{"id":2339,"date":"2018-12-03T20:03:36","date_gmt":"2018-12-03T19:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hyperpac.de\/?p=2339"},"modified":"2018-12-03T20:09:13","modified_gmt":"2018-12-03T19:09:13","slug":"wir-bauen-eine-ladesaule-fur-elektroautos-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hyperpac.de\/?p=2339","title":{"rendered":"Wir bauen eine Lades\u00e4ule f\u00fcr Elektroautos &#8211; Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"<p><em>(only in german &#8211; sorry)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2340\" src=\"http:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small-768x578.jpg 768w, https:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small-1024x770.jpg 1024w, https:\/\/www.hyperpac.de\/wp-content\/uploads\/Ladesa\u0308ule_small.jpg 1940w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dies wird ein l\u00e4ngerer Text. Wem das zu lange dauert, einfach bis zur Trennlinie runterscrollen.<\/p>\n<p>Mitte 2017 hielt ich es f\u00fcr eine gute Idee, im Rahmen des Neubaus unseres Firmengeb\u00e4udes, eine \u00f6ffentlich nutzbare Lades\u00e4ule f\u00fcr Elektroautos gleich mit zu bauen. H\u00e4tte ich geahnt, dass dies zu einer fast epischen Odyssee ausarten sollte, h\u00e4tte ich es wohl sein gelassen. Fairerweise muss ich allerdings dazu sagen, dass mein Vorwissen dazu praktisch Null war. Gleiches gilt f\u00fcr mein Wissen \u00fcber Strom. Doch von vorn.<\/p>\n<p>Eine Schnelllades\u00e4ule sollte es werden, idealerweise mit 150kW Ladeleistung und der mehr oder weniger klassischen Steckerkombo aus CCS, ChaDeMo und Typ2. Zudem sollte die M\u00f6glichkeit geschaffen werden, sp\u00e4ter eine weitere S\u00e4ule hinzuzuf\u00fcgen. Die S\u00e4ule sollte sowohl von MitarbeiterInnen der Firma &#8211; mit entsprechender Identifikationskarte &#8211; als auch von der \u00d6ffentlichkeit genutzt werden k\u00f6nnen und das 24\/7. Soweit die Ausgangslage und Anforderung.<\/p>\n<p>Doch bereits in der Anforderung lag eine erste Unsch\u00e4rfe. Die 150kW Ladeleistung beziehen sich n\u00e4mlich auf das Laden per Gleichstrom (DC) \u00fcber CCS oder ChaDeMo. F\u00fcr das Laden per Typ2, was dann wiederum per Wechselstrom (AC) erfolgen w\u00fcrde, gibt es derartige Ladeleistungen (noch?) nicht. Das Ende der Fahnenstange liegt derzeit bei 43kW. Nachdem diese Unsch\u00e4rfe ausger\u00e4umt war, bestand die n\u00e4chste Aufgabe darin, die technischen Voraussetzungen f\u00fcr diese Ladeleistung zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Dazu nahm ich Kontakt mit den lokalen Stadtwerken (Stadtwerke Erfurt) auf, von denen ich annahm, dass diese eine gewisse Kompetenz haben. Schlie\u00dflich hatten Sie bereits zahlreiche Lades\u00e4ulen (22kW AC) im Stadtbild aufgebaut und zumindestens den Bau von 50kW DC S\u00e4ulen im Plan. Dort war man zun\u00e4chst von meiner Anfrage \u00fcberrascht, konnte mich aber sofort an einen Netzplaner durchstellen. Dieser half mir dann tats\u00e4chlich direkt weiter, allerdings war er es sichtlich nicht gewohnt, mit einem elektrischen N00b zu sprechen, so dass ca. 70% der Informationen f\u00fcr mich wertlos waren. Zusammenfassen kann ich es aber so, dass die ben\u00f6tigte Leistung gerade noch aus dem Niederspannungsnetz zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnte, allerdings maximal f\u00fcr 1x150kW, sprich eine Lades\u00e4ule. Der sog. Baukostenzuschuss f\u00fcr (viel) dickere, neue Kabel zwischen Verteilerstation und Firmengeb\u00e4ude sollte sich auf rund 30.000 EUR belaufen. Vorlaufzeit bis zur Bauausf\u00fchrung ca. 6 Monate. F\u00fcr 2 Lades\u00e4ulen, also 2x150kW, h\u00e4tte das Mittelspannungsnetz angezapft werden m\u00fcssen. Baukostenzuschuss rund 60.000 EUR + eine eigene Trafostation (hoher vierstelliger bis niedriger f\u00fcnfstelliger Eurobetrag) + eine Verlustleistung der Trafostation im vierstelligen kWh Bereich \/ Jahr + Wartung der Trafostation + Schaltkrams und und und&#8230;<\/p>\n<p>Ich lasse das an dieser Stelle so stehen und werde sp\u00e4ter darauf zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes ging es darum, geeignete Lades\u00e4ulen f\u00fcr diese Art von Anforderung zu finden. Dazu mussten zun\u00e4chst Hersteller ermittelt werden. Bei der <a href=\"https:\/\/www.elektromobilitaet.nrw.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elektromobilit\u00e4t NRW<\/a> gab es eine zum damaligen Zeitpunkt halbwegs aktuelle Liste und die Presse war voll von Ank\u00fcndigungen solcher Schnelllades\u00e4ulen. Es stellte sich allerdings recht schnell heraus, dass die ganzen vollmundigen Pressemitteilungen der Hersteller vor allem eins waren &#8211; vollmundig. Keiner konnte tats\u00e4chlich eine Lades\u00e4ule mit der gew\u00fcnschten Leistung liefern. Gleiches galt f\u00fcr die Hersteller auf der Liste. Dank dieses Internetzes gelang es mir jedoch, 2 Hersteller ausfindig zu machen, die tats\u00e4chlich in der Lage gewesen w\u00e4ren, entsprechende S\u00e4ulen zu liefern. Die Preisspreizung war dabei enorm &#8211; von 40.000 EUR bis 80.000 EUR pro S\u00e4ule. Deutlich verf\u00fcgbarer waren S\u00e4ulen mit einer Ladeleistung von 50kW DC und 43kW AC. Deutlich g\u00fcnstiger waren sie allerdings nicht &#8211; 20.000 EUR bis 25.000 EUR w\u00e4ren pro S\u00e4ule f\u00e4llig gewesen.<\/p>\n<p>Lasst uns also auch diese Information an die Seite legen, so dass wir uns des Pudels Kern widmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Tja, was mag das wohl sein? Richtig, die \u00f6ffentliche Nutzung der Lades\u00e4ule. Zun\u00e4chst musste ich recht schnell feststellen, dass (fast) kein Hersteller dazu eine Komplettl\u00f6sung anbot, also Identifikation, Abrechnung, Wartung und Betrieb. Ich h\u00e4tte das alles selbst machen bzw. organisieren k\u00f6nnen, was mir aber anhand der undurchsichtigen Lade- und Abrechnungsprotokolle deutlich zu aufwendig war. Meine n\u00e4chste &#8211; wie ich dachte sehr clevere &#8211; Idee war es, den lokalen Stadtwerken eine Kooperation vorzuschlagen. Wir beteiligen uns (signifikant) an den Baukosten, die Stadtwerke \u00fcbernehmen daf\u00fcr den Betrieb, die Abrechnung und Wartung. So wie an ihren schon vorhandenen Lades\u00e4ulen. Dumm nur, dass die Stadtwerke da wirklich so gar kein Interesse, also null, nada, niente daran hatten. Diverse Versuche, selbst unter Zuhilfenahme wirtschaftsf\u00f6rdernder Abteilungen der Stadt, brachten nichts, au\u00dfer eine gewisse Genervtheit auf der Gegenseite und schlie\u00dflich die finale Aussage, dass die bereits im Stadtbild vorhandenen Lades\u00e4ulen &#8220;nur auf Druck der Stadtverwaltung&#8221; errichtet wurden. &#8220;Man&#8221; h\u00e4tte ansonsten die Finger davon gelassen (sie wissen schon, dieses Internet, wird sich niemals durchsetzen). Dabei sei an dieser Stelle nur zur Vollst\u00e4ndigkeit erw\u00e4hnt, dass es im Umkreis der geplanten Lades\u00e4ule(n) weit und breit keine einzige \u00f6ffentliche Lades\u00e4ule gab.<\/p>\n<p>Nun gut, es gab ja noch Ladenetz, die mir &#8211; zumindestens laut Website &#8211; vollmundig versprachen, bei der Errichtung einer Lades\u00e4ule behilflich zu sein, denn mit Ihnen werde &#8220;Elektromobilit\u00e4t einfach und grenzenlos&#8221;. Leider war dem nicht so, denn meine dort gestellte Anfrage wurde beantwortet mit (sinngem\u00e4\u00df): &#8220;Wir haben Ihr Anliegen an Ihre \u00f6rtlichen Stadtwerke weitergeleitet. Diese setzen sich mit Ihnen in Verbindung.&#8221; Tja, phl\u00f6d. Zur\u00fcck in diesem Internetz konnte ich zumindestens herausfinden, dass es noch andere Anbieter von &#8220;Ladel\u00f6sungen&#8221; gibt. Leider hat es keiner (bis auf zwei, aber dazu sp\u00e4ter mehr) geschafft, sein Produktangebot oder seinen Service so verst\u00e4ndlich darzustellen, dass es mir gelungen w\u00e4re herauszufinden, ob die jetzt das bieten was ich brauche (Identifikation, Abrechnung, Betrieb, Wartung). Allego schaffte es immerhin, mir ein verst\u00e4ndliches Gesamtpaket zu schn\u00fcren, allerdings nur mit einer 50kW DC \/ 43kW AC S\u00e4ule im bekannten 20- 25k EURO Bereich und der Tatsache, dass sie zwar bei der Nutzung der Lades\u00e4ule mitverdienen aber bei der Bereitstellung der Infrastruktur nicht mit investieren wollten.<\/p>\n<p>Inzwischen hatte \u00fcbrigens das Jahr gewechselt, es war Februar 2018 und das Projekt praktisch tot. Kosten f\u00fcr die Infrastruktur (Strom) zwischen 30.000 &#8211; 60.000 EUR + x (Trafostation) und Kosten zwischen 40.000 EUR &#8211; 80.000 EUR pro Lades\u00e4ule standen im Raum. Auf die urspr\u00fcngliche Anforderung (eine 150kW S\u00e4ule) bezogen w\u00e4ren das also Kosten zwischen 70.000 und 110.000 EUR gewesen, zzgl. Kosten f\u00fcr den Bau, Genehmigungen, Planung etc.<\/p>\n<p>Die Upgradem\u00f6glichkeit f\u00fcr eine zweite S\u00e4ule h\u00e4tte mindestens 30.000 EUR (Strom) + x (Trafostation) extra und nat\u00fcrlich die zweite S\u00e4ule gekostet. Dazu ein ganzes B\u00fcndel an offenen Fragen (Darf ich \u00fcberhaupt eine \u00f6ffentliche Ladestation betrieben? Werde ich dazu zum Stromanbieter? Muss ich EEG-Umlage auf den Strom zahlen, den ich der \u00d6ffentlichkeit bereitstelle? Darf ich den Strom \u00fcberhaupt verkaufen?) und nat\u00fcrlich weiterhin die nicht gel\u00f6ste Problematik der Abrechnung, Identifikation, des Betriebs und der Wartung.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Sprung in den Hochsommer 2018. Wie das Bild zu diesem Artikel vielleicht verr\u00e4t, haben wir es letztendlich doch noch geschafft, 2 \u00f6ffentliche Lades\u00e4ulen zu errichten. Dazu haben wir uns am Angebot von <a href=\"https:\/\/newmotion.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NewMotion<\/a> bedient. Diese punkteten bereits sehr fr\u00fch,\u00a0 indem ich auf meine e-Mailanfrage einen telefonischen Beratungstermin angeboten bekam. Eine h\u00f6chst kompetente MitarbeiterIn erkl\u00e4rte mir das Produktportfolio und die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr mein gew\u00fcnschtes Nutzungsszenario.<\/p>\n<p>Herausgekommen sind jetzt dabei zwei 22kW AC Lades\u00e4ulen, die sowohl von MitarbeiterInnen der Firma als auch von der \u00d6ffentlichkeit genutzt werden k\u00f6nnen (mit und ohne Abrechnung, individuell pro Ladekarte einstellbar, Preis pro kWh festlegbar, verschiedene Zahlungsm\u00f6glichkeiten, Webportal zur Verwaltung der Lades\u00e4ulen und -vorg\u00e4nge, usw.).\u00a0 Zudem ist ein dynamisches Lastmanagement zwischen den S\u00e4ulen m\u00f6glich, so dass immer die optimale (die maximale pro Fahrzeug bzw. die maximal verf\u00fcgbare) Leistung zur Verf\u00fcgung steht. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die Lades\u00e4ulen mit einer Maximalleistung konfiguriert werden, damit der zur Verf\u00fcgung stehende Stromanschluss nicht \u00fcberlastet wird (in unserem Falle 63A Stromanschluss, 32A max. f\u00fcr die Lades\u00e4ulen, jede S\u00e4ule mit max. 32A 3-phasig wenn nur ein Fahrzeug angeschlossen ist, 16A 3-phasig wenn zwei Fahrzeuge angeschlossen sind usw.).<\/p>\n<p>Rein von der Ladeleistung her betrachtet, liegt das nat\u00fcrlich weit entfernt von der urspr\u00fcnglichen Anforderung. Sehr weit. Gleiches gilt allerdings f\u00fcr die Investitionskosten. Mit rund 3.500 EUR f\u00fcr 2 Lades\u00e4ulen ist das ungef\u00e4hr 1\/20 von den Kosten einer Schnelllades\u00e4ule. Monatlich veranschlagt NewMotion 4,- EUR pro Lades\u00e4ule &#8211; ein meiner Meinung nach fairer Preis, f\u00fcr eine umfangreiche Leistung.<\/p>\n<p>Leider haben die Lades\u00e4ulen ein paar Kinderkrankheiten, die ich Ihnen &#8211; nach jetzt rund 2 Monaten Betrieb &#8211; noch nicht vollst\u00e4ndig austreiben konnte. Die Lades\u00e4ulen arbeiten nach einem Master &#8211; Slave Prinzip. Die Master S\u00e4ule stellt dabei die Netzwerkverbindung zu NewMotion per Mobilfunk und eingebauter SIM-Karte her. Die Slave S\u00e4ule wird per Ethernet mit der Master S\u00e4ule verbunden. Hin- und wieder kommt es vor, dass die Slave Lades\u00e4ule keine Verbindung zu NewMotion bekommt. Durch das altbew\u00e4hrte &#8220;Ein\/Aus&#8221; Prinzip l\u00e4sst sich das aber beheben. Die Master S\u00e4ule dagegen l\u00e4dt manchmal nur mit 16A statt der (fahrzeugbedingt) m\u00f6glichen 24A. Die Ursache daf\u00fcr konnte noch nicht abschlie\u00dfend gefunden werden.<\/p>\n<p>Allerdings ist der NewMotion Support wirklich hilfreich und versucht die Probleme zu l\u00f6sen und das f\u00fcr mich ganz bequem per e-Mail Kommunikation.<\/p>\n<p>Heute bin ich gl\u00fccklich, diese beiden Lades\u00e4ulen zu haben und freue mich t\u00e4glich, wenn sie jemand nutzt. Der Strom daf\u00fcr kommt zum gr\u00f6\u00dften Teil &#8211; zumindestens bei besserem Wetter &#8211; aus der Photovoltaikanlage vom Dach. Entt\u00e4uscht bin ich allerdings noch immer \u00fcber das Verhalten der Stadtwerke. Und ich frage mich, wie das Gesch\u00e4ftsmodell der &#8220;gro\u00dfen&#8221; Anbieter von Schnelllades\u00e4ulen eigentlich aussieht. Die Investitionskosten f\u00fcr eine Station mit 4-6 Lades\u00e4ulen kann man sich jetzt grob zusammenreimen. Bei Preisen zwischen 4,50 EUR und (ca.) 12 EUR pro Schnellladevorgang m\u00fcssen ziemlich viele Ladevorg\u00e4nge stattfinden, bevor sich das rechnet&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(only in german &#8211; sorry) Dies wird ein l\u00e4ngerer Text. Wem das zu lange dauert, einfach bis zur Trennlinie runterscrollen. Mitte 2017 hielt ich es f\u00fcr eine gute Idee, im Rahmen des Neubaus unseres Firmengeb\u00e4udes, eine \u00f6ffentlich nutzbare Lades\u00e4ule f\u00fcr Elektroautos gleich mit zu bauen. 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