Smart electric drive – ein Fahrbericht

(only in german – sorry)

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit einen Smart electric drive zu fahren. Meine bisher erste, rein elektrische Fahrerfahrung (von einem Gabelstapler und ein paar elektrischen Hubwagen mal abgesehen). Und genau an das erinnert mich der Smart electric drive – an einen elektrischen Hubwagen.

Beginnen wir doch aber von vorn. Bevor ich losfahren konnte, musste ich das kleine gr√ľne Gef√§hrt von seiner Steckdose trennen. Das war ein Kinderspiel und buchst√§blich nicht komplizierter als einen Stecker aus der Steckdose zu ziehen – auch wenn es sich in diesem Falle um einen Kraftstecker und Dose handelte. Die Steckdose im Smart wird mit einer Art Gummideckel verschlossen und der Tankdeckel zugeklappt.

Schl√ľssel ins Z√ľndschloss, drehen und es passiert…nichts ! Stimmt nicht ganz, denn im Display am unteren Ende des Tachos baut sich ein Ladebalken auf und die 2 Rundinstrumente, eins f√ľr den Ladezustand der Batterie und das Andere f√ľr die aktuelle Entladung oder Rekuperation der Batterie, bewegen ihre Zeiger. Doch das wars dann auch schon. Kein Motorenger√§usch, kein Z√ľndungsprozess. Daf√ľr k√∂nnen alle anderen erdenklichen elektrischen Verbraucher sofort in Betrieb genommen werden (Radio, Licht, etc.). So auch die Heizung, die mich dann gleich √ľberraschte. Es war drau√üen angenehm kalt (so um die 5 – 6 Grad) und trotzdem str√∂mte mir (22 Grad eingestellt, L√ľfter Stufe 1) unmittelbar warme Luft entgegen. Elektroheizung eben.

Immer noch nicht ganz √ľberzeugt davon, dass sich der Smart tats√§chlich in Bewegung setzen w√ľrde, sobald ich meinen Fu√ü aufs Gas stelle, brachte ich den Automatikhebel in Position “D”(rive), l√∂ste die (manuelle) Handbremse und los ging es. Und wie es los ging !

Lautlos, mit der Ger√§uschkulisse des oben angesprochenen elektrischen Hubwagens. Irgendwo zwischen Raumschiff und Hubwagen. Bis 50km/h gab es dann tats√§chlich auch etwas, was ich als Fahrspa√ü bezeichnen w√ľrde. Denn der kleine e-Smart machte keinen Hehl aus den Vorteilen eines Elektromotors. Volle Leistung, egal welche Umdrehung. Bei diversen Ampelrennen gegen jegliche Art von Konkurrenz fuhr ich immer mit einem dicken Grinsen davon. Und ich spreche hier nicht von 1 – 2 Meter Vorsprung, sondern locker von 4 – 5 Wagenl√§ngen (bezogen auf Smart Ma√üe). Das war Fahrspa√ü pur.

Nur leider endete dieser abrupt mit dem Erreichen der 50 km/h. Die Zeit bis die Tachonadel die 70 km/h passierte w√ľrde ich als lang, aber noch ertr√§glich beschreiben (nat√ľrlich nur, wenn man seine eigenen 140+ PS Turbodiesel Ma√üst√§be gleich zu Hause l√§sst). Die Zeit jedoch, die ab 70 km/h bis 100 km/h (schneller hab ich die kleine Kiste auch mit guten Willen nicht bekommen) verging, war eine glatte Ewigkeit. Mehr als das. Diese Zeitspanne verdeutlichte so klar wie nichts anderes, wo die Grenzen des Smart electric drive liegen. Es ist ein Stadtauto, mit dem man sich in gro√üen St√§dten von Ampel zu Ampel bewegt. Und nichts anderes. Selbst der kleine Ausflug auf die 100 km/h begrenzte Stadtautobahn war zuviel f√ľr den Kleinen. Denn wann immer ich eine kleine Beschleunigungsreserve brauchte (bspw. zum Einf√§deln), so war da einfach nichts vorhanden. Schade.

Erinnert ihr euch noch an das Rundinstrument, dass die Entladung bzw. Rekuperation der Batterie anzeigt ? Ich bin mir sicher, dass Smart den Fahrer / die Fahrerin damit subtil zu einer √∂kologischen und √∂konomischen Fahrweise bringe wollte. Das hat aus meiner Sicht mehrere Gr√ľnde. Zum einen ist das Instrument so angebracht, dass man praktisch immer mehr oder weniger drauf schauen muss (vorausgesetzt man schaut beim Fahren nach vorn). Zum anderen ist sehr deutlich erkennbar, wann die Batterie gerade kr√§ftig Saft lassen muss (starker Ausschlag nach rechts in den Minusbereich) und wann die Batterie kr√§ftig geladen wird (starker Ausschlag nach links in den Plusbereich). Sparf√ľchse werden ziemlich schnell versuchen, den Zeiger so wenig wie m√∂glich nach rechts, aber so oft wie m√∂glich nach links ausschlagen zu lassen. Auf mich traf das nicht zu. Denn erinnern wir uns – wo war gleich der Fahrspa√ü ? Richtig, bis 50 km/h. Und so kam es, dass ich regelm√§√üig “pedal to the metal” fuhr, am liebsten nach einer Rotphase. Der Zeiger krachte jedesmal heftig nach rechts und es war mir egal. Denn genau so machte der Smart eletric drive Spa√ü – als kleine Ampelrakete.

Ach ja, 3 Dinge muss ich noch ansprechen. Erstens hat man sowohl als Fahrer, als auch als Beifahrer verdammt viel Platz. Gro√üe T√ľren, leichtes Einsteigen, herrlich. Zweitens – der Kofferraum ist angenehm gro√ü. Ein Ikea Sofa passt nicht rein, wohl aber 3 K√§sten Bier Getr√§nk eurer Wahl. Drittens – Gott ist die Kiste unkomfortabel !!! Ich dachte immer, der Roadster h√§tte ein straffes Fahrwerk bei dem jemand die Federn vergessen hat. Doch im Vergleich zum e-Smart ist das sanftes Gleiten.

Fazit:

W√ľrde ich in einer (sehr) gro√üen Stadt wohnen und m√ľsste ich dort st√§ndig von A nach B und h√§tte ich einen festen Parkplatz mit Kraftanschluss zum Aufladen, so k√∂nnte ich mir gut vorstellen, einen Smart eletric drive zu meinem Begleiter zu machen. Doch f√ľr alles was dar√ľber hinaus geht, ist der e-Smart meiner Meinung nach keine ernstzunehmende Alternative.

P.S.: die Reichweite

Dazu kann ich leider keine konkreten Angaben machen, da ich nicht die Gelegenheit hatte ihn “leer” zu fahren. Nach meinen knapp 40km Innenstadt inkl. ca. 8km Stadtautobahn zeigte die Batterieladung ca. 79%. Mindestens 8 – 10% dieser Ladung gingen aber auf den besagten 8km Stadtautobahn drauf. Was sicherlich auch am Versuch lag, die Kiste auf 100+ km/h zu bringen.

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