb gewonnene Zuverl├Ąssigkeit nicht ins neue Jahr retten. Der gute Lauf fand sein j├Ąhes Ende offensichtlich am 31.12.2012 um 23:59 Uhr. Heute denke ich bereits (wieder) ernsthaft dar├╝ber nach, die 1. Deutschen Bahnhofsmeisterschaften im Kurzstreckensprint auszurichten. Und trotz meiner betr├Ąchtlichen K├Ârperf├╝lle rechne ich mir gute Siegchancen aus. Gerannt wird selbstverst├Ąndlich mit Gep├Ąck. M├Ąnner mit 3 St├╝cken (Umh├Ąngetasche oder Rucksack oder Sakosack, Laptoptasche, ein nach IATA Handgep├Ącknorm zertifizierter Rollkoffer). Frauen mit 2 St├╝cken (Handtasche, die mindestens einen Spalding NBA Basketball aufnehmen kann, sowie ein nach IATA Handgep├Ącknorm zertifizierter Rollkoffer). Bez├╝glich der Troph├Ąen f├╝r die Pl├Ątze 1 -3 bin ich f├╝r Vorschl├Ąge offen. Nat├╝rlich braucht es auch Trostpreise f├╝r alle ├╝brigen Pl├Ątze. Die Wichtigkeit von Trostpreisen kann eigentlich gar nicht genug betont werden.Trost braucht jeder Bahnkunde. Sehr viel Trost !

Zum Abschluss dieses Eintrages noch 2 mehr oder minder ernsthafte Dinge. Die Bahn hat es nach 3 Monaten, 4 e-Mails und 2 Anrufen tats├Ąchlich geschafft, mir die anteilige Erstattung meiner Bahncard 50 zu ├╝berweisen.┬á Das ich den Zeitraum und den damit verbundenen Aufwand f├╝r eine absolute Frechheit halte, muss ich sicher nicht extra erw├Ąhnen.

Und das geht an euch ihr gelackten Businessaffen: in Ruheabteilen ist euer ultra wichtiges, super dringendes und in unversch├Ąmter Lautst├Ąrke gef├╝hrtes Telefongespr├Ąch nicht erw├╝nscht. Das zeigen euch auch die kleinen Gesichter in Deckenh├Âhe mit einem Finger vor dem Mund und dem “Psssst”. Ach ja. Das durchkreuzte Handy, welches sich direkt neben dem eben beschriebenen Piktogramm befindet bedeutet ├╝brigens nicht, dass es Straight Edge (http://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Edge) ist.

Tag 33 – Unergr├╝ndliche Entscheidungen

Es war einer dieser typischen Reisetage auf dem Weg in Richtung Bahndrehkreuz Frankfurt / Main. Der ICE war so voll, dass Fortbewegung im Zug unm├Âglich war. Mein Stehplatz zwischen zwei 1.Klasse Abteilen war angesichts der Umst├Ąnde sehr komfortabel. Wie ├╝blich in solchen Situationen hatte mein Zug Versp├Ątung. Die eingeplanten Ein-/Ausstiegszeiten auf den Unterwegsbahnh├Âfen reichten keinesfalls aus, um den Strom der Menschen p├╝nktlich zu bew├Ąltigen. Aber: das Zugpersonal tat alles menschenm├Âgliche um a) die Versp├Ątung so gering wie m├Âglich zu halten und b) alle Reisenden ├╝ber ihre Anschlussz├╝ge und alternative Reisem├Âglichkeiten zu informieren. Danke daf├╝r, denn das war wirklich super !

Doch wie so oft im Leben wurden die wichtigen Entscheidungen irgendwo da oben getroffen. Diese Person da oben, Funktionsbezeichnung Fahrdienstleiter, schaffte es tats├Ąchlich, die zwar angespannte aber im Gro├čen und Ganzen freundliche Stimmung im Zug innerhalb von Sekunden ins Negative zu verschieben. Und er/sie sorgte daf├╝r, dass ca. 300 Reisende pl├Âtzlich begannen das Zugpersonal zu hassen und das auch genau so kommunizierten.

Was war passiert ? Unser Zug hatte bei Ankunft in Frankfurt/Main Hbf ca. 18 Minuten Versp├Ątung. F├╝r Vielreisende ist das an solch einem Tag praktisch nix, ├Ąrgerlich, aber keine echte Hausnummer. Doch mit einer schon fast tragischen Konsequenz. Der ICE “Richtung Osten” (Erfurt, Leipzig, Dresden)* w├Ąre mit dieser Versp├Ątung genau seit 5 Minuten weg gewesen. Kein Problem, denkt sich der gelehrte Reisende, “…den lassen sie schon warten”.┬á Diese Hoffnung teilte das Zugpersonal unseres Zuges. Die ern├╝chternde Durchsage “…in Frankfurt/Main Hbf werden leider nicht erreicht: der ICE XXXX Richtung Dresden Hbf…”. Danach begann der real-life-shitstorm, an dem auch der fast schon verzweifelte Nachsatz “…Entscheidung des Fahrdienstleiters…” nichts ├Ąndern konnte.

Ein verpasster Zug, na und ? Dann eben den N├Ąchsten. Doch genau in diesem speziellen Fall traf dies nur f├╝r Reisende bis Leipzig Hbf zu. Denn nach Dresden Hbf fuhr an diesem Tag kein Zug mehr. Es war DER Letzte.

Das verzweifelte Rennen zu Gleis 6, nachdem sich die T├╝ren unseres ICE┬┤s ge├Âffnet hatten, war Ausdruck von Wut und Hoffnung zu gleich. Gleis 6 war leer, der Zug war tats├Ąchlich weg. Und es waren tats├Ąchlich nur 5 Minuten seit der regul├Ąren Abfahrt vergangen. Ein Mitreisender und -rennender klopfte mir auf die Schulter und sagte “…komm der Serviceschalter ist da dr├╝ben.”

Er musste nach Dresden. Ich nur nach Erfurt. F├╝r mich gab es 1 Stunde sp├Ąter einen Zug. F├╝r ihn nicht.

F├╝r die Bahn war es (wieder einmal) business as usual.

*Warum benutze ich den Ausdruck “Richtung Osten” ? Zun├Ąchst erstmal ist dies in keinster Weise wertend oder gar abwertend gegen├╝ber den Reisenden in diese Richtung oder gegen├╝ber der Region generell gemeint. Vielmehr ist es eine subjektive Empfindung meinerseits, welchen Stellenwert diese Bahnverbindung im Gesamtgef├╝ge der Bahn hat. P├╝nktlichkeit ist auf dieser Linie eine Seltenheit. Die Infrastruktur in einem bemitleidenswerten Zustand. Und das Reisende ihren Zielbahnhof erreichen offenbar Nebensache.

Tag 32 – “In Fulda werden alle Anschlussz├╝ge erreicht”

Ja nix wars. Mein ICE hatte 8 Minuten Versp├Ątung, damit w├Ąre der Anschlusszug schon 3 Minuten weg gewesen. Doch die Zugbegleiterin verk├╝ndete stolz und selbstsicher: “In Fulda werden alle Anschlussz├╝ge erreicht.”. Als ihr als Erster aus der sich noch ├Âffnenden ICE-T├╝r trat sah ich, wie sich am gegen├╝berliegenden Gleis die T├╝ren schlossen. Ich st├╝rtze nach dr├╝ben, stand vor einer T├╝r, die war zu und der Zug fuhr ab. Ich war so entsetzt, dass ich gar nicht bemerkte wie sich auch mein Herkunftszug wieder in Bewegung setze. So stand ich allein, mit einigen anderen entsetzten Reisenden auf einem menschenleeren und arschkalten Fuldaer Bahnhof und schaute gleich 2 Z├╝gen fassungslos hinterher.

Tag 30 – Eine erste Zusammenfassung

Fast 1 Monat ist vergangen und ich habe wirklich schon einiges erlebt. Fangen wir mal mit den negativen Dingen an. Ab 1 Stunde Versp├Ątung erh├Ąlt man eine pauschale Erstattung in H├Âhe von 10,- EUR als Bahncard 100 Inhaber. Diesen “Service” durfte ich inzwischen schon 3 mal in Anspruch nehmen. Leider sind die H├╝rden sehr hoch um an die Erstattung zu kommen. Kein Serviceschalter, kein Reisezentrum, kein Zugbegleitpersonal. Sondern das Servicecenter Fahrgastrechte, zu kontaktieren per Post inklusive einer Kopie der BC 100 und eines docht recht umfangreichen Formulars (welches man sich gl├╝cklicherweise als Vorlage – zumindestens was die pers├Ânlichen Daten betrifft – abspeichern kann). Wahrscheinlich ein Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung, verbunden mit der Hoffnung, dass m├Âglichst vielen Kunden der Aufwand einfach zu hoch ist f├╝r 10,- ÔéČ. Mir nicht.

Positiv dagegen ist, dass ich als BC 100 Inhaber die einmalige Startgeb├╝hr f├╝r Flinkster, den Carsharing Service der Bahn nicht bezahlen muss. Mit Hilfe des bundesweiten Tarifs kann ich so fast ├╝berall und auch recht kurzfristig auf einen fahrbaren Untersatz zugreifen. Und an dieser Stelle muss ich die Bahn wirklich loben. Ich habe mich 30 Minuten vor meinem Termin dazu entschieden, Flinkster zu testen. Und diese 30 Minuten haben ausgereicht um die Onlineregistrierung abzuschlie├čen, den Vertrag zu unterschreiben, in einem Copyshop ausdrucken zu lassen und mit Vertrag bewaffnet im Reisezentrum den elektronischen Schl├╝ssel auf meinen F├╝hrerschein geklebt zu bekommen.

Okay – den Weg zum Copyshop h├Ątte ich mir sparen k├Ânnen, denn trotz des sehr deutlichen Hinweises man m├Âge nur mit unterschriebenem Vertrag im Reisezentrum aufschlagen, wurde dort einfach ein Neuer gedruckt. Naja, daf├╝r hatte ich als bleibende Erinnerung den Geruch kalten Zigarettenrauchs aus dem Copyshop an meiner Jacke. Auch nicht schlecht. Und beinahe h├Ątte ich es vergessen. Das Auto ging nat├╝rlich dann nicht auf, trotz meines Hightechschl├╝sself├╝hrerscheins. Offensichtlich war ich doch zu schnell f├╝r diese Welt. Aber nach einem 0180er Telefonat inklusive 3 R├╝ckrufen mit dem Flinkster Kundenservice und einer wirklich sehr bem├╝hten Dame ging das Auto wie von Zauberhand auf (seitdem ├╝brigens auch ohne Anruf beim Kundenservice). Ach und noch etwas. Das Auto war auf einem unbefestigen Matschplatz geparkt, hinter den DB M├╝lltonnen die von einigen fr├Âhlichen Ratten und M├Ąusen bev├Âlkert wurden. Nice. Not.

Was ist noch passiert ? Am Tag 25 traf die echte BC 100 per Post ein und ersetzt seitdem die vorl├Ąufige BC 100 in meiner Geldb├Ârse. Das Hochglanzprospekt wollte mir dann noch die unglaublich vielen Vorteile erkl├Ąren die mir die BC 100 bringt. Sicherlich n├╝tzlich wenn man das gute Teil nicht selbst bezahlen muss. Ansonsten hat man sich vorher ├╝ber die 4k ÔéČ Investition informiert. Umfassend.

Tag 3 – Ein ├╝bereifriger Schaffner

Es ist nicht schlimm, aber trotzdem. Der ├╝bereifrige und sehr hektische Schaffner hat meine vorl├Ąufige Bahncard 100 gelocht / geknipst. Jetzt sieht sie aus wie eine 0815 Fahrkarte. Mir schwante schon b├Âses, als er mir schnippig “Den brauch ich nicht.” auf meinen ausgestreckten Arm inkl. Personalausweis entgegnete. Und dann geschah es in Sekundenbruchteilen. Knips – und drin waren die L├Âcher und drauf der Stempel mit der Zugnummer. Naja, ich hoffe nur, dass dies nicht einer Entwertung gleich kommt. Morgen werde ich es erfahren.

Tag 2 – Noch mehr Ersparnis

Bei der BC 100 ist das sogenannte City-Ticket inklusive. Dies erm├Âglicht die kostenlose Nutzung von einigen Bussen, Stra├čen- und S-Bahnen. Nach intensivem Studium der interaktiven Karte auf der Bahn Website konnte ich zu meiner gro├čen Freude feststellen, dass ich a) mein Jobticket k├╝ndigen und damit 40 EUR im Monat sparen sowie b) zuk├╝nftig auch in meiner Heimatstadt mich kostenlos mit Bus und Bahn fortbewegen kann.

Interaktive Karte City Ticket: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/vorteile/city-ticket.shtml

Tag 1 – Der Kauf

Ich hatte genau 17 Minuten Zeit. Um 6 Uhr ├Âffnete das Reisezentrum, um 6:17 Uhr fuhr mein Zug. Und diese Fahrt sollte die Jungfernfahrt mit meiner (vorl├Ąufigen) Bahncard 100 werden. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, ob 17 Minuten ausreichen werden, um den Kaufvorgang mit Hilfe einer Angestellten des Reisezentrums durchzuf├╝hren. Aber – ich wurde positiv ├╝berrascht. Nachdem das Reisezentrum 35 Sekunden nach 6 seine T├╝ren ├Âffnete, war ich auch schon am Schalter und trug mein Anliegen vor. Die nette Dame erkannte sofort den Ernst der Lage. Routiniert ├╝bernahm sie die Daten von meiner Bahncard (BC) 50, druckte innerhalb von Sekunden eine vorl├Ąufige BC 100 aus, ich kritzelte auf 2 Formulare meine Unterschrift (eins f├╝r die anteilige Erstattung der Restlaufzeit meiner BC 50, das andere war der BC 100 Antrag), w├Ąhrend sie begann, das dicke B├╝ndel 50 ÔéČ Scheine (danke Geldautomat) zu z├Ąhlen. 12 nach 6 verlie├č ich das Reisezentrum mit der vorl├Ąufigen BC 100 im Gep├Ąck und 5 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges.

Nachdem ich es mir im ICE gem├╝tlich gemacht hatte klingelte mein Telefon. Die nette Dame aus dem Reisezentrum teilte mir mit, dass ich im falschen Feld auf dem BC Antrag unterschrieben habe. “Der Bahncard Service wird sich dann sicherlich nochmal bei ihnen melden.” Na wenns weiter nichts ist, dachte ich mir und setzte zufrieden meine Fahrt fort.

Smart electric drive – ein Fahrbericht

(only in german – sorry)

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit einen Smart electric drive zu fahren. Meine bisher erste, rein elektrische Fahrerfahrung (von einem Gabelstapler und ein paar elektrischen Hubwagen mal abgesehen). Und genau an das erinnert mich der Smart electric drive – an einen elektrischen Hubwagen.

Beginnen wir doch aber von vorn. Bevor ich losfahren konnte, musste ich das kleine gr├╝ne Gef├Ąhrt von seiner Steckdose trennen. Das war ein Kinderspiel und buchst├Ąblich nicht komplizierter als einen Stecker aus der Steckdose zu ziehen – auch wenn es sich in diesem Falle um einen Kraftstecker und Dose handelte. Die Steckdose im Smart wird mit einer Art Gummideckel verschlossen und der Tankdeckel zugeklappt.

Schl├╝ssel ins Z├╝ndschloss, drehen und es passiert…nichts ! Stimmt nicht ganz, denn im Display am unteren Ende des Tachos baut sich ein Ladebalken auf und die 2 Rundinstrumente, eins f├╝r den Ladezustand der Batterie und das Andere f├╝r die aktuelle Entladung oder Rekuperation der Batterie, bewegen ihre Zeiger. Doch das wars dann auch schon. Kein Motorenger├Ąusch, kein Z├╝ndungsprozess. Daf├╝r k├Ânnen alle anderen erdenklichen elektrischen Verbraucher sofort in Betrieb genommen werden (Radio, Licht, etc.). So auch die Heizung, die mich dann gleich ├╝berraschte. Es war drau├čen angenehm kalt (so um die 5 – 6 Grad) und trotzdem str├Âmte mir (22 Grad eingestellt, L├╝fter Stufe 1) unmittelbar warme Luft entgegen. Elektroheizung eben.

Immer noch nicht ganz ├╝berzeugt davon, dass sich der Smart tats├Ąchlich in Bewegung setzen w├╝rde, sobald ich meinen Fu├č aufs Gas stelle, brachte ich den Automatikhebel in Position “D”(rive), l├Âste die (manuelle) Handbremse und los ging es. Und wie es los ging !

Lautlos, mit der Ger├Ąuschkulisse des oben angesprochenen elektrischen Hubwagens. Irgendwo zwischen Raumschiff und Hubwagen. Bis 50km/h gab es dann tats├Ąchlich auch etwas, was ich als Fahrspa├č bezeichnen w├╝rde. Denn der kleine e-Smart machte keinen Hehl aus den Vorteilen eines Elektromotors. Volle Leistung, egal welche Umdrehung. Bei diversen Ampelrennen gegen jegliche Art von Konkurrenz fuhr ich immer mit einem dicken Grinsen davon. Und ich spreche hier nicht von 1 – 2 Meter Vorsprung, sondern locker von 4 – 5 Wagenl├Ąngen (bezogen auf Smart Ma├če). Das war Fahrspa├č pur.

Nur leider endete dieser abrupt mit dem Erreichen der 50 km/h. Die Zeit bis die Tachonadel die 70 km/h passierte w├╝rde ich als lang, aber noch ertr├Ąglich beschreiben (nat├╝rlich nur, wenn man seine eigenen 140+ PS Turbodiesel Ma├čst├Ąbe gleich zu Hause l├Ąsst). Die Zeit jedoch, die ab 70 km/h bis 100 km/h (schneller hab ich die kleine Kiste auch mit guten Willen nicht bekommen) verging, war eine glatte Ewigkeit. Mehr als das. Diese Zeitspanne verdeutlichte so klar wie nichts anderes, wo die Grenzen des Smart electric drive liegen. Es ist ein Stadtauto, mit dem man sich in gro├čen St├Ądten von Ampel zu Ampel bewegt. Und nichts anderes. Selbst der kleine Ausflug auf die 100 km/h begrenzte Stadtautobahn war zuviel f├╝r den Kleinen. Denn wann immer ich eine kleine Beschleunigungsreserve brauchte (bspw. zum Einf├Ądeln), so war da einfach nichts vorhanden. Schade.

Erinnert ihr euch noch an das Rundinstrument, dass die Entladung bzw. Rekuperation der Batterie anzeigt ? Ich bin mir sicher, dass Smart den Fahrer / die Fahrerin damit subtil zu einer ├Âkologischen und ├Âkonomischen Fahrweise bringe wollte. Das hat aus meiner Sicht mehrere Gr├╝nde. Zum einen ist das Instrument so angebracht, dass man praktisch immer mehr oder weniger drauf schauen muss (vorausgesetzt man schaut beim Fahren nach vorn). Zum anderen ist sehr deutlich erkennbar, wann die Batterie gerade kr├Ąftig Saft lassen muss (starker Ausschlag nach rechts in den Minusbereich) und wann die Batterie kr├Ąftig geladen wird (starker Ausschlag nach links in den Plusbereich). Sparf├╝chse werden ziemlich schnell versuchen, den Zeiger so wenig wie m├Âglich nach rechts, aber so oft wie m├Âglich nach links ausschlagen zu lassen. Auf mich traf das nicht zu. Denn erinnern wir uns – wo war gleich der Fahrspa├č ? Richtig, bis 50 km/h. Und so kam es, dass ich regelm├Ą├čig “pedal to the metal” fuhr, am liebsten nach einer Rotphase. Der Zeiger krachte jedesmal heftig nach rechts und es war mir egal. Denn genau so machte der Smart eletric drive Spa├č – als kleine Ampelrakete.

Ach ja, 3 Dinge muss ich noch ansprechen. Erstens hat man sowohl als Fahrer, als auch als Beifahrer verdammt viel Platz. Gro├če T├╝ren, leichtes Einsteigen, herrlich. Zweitens – der Kofferraum ist angenehm gro├č. Ein Ikea Sofa passt nicht rein, wohl aber 3 K├Ąsten Bier Getr├Ąnk eurer Wahl. Drittens – Gott ist die Kiste unkomfortabel !!! Ich dachte immer, der Roadster h├Ątte ein straffes Fahrwerk bei dem jemand die Federn vergessen hat. Doch im Vergleich zum e-Smart ist das sanftes Gleiten.

Fazit:

W├╝rde ich in einer (sehr) gro├čen Stadt wohnen und m├╝sste ich dort st├Ąndig von A nach B und h├Ątte ich einen festen Parkplatz mit Kraftanschluss zum Aufladen, so k├Ânnte ich mir gut vorstellen, einen Smart eletric drive zu meinem Begleiter zu machen. Doch f├╝r alles was dar├╝ber hinaus geht, ist der e-Smart meiner Meinung nach keine ernstzunehmende Alternative.

P.S.: die Reichweite

Dazu kann ich leider keine konkreten Angaben machen, da ich nicht die Gelegenheit hatte ihn “leer” zu fahren. Nach meinen knapp 40km Innenstadt inkl. ca. 8km Stadtautobahn zeigte die Batterieladung ca. 79%. Mindestens 8 – 10% dieser Ladung gingen aber auf den besagten 8km Stadtautobahn drauf. Was sicherlich auch am Versuch lag, die Kiste auf 100+ km/h zu bringen.

Android on Samsung i8320 / H1 – H1droid / CyanogenMod

Update 2: This version is outdated ! Head over to http://samsungi8320.freeforums.org/ for newer and improved versions.

Update:

I had to change the link for the H1droid rom (step no. 3) – you can now find it here:

Download (tar, 101 MB)

Recently I bought a Samsung i8320 / Vodafone H1 for cheap money on eBay. It┬┤s quite good Smartphone with 16 GB internal memory. And there┬┤s a CyanogenMod rom with Android Gingerbread 2.3.7 available. So here┬┤s a short tutorial how to flash the phone. I did it on Windows XP, but it should also work on Windows 7.

All credits go to the great people at http://samsungi8320.freeforums.org, especially Clint and rogerbraun. Great work guys, keep it going !

Warning: There are several methods how to flash the Samsung i8320. With this method you┬┤ll lose all the data on your phone. And in case you won┬┤t like H1droid, there┬┤s not an easy way back to the Samsung OS. If you wanna know more about the different methods go check out http://samsungi8320.freeforums.org.

0.) In case your phone has a micro sd-card installed be sure to remove it before you continue with this tutorial.

1.) Download Samsung Kies from this location http://samsung.de/de/consumer/kies.aspx and install it. Do not connect your phone to your PC.

2.) Download Odin from here and extract it to a folder on your hard drive. We┬┤ll need it later.

3.) Download the H1droid rom from here (with Google Apps) or if you wanna be sure to have the latest version go there http://samsungi8320.freeforums.org/r3d4-latest-no-sd-card-needed-no-formatting-needed-t617.html (roms available with and without Google Apps) and save the *.tar in a folder on your hard drive.

4.) Start Samsung Kies and connect your phone via USB to the PC. Select “mass storage” (mode) if the phone asks. Wait until all drivers are successfully installed.

5.) Remove the phone from the USB cable, turn it off and close the Kies application.

6.) Restart the phone by pressing the following buttons at the same time: camera button + volume(-) button + power button. The phone should start and show you a black screen with “Downloading” and a blank status bar. If it does not, try again.

7.) Reconnect the phone via USB. If Samsung Kies will start automatically please close it.

8.) Start Odin and click the PDA button. Choose the H1droid rom from your hard drive (the i8320_no_sd_gapps.tar file).

9.) Hit start and pray. Odin will now try to flash your phone. If everything works well you┬┤ll see the progress in the left upper corner. The former blank status bar should slowly start to grow and your phone will restart. While restarting you should see the CyanogenMod boot screen.

10.) Even if promted by your phone to choose a setup option for Android wait until Odin finished the process.

11.) You┬┤re done. Enjoy H1droid !

 

 

 

Odys Space Tablet – Rooten & vorinstallierte Apps l├Âschen

(only in german – sorry)

Rooten

Wer einige der vorinstallierten Android Apps loswerden, oder aber die Vorz├╝ge eines Root Zugangs auf seinem Odys Space nutzen will, der muss das Tablet schlicht und einfach rooten. Und das ist mit Hilfe von PdaNet (http://junefabrics.com) und SuperOneClick 2.2 (http://shortfuse.org) unter Windows XP SP3 einfacher, als sich einen Kaffee zu kaufen.

1.) PdaNet und SuperOneClick downloaden und auf dem PC installieren

2.) Bevor das Odys Space per USB mit dem PC verbunden wird, “USB-Debugging aktivieren” (Einstellungen – Anwendungen – Entwicklung)

3.) Odys Space per USB mit dem Rechner verbinden. PdaNet meldet sich und fragt, ob die Internetverbindung (Tether) gestartet werden soll (siehe Bild 1). Das kann man ignorieren.

4.) Windows will diverse Treiber installieren, meckert aber das es keine Treiber finden kann. Einfach immer durchklicken. Am Ende erscheinen im Ger├Ąte Manager bis zu 3 Ger├Ąte mit gelben Ausrufezeichen (siehe Bild 2), das kann man aber getrost ignorieren.

5.) SuperOneClick starten, dort auf Root dr├╝cken und dann warten. Das Tablet startet neu und danach ist es schon gerootet. SuperOneClick fragt noch, ob man Busybox installieren m├Âchte (auf dem Tablet). Das sollte man tun, da es einige n├╝tzliche Tools enth├Ąlt.

6.) Sollte das Tablet nicht neustarten sondern beim Android Bildschirm stehen bleiben, dann entweder ├╝ber den Ein-/Aus Knopf komplett ausschalten. Falls das auch nicht geht, den Reset Knopf auf der oberen Seite dr├╝cken.

7.) Nach dem rooten findet man eine neue App vor mit dem Namen “Superuser”. Mit Hilfe dieser App wird protokolliert und ├╝berwacht, welche anderen Apps vom Root Zugriff gebrauchen machen wollen und man kann dies je nach Bedarf erlauben oder ablehnen.

Vorinstallierte Apps l├Âschen

Das Odys Space wird mit einigen vorinstallierten Apps ausgeliefert (Aldiko eBook Reader, GetJar, etc.). Wer diese nicht unbedingt braucht, kann sie NACHDEM das Tablet gerootet wurde einfach l├Âschen. Aber Achtung – die Apps sind dann schlicht und einfach weg. Es gibt hier mehrere Wege die zum Ziel f├╝hren. Ich beschreibe mal einen, der gleichzeitig die Konsole (Kommandozeile) mit ins Spiel bringt.

1.) Die App Terminal Emulator aus dem Android Market herunterladen (https://market.android.com/details?id=jackpal.androidterm) und auf dem Tablet installieren

2.) Eine File Manager aus dem Android Market herunterladen, z.B. ES File Explorer (https://market.android.com/details?id=com.estrongs.android.pop) und auf dem Tablet installieren

3.) Den ES File Explorer starten und zum Pfad “Telefon/system/app/” navigieren. Dort befinden sich die vorinstallierten Apps.

4.) Genauen Namen der App aufschreiben / abfotografieren / sich irgendwie anders merken (bspw.: de_androidpit_appcenter_axdia_v1510-T9NT2QZJ.apk). Unbedingt auf Gro├č- / Kleinschreibung achten.

5.) Terminal Emulator starten und der App den Superuser Zugriff erlauben

6.) “su” f├╝r Superuser eingeben und mit “Enter” best├Ątigen

7.) Mit dem Befehl rm /system/app/ wird die App dann sofort gel├Âscht (bspw.: rm /system/app/de_androidpit_appcenter_axdia_v1510-T9NT2QZJ.apk)

8.) Schritte 4-7 solange wiederholen, bis alle nicht gew├╝nschten Apps gel├Âscht sind