2016 Spielberg F1 Review – Who¬īs to blame for the Mercedes crash ?

Well the answer to this question is quite simple:

On track – it¬īs Lewis Hamilton. Because there are some simple unwritten rules in motorsport. 1.) Don¬īt take your teammate out. 2.) Don¬īt take the race leader out. 3.) Don¬īt take the championship leader out. So the accident in Spielberg reads like this: Lewis Hamilton took his teammate, who was also the race and championship leader out. End of story.

BUT:

99% of the blame goes out to the Mercedes management (so we have 1% left for Lewis which is pretty fair I think) – in person Toto Wolff (and Niki Lauda too). Why ? Because they failed to make an important decision at a point in the race where everything was still okay. And I can only repeat here what Jackie Stewart advised: “Hold your positions.” That¬īs the call. Nothing else. And you know why ? For the company. For the success of the whole F1 race team. For everbody. Nico would have won the race, Lewis would have come 2nd and the points for the team in the constructors championship would have been maxed. It would have been the best decision to take and it would have been the only one reasonable. But instead they just did nothing.

And that leads me to an important point. A company has a management to take decisions. Important decisions. Unpopular decisions. Hard decisions. That¬īs the only reason management exists. Everything else runs pretty fine without management. And if it fails in doing so then it has to be replaced. As simple as that.

You can¬īt blame your workers for doing something wrong after 50 something laps out on the track at 300km/h always hard on the edge. Lewis and Nico did their absolute best in this race. They did exactly what they are being paid for. Toto¬īs job would have been to max their performance for the best of the company. And he didn¬īt do that.

But in the end the drivers got a “last warning” and might face consequences in case of another accident. Suspension (not the part of the car).

Are you fucking kiding me ? You really want to suspend the 2 guys who did a perfect job ? That¬īs a typicial case of management failure. The old story – better decide nothing, than decide something unpopular. Let the workers sort this out. And if they can¬īt well, we can fire them. Or suspend them.

Unbelieveable…

Death of an Arcade – Vossens Arcade in Worms, Germany

 

Arcade-Worms-Pano-klein

Source & Copyright: http://tote-pixel.de/images/sigplus/Vossens%20Arcade/Arcade-Worms-Pano-klein.jpg

This post is based on an article from the german blog http://www.tote-pixel.de and is probably one of the saddest thing you¬īll ever read if you love videogames. I won¬īt translate the whole article (Google Translator will give you a more or less readable version) but I¬īll try at least to explain what happened there and what you can see in the pictures.

So how to start ? The place shown in the pictures was Vossens Arcade – the by far largest collection of arcade cabinets in Germany. And then things have gone wrong. The cabinets were stored in a rather large warehourse, the rent was raised, the collector couldn’t / didn’t want to pay the raise, the thing was brought to court, someone went bust, someone burgled in, the place was sold in a foreclosure auction and the new owner wanted to bulldoze everything.

But before doing that, the new owner opened up the place to the public so that everybody can take what he or she needs. Fair enough taking in consideration, that the place was already a mess when he became the new owner.

What happened then is hard to describe. Basically it¬īs a mixture of pure vandalism, commodity theft (metal, copper), lack of knowledge and stupidity. Everybody came and everybody took or destroyed stuff. Some smart guys ripped the metal from the cabinets because they can sell it for around 150 EUR per ton. Somebody should have told them, that they can sell a working cabinet for around 1.000 EUR.

Nice people from the german NGO For-Amusement-Only tried to rescue as much as possible but for most of the cabinets it was already too late…

DTM Spielberg 2015 – “Timo – schieb Ihn raus !”

(only in german – sorry)

Das Sonntagsrennen der DTM Saison 2015 in Spielberg war ein spannendes. Regen, extrem schwierige Verh√§ltnisse und mit¬†Mattias Ekstr√∂m und Garry Paffet zwei hochkar√§tige Piloten an der Spitze, die um den Sieg k√§mpften. Ekstr√∂n konnte das¬†Rennen am Ende klar f√ľr sich entscheiden und Paffet konnte problemlos anerkennen, dass der Schwede an diesem Nachmittag¬†einfach schneller war. Dritter im Bunde war Eduardo Mortara, der trotz Ausflug ins Kiesbett am Ende den dritten Platz¬†sicherte und damit auch absolut zufrieden sein d√ľrfte. Prinzipiell also Friede, Freude, Eierkuchen, doch das betretene
Gesicht von Mathias Ekström auf dem Siegerpodest sprach eine andere Sprache.

Anlass daf√ľr war eine Aktion seines Markenkollegen Timo Scheider im Audi, der in der letzten Runde nicht nur den direkt¬†vor ihmn platzierten Robert Wickens (Mercedes) sondern auch gleich noch den Meisterschaftsf√ľhrenden Pascal Wehrlein,¬†ebenfalls Mercedes, abr√§umte. Und das, nachdem nur Sekundenbruchteile vorher per Boxenfunk an ihn (und die ganze TV-Welt¬†da drau√üen) die “Anweisung” rausgegangen war, “Timo – schieb ihn raus !”.

Wer der Funkende war ist nicht ganz sicher, jedoch spricht einiges f√ľr Audi Sportchef Dr. Wofgang Ulrich, der im TV-Interview mit der ARD direkt nach dem Rennen, das meiner Meinung nach auch schon zugegeben hatte. Liest man dagegen¬†Presseberichte die sp√§ter verfasst wurden, ist eher von einem Dementi seitens Ulrich die Rede. Fakt ist jedoch, dass es¬†nach dem Rennen nur noch ein Gespr√§chsthema gab, der Sieg von Ekstr√∂m durch das Verhalten der eigenen Marke zur¬†Bedeutungslosigkeit abgestempelt wurde und die DTM bzw. der DMSB jetzt einen Skandal zu bew√§ltigen haben, dessen¬†Auswirkungen auf den Sport nur schwer abzusehen sind.

Doch wie konnte es √ľberhaupt zu solch einem Man√∂ver kommen ?

Nun, die Situation auf der Strecke stellte sich wie folgt dar: Wickens lag vor Scheider, dahinter WM-Spitzenreiter¬†Wehrlein. Mercedes l√§sst Wickens absichtlich langsamer fahren und verteidigt gegen Scheider, damit Wehrlein aufschliessen¬†und im Idealfall an beiden vorbei ziehen kann, um sich somit ein paar P√ľnktchen mehr f√ľr die WM zu sichern. Der Plan, den¬†Toto Wolff im TV-Interview nach dem Rennen als Strategie bezeichnet, geht auf und Wehrlein presst sich mit tatkr√§ftiger¬†Unterst√ľtzung an beiden vorbei. Scheider verh√§lt sich fair und vermeidet zu diesem Zeitpunkt einen Unfall, um kurz darauf¬†beim Anbremsen Wickens anzuschieben, der wiederum nichts anderes machen kann, als den direkt vor ihm fahrenden Wehrlein¬†ebenfalls anzuschieben. Beide Mercedes landen im Kiesbett, das Rennen ist gelaufen und Scheider f√§hrt weiter.

Und jetzt wird es kompliziert.

Denn w√§hrend bei einigen ein gewisser Schockzustand bzgl. des Funkspruches und dem darauf folgenden Abschuss herrschte,¬†forderte ein gewohnt beherrschter Toto Wolff, dass “der Funkende” nie wieder an einer Rennstrecke stehen sollte. Aus¬†meiner Sicht macht er es sich damit allerdings etwas einfach. Denn mit ihrer Sandwichstrategie gegen Scheider hat Mercedes
eine Reaktion provoziert. Audi, aber insbesondere Scheider selbst, waren einfach nur zu bl√∂d, angemessen zu agieren. In¬†der WTCC, die von zahlreichen DTM Akteuren, u.a. auch von Dr. Wolfgang Ulrich, immer wieder bel√§chtet wird, w√§re das¬†Problem ganz anders gel√∂st wurden. Scheider h√§tte sich auf der Strecke derart “breit” gemacht und seine Position knallhart¬†verteidigt, so dass bei besagtem √úberholman√∂ver von Wehrlein wahrscheinlich alle 3 abgeflogen w√§ren. Nicht sch√∂n, aber¬†eine wesentlich reinere und ehrlichere Art des Motorsports.

F√ľr die DTM dagegen wird die Aufarbeitung dieses Vorfalls noch ein hartes St√ľck Arbeit. Die Sportkommissare haben schon¬†mal angefangen, indem sie Scheider nach dem Rennen disqualifizierten. Alle weiteren Entscheidungen wurden an das¬†Sportgericht des DMSB delegiert. Und dort kann es f√ľr Audi nochmal richtig dicke kommen. Eine simple Disqualifikation f√ľr¬†Scheider reicht meiner Meinung nach nicht aus, denn letztendlich hat er, nimmt man den Funkspruch dazu, klar im Vorsatz¬†gehandelt. Das ist nicht nur grob unsportlich sondern fahrl√§ssig und daf√ľr muss eine h√§rtere Strafe folgen. Eine Sperre¬†f√ľr mindestens ein weiteres Rennen halte ich f√ľr vorstellbar und nicht unangemessen. Denn zumindestens in der Theorie¬†h√§tte er seinen Kopf benutzen k√∂nnen und dem Funkspruch nicht Folge leisten m√ľssten. In der Hitze des Gefechts d√ľrfte das¬†allerdings leichter gesagt als getan sein. Und damit w√§ren wir auch schon bei Audi. Sollte es dem DMSB nicht gelingen den¬†tats√§chlich “Funkenden” zweifelsfrei zu bestimmen (und somit keine Person bestrafen zu k√∂nnen), bleibt nur eine Strafe f√ľr
Audi als Marke. Und die muss drakonisch ausfallen, allein schon um den Schein der Fairness und Sportlichkeit zu bewahren.

Mercedes wird sicherlich auf eine Bestrafung mit Blick auf die Herstellerwertung dr√§ngen, bzw. kann man das nur hoffen.¬†Denn eine Bestrafung die den sch√§rfsten Konkurrenten um die Fahrerkrone – Mattias Ekstr√∂m – in Mitleidenschaft ziehen¬†w√ľrde, w√§re sportlich unfair und f√ľr das Image der DTM mehr als schlecht. Nicht auszuschliessen ist auch, dass die ganze¬†Sache letztendlich Audi Sportchef Dr. Wolfgang Ulrich den Kopf kosten k√∂nnte, schliesslich wirft der Vorfall ein sehr¬†schlechtes Licht auf die zuletzt so erfolgreiche Marke. Andererseits kann ich wenig Mitleid f√ľr Mercedes empfinden. Wer¬†eine gef√§hrliche Strategie an den Au√üengrenzen des Reglements w√§hlt, muss eben auch mit den Folgen leben k√∂nnen. Toto¬†Wolff wei√ü das. Nicht ohne Grund hat man dem abgeschossenen Pascal Wehrlein nach dem Rennen einen Maulkorb erteilt, so¬†dass es kein TV-Statement von ihm gab. Bei Mercedes wollte man wohl sicherstellen, dass er sich etwas kl√ľger verh√§lt als¬†die Kollegen von Audi. In zeitlich etwas sp√§ter angesiedelten Interviews befindet sich dann Wehrlein vollends auf der¬†Linie Wolff.

Verlierer an diesem verregneten Spielberger Sonntag ist wieder mal der Sport gewesen. Und mittelfristig die DTM als Rennserie. Und BMW. Denn dort war man so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass man denken könnte, es gäbe nur noch 2
Hersteller in der Serie. Keine guten Aussichten f√ľr den Rest der Saison.

Die TU Ilmenau steht vor dem wohl gr√∂√üten Umbau seit 23 Jahren…

(only in german – sorry)

…so beginnt ein Interview in der Th√ľringer Allgemeine vom 03.03.2015 mit dem Rektor der TU Ilmenau¬†Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Dr. h. c. Prof. h. c. mult.¬†Peter Scharff. Anlass f√ľr das Interview sind die Pl√§ne des Rektorates, eine umfassende Strukturreform der Universit√§t durchzuf√ľhren bei der u.a. 11 Lehrst√ľhle wegfallen sollen. Die √úberschrift des Interviews ist in diesem Falle keine √úbertreibung, sondern eine nicht unrealistische Zustandsbeschreibung. Leider ist die ganze Thematik a) sehr komplex und reicht b) zeitlich deutlich weiter zur√ľck, als dies im Interview deutlich wird. Das ist aber kein Vorwurf an den Interviewer sondern schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass sich der gesamte Sachverhalt mit allen bereits get√§tigten (Spar-)Ma√ünahmen und ihrer zeitlichen Abfolge, sowie den Ursachen, nicht sinnvoll in einem Artikel oder Interview abbilden lassen.

Nachdem ein Freund das Interview auf Facebook geteilt hat, habe ich einen Kommentar dazu geschrieben, den ich hier leicht bearbeitet wiedergeben m√∂chte, wohl wissend das mein Kommentar deutliche inhaltliche L√ľcken aufweist und den Sachverhalt ebenso nicht in G√§nze darzustellen vermag.

Soweit ich die Situation √ľberblicke, sind die Pl√§ne des Rektorates die Reaktion auf hochschulpolitische Entscheidungen, die schon vor sehr vielen Jahren getroffen wurden. Genau genommen sind sie eine Kapitulation vor den Implikationen dieser Entscheidungen. Viele Universit√§ten in Deutschland haben in den letzten Jahren alles an Kosten rausgeschwitzt, was sich ohne grundlegende Eingriffe in die Struktur (was am Beispiel der TU Ilmenau¬†die Anzahl der Lehrst√ľhle und damit auch mehr oder weniger die wissenschaftliche Breite ist) herausschwitzen lie√ü.
Allen Beteiligten muss klar gewesen sein, dass der Tag kommen wird, an dem die politisch und wirtschaftlich gewollte Profilbildung und Schwerpunktsetzung (bezogen auf Forschung UND Lehre) der Universit√§ten sich nicht mehr weiter aufschieben lassen wird. Das Druckmittel, um die gr√∂√ütenteils sehr unwilligen Universit√§ten¬†(Freiheit von Forschung und Lehre)¬†zur Aktivit√§t zu bewegen, war von Anfang an das Geld. Zum einen gut getarnt durch Ma√ünahmen wie z.B. die Exzellenzinitiative des Bundes, zum anderen durch zu mindestens fragw√ľrdige Finanzierungskonzepte wie den Hochschulpakt in Th√ľringen. Denn die wissenschaftliche Breite an einer Universit√§t ist nicht mehr erw√ľnscht (z.B. an der Universit√§t Halle). Es soll stattdessen stark spezialisierte und hocheffiziente Ausbildungsst√§tten geben, die Studierende schnell in einer gewissen Qualit√§t dem Arbeitsmarkt zuf√ľhren. Der Zug, um diese grunds√§tzliche Ausrichtung in Frage zu stellen, ist schon lange abgefahren. Das Rektorat der TU Ilmenau tut jetzt das, was es auch schon vor 5, vielleicht sogar 10 Jahren h√§tte tun k√∂nnen oder m√ľssen (genau genommen haben sie sogar schon damit angefangen, nur bisher mit anderen Ma√ünahmen). Sie versuchen, die TU Ilmenau in der jetzigen Qualit√§t als Technische Universit√§t zu erhalten. Und auch wenn das jetzt arg kitschig klingt, ist es meiner Meinung nach ein “Klasse vor Masse” Ansatz. Ich bin mir ziemlich sicher, dass in manchen Erfurter Schreibtischschubladen die Briefb√∂gen mit Technische Hochschule Ilmenau gut bevorratet lagern (meint die “Degradierung” zur Fachhochschule). Ich pers√∂nlich hoffe, dass sie auch da bleiben.

Nichtsdestotrotz sollte das Rektorat die bisher an der TU Ilmenau gelebte Mitbestimmung respektieren und den straffen Zeitplan ggf. dahingehend anpassen. Am Vorhaben an sich wird das nur leider nichts ändern.

 

Wie ein schlechter Home Shopping Kanal. Nur noch schlechter.

(only in german – sorry)

Ich war heute auf der Th√ľringen Ausstellung. Und bevor ich jetzt hier etwas Falsches schreibe, habe ich auf der offiziellen Website kurz nachgelesen, um was es sich dabei eigentlich handelt. Es ist “Th√ľringens gr√∂√üte Verbrauchermesse” (http://www.thueringen-ausstellung.de/index.html) und “Die 25. Th√ľringen Ausstellung hat ein zahlungskr√§ftiges wie anspruchsvolles Besucherpublikum. 41% der Besucher kommen mit einem gezielten Kaufinteresse…” (http://www.thueringen-ausstellung.de/aussteller/verbrauchermesse_infos.html). Vielleicht h√§tte ich mir das vorher einmal durchlesen sollen (zugegebenerma√üen h√§lt die Website derart viele Informationen √ľber die Messe bereit, dass ich es niemandem anderes als mir selbst anlasten kann, das ich mit offensichtlich vollkommen falschen Erwartungen dahin gegangen bin).

Denn Messe und Besucherpublikum hatten eine Sache gemeinsam: anspruchsvoll waren sie beide nicht. Anhand der sich bildenden Menschentrauben war schnell klar, was hier die wa(h)ren Renner (das “h” in Klammern sollte ein Wortwitz werden mit Ware und Renner, naja, online geht eben doch nicht alles so gut wie im real life) sind:

1.) Klob√ľrsten

2.) “innovative” Reinigungsger√§te

3.) mindestens ebenso “innovative” Obst- und Gem√ľseschneideger√§te

Und so kam es, dass ich als Mensch mit einer gewissen Affinit√§t zu Technik und einer gewissen Zuneigung gegen√ľber Innovationen recht schnell¬†mit meiner ersten Ausstellungsdepression zu k√§mpfen hatte. Diese konnte ich gl√ľcklicherweise mit einem wirklich sehr guten Kaffee im Zaum halten, der Innovation des Coffee Bikes sei es gedankt. Doch sp√§testens als ich an einem Stand mit franz√∂sischen M√∂beln, die in Frankreich gefertigt und von einer franz√∂sischen Firma¬†aus Frankreich heraus vertrieben werden, vorbei kam, hatte ich ernsthafte Probleme den Th√ľringen-Bezug herzustellen (nicht das es bei den chinesischen Handyh√ľllen, dem Schweizer Bergk√§se oder dem amerikanischen Patentrasentrimmer einfacher gewesen w√§re). Doch die vor Erstaunen √ľber all die fantastischen Produkte sprichw√∂rtlich offenen M√ľnder der Generation 50+ sprachen eine ganz eigene Sprache. Nur leider nicht meine.¬†Zielgruppenmarketing at its best. Das hatte auch die Th√ľringer CDU verstanden. Frei nach dem Motto, wenn der W√§hler nicht zu uns kommt, kommen wir eben zu ihm, war die CDU mit prominenter Mannschaft aufgelaufen (u.a. Mohring, Lieberknecht). Offensichtlich f√ľhlte sie sich in diesem bedeutungs- und inhaltslosen¬†Produktmeer gut aufgehoben und nutze nebenbei die Chance, verst√∂rten Th√ľringerInnen die Welt zu erkl√§ren. Ich habe mich ja immer gefragt, wer eigentlich diese rund 33%¬†CDU W√§hlerInnen sind. Heute habe ich einen Teil davon kennengelernt und es hat mich – wieder einmal – an meinen Landsleuten zweifeln lassen.

Aber wie sagt man neuerdings so sch√∂n ? Es war ja nicht alles schlecht. Und so gab es tats√§chlich auch einige Produkte, die in Th√ľringen hergestellt werden und einige Firmen, deren direkter Bezug zu Th√ľringen nicht abgestritten werden kann. Hungrig und durstig durfte man ebenfalls¬†sein und mit etwas M√ľhe w√§re es sogar m√∂glich gewesen, diese Bed√ľrfnisse rein mit th√ľringischen Erzeugnissen zu stillen. Ausgefuchste Sparf√ľchse h√§tten dies sogar geschafft, ohne einen Pfennig Cent daf√ľr bezahlen zu m√ľssen. Grunds√§tzlich sch√∂n war auch eine Sonderausstellung zum Hubble Weltraumteleskop, wenn gleich es beim Aufbau wohl etwas schnell gehen musste. Ich habe eine ganze Weile gebraucht um festzustellen, dass der Hubble Nachbau falsch herum steht und sich deswegen die Erkl√§rung dazu so schlecht lesen l√§sst. Der Bezug zu Th√ľringen…ach, wayne.

Sonst noch was ? Nun ja, die Bundeswehr war nat√ľrlich vertreten. Mit einem recht gro√üen Stand, der in deutlich besserem Zustand war, als es die Ausr√ľstung der Truppe zu sein scheint. Weiterhin gab es wunderbare, handgemachte Holzm√∂bel. Aus Th√ľringen. Einen VW XL1 (der ist wirklich verdammt klein). Und eine hysterische Tortenversteigerung.

Zum Abschluss gibt es noch ein ganz dickes Minus f√ľr die Messe Erfurt, bzw. genauer gesagt f√ľr ihre elektronischen Informationstouchscreens. Diese¬†begr√ľ√üten mich zun√§chst mit einer akzeptablen Oberfl√§che (weder h√ľbsch noch intuitiv), doch das √§nderte sich sehr schnell. Nach Auswahl eines Men√ľpunktes auf der linken Seite des Bildschirms wurde ich schlagartig in die 90er Jahre zur√ľck versetzt. Der linke Teil des Bildschirms blieb erhalten und im rechten Teil des Bildschirms √∂ffnete sich frame-artig die auf Schriftgr√∂√üe minus 7 zusammengequetschte Website der Erfurter Messe. Ich hielt das erst f√ľr einen Witz, dann f√ľr einen Bedienfehler meinerseits. Leider war es aber die traurige Realit√§t. Was erwartet man von einem Informationsterminal auf zumeist un√ľbersichtlichen Messen ? Richtig. Schnelle, √ľbersichtliche und leicht verst√§ndliche Informationen wo sich was befindet. Hier gab es nichts davon. Das passte dann doch wieder zum Rest der Th√ľringen Ausstellung.

 

Vorw√§rts M√§nner, wir m√ľssen zur√ľck !

(only in german – sorry)

Die letzte Woche der Th√ľringer Lokalpolitik war gepr√§gt von Uneinigkeit. Uneinigkeit in Bezug auf eigentlich alles.

Ganz besonders uneinig waren sich aber die etablierten Medien bei der Frage, ob #r2g (so die neul√§ndische Abk√ľrzung f√ľr rot-rot-gr√ľn inkl. vorangestellter Raute zur Markierung als sog. Hashtag (hat nichts mit der Position von schwarz-rot in Sachsen-Anhalt zum Thema Legalisierung von Cannabis zu tun)) jetzt einen echten Politikwechsel umsetzt oder nur l√§ngst ausgetretene Pfade weiter beschreitet. Nur im Ergebnis war man sich einig, n√§mlich, dass das alles nichts bringt.

Die 100-Tage-Schonfrist scheint offensichtlich f√ľr “linkere” Regierungen nicht zu gelten.

So kam es, dass die Th√ľringer Allgemeine den gr√∂√üten Verwaltungsumbau im Freistaat Th√ľringen seit der Wende 1990 glaubte entdeckt zu haben. Frei nach dem Motto, neue Besen kehren gut. Dem oder den RedakteurInnen schien sich dabei kein Konzept zu erschlie√üen, so dass das knallharte Fazit lautete: Chaos (nein, Anarchie darf als Fazit erst nach 100 Tagen Amtszeit verwendet werden).

Aus etwas gr√∂√üerer Entfernung (im Vergleich zur TA) betrachtet, schien sich ein v√∂llig anderes Bild zu ergeben. So kam der MDR, f√ľhrende, meinungsbildende Instanz in Mitteldeutschland *h√ľstl*, zu dem Schluss, dass seit (darf man “Macht√ľbernahme” guten Gewissens kurz nach dem 70. Befreiungstag des Konzentrationslagers Auschwitz schreiben ? Ich glaube nicht. (sehr guter DLF Kommentar)) √úbernahme der Regierungsgesch√§fte durch #r2g praktisch nichts passiert sei. Das Fazit lautete dann auch dementsprechend: wann gehts richtig los ?¬†Nun, dann hat sie wenigstens etwas mit der Vorherigen gemeinsam.¬†(√§hnlicher Tenor =>¬†Link => Freitag 30.01., 3 – 6 Uhr, Beitrag “Viel L√§rm um nichts”).

Und das bringt uns direkt zu Mike “ich mach was mit Medien” Mohring. Der Th√ľringer Oppositionsf√ľhrer tauchte so oft in mehr oder weniger journalistischen Erzeugnissen auf (Link 1 / Link 2 / Link 3 / Link x), dass man meinen k√∂nnte, er sei Teilnehmer des Dschungelcamps (wobei ich hoffe, dass das unter seiner G√ľrtellinie w√§re). Man fragt sich, woher er all die Zeit nimmt. Schlie√ülich muss ja irgend jemand die ganzen Antr√§ge schreiben, mit denen die CDU das Plenum bombardierte. Doch am Ende des Tages wird auch hier nur mit Wasser gekocht, so dass der dritte geplante Plenumstag kurzerhand mangels Themen / Inhalten ins Wasser viel. Dieses traf direkt auf die ohnehin schon warmgelaufenen M√ľhlen der “die Regierung tut¬†nichts” Schreiberlinge und produzierte noch mehr Nichts.

Dar√ľber, dass man ein 16 Jahre lang tot gerittenes Pferd nicht in 2 Monaten wiederbelebt, hab ich nichts gelesen.

Mein Therapeut sagt, ich soll positiver denken. Daher zum Abschluss noch eine gute kommunale Nachricht. Die Abfallwirtschaft im Ilmkreis befindet sich, nach vorausgegangenem B√ľrgervotum (Vorsicht: direkte Demokratie. Zu Risiken und Nebenwirkungen…na sie wissen schon.), wieder vollst√§ndig in √∂ffentlicher Hand. Keine allt√§gliche Geschichte, aber eine, die nach Wiederholung (Th√ľringer Meer) schreit.

Es bleibt spannend…

(only in german – sorry)

Ich glaube, ich habe noch nie auf diesem kleinen Blog √ľber Th√ľringer Lokalpolitik geschrieben. Falls doch, dann h√∂chstens am Rande. Warum also diesmal ?

Nun – die letzten rund 14 Tage waren doch recht spannend im kleinen L√§ndle Th√ľringen. Um die mehr oder weniger wichtigen Geschehnisse zu verfolgen, musste ich noch nicht einmal das Haus verlassen. Genau genommen h√§tte ich mich nicht mal von der Couch erheben m√ľssen. Denn der aufregendste Teil lie√ü sich prima im Internetz verfolgen.

Doch von vorn. Nach 16 Jahren CDU Herrschaft regiert inzwischen ein gewisser Hr. Ramelow, seines Zeichens Parteig√§nger der Partei Die Linke, im Bratwurstland. Folgte dem Votum der W√§hlerInnen zun√§chst eine lange Phase von Sondierungsgespr√§chen und Koalitionsverhandlungen, teilweise begleitet entweder von Demonstrationen gegen Die Linke (bzw. ihre Vergangenheit) und der sich am Horizont anbahnenden Koalition mit SPD und Gr√ľnen, oder den hier und da ge√§u√üerten Bef√ľrchtungen, dass es a) bald keine Bananen mehr g√§be, b) die Grenzen zu den angrenzenden Bundesl√§ndern geschlossen w√ľrden und c) Herrn Ramelows erste Amtshandlung im Ausrufen einer R√§terepublik best√ľnde. Doch die DemonstrantInnen verschwanden genauso schnell wie sie kamen (Ger√ľcht: einige zogen nach Dresden weiter) und Bananen gibt es immer noch.

Denn entgegen allen Bef√ľrchtungen tat der neue Ministerpr√§sident erstmal etwas Unerwartetes: er z√ľndete eine mediale Nebelgranate namens Ramelow & Co, ausgestrahlt auf Salve.Tv, einem Lokalsender, dessen Reichweite (sorry no offense) geringer ist (bzw. geringer war), als die Akkulaufzeit eines handels√ľblichen Smartphones. Die Blendwirkung war indes so hoch, dass sich sogar die FAZ¬†(und sie war bei weitem nicht die einzige) zu einer Berichterstattung hinrei√üen lies. Doch wie schrieb Churchill in seiner Autobiografie sinngem√§√ü: ist der Skandal vor dem Auge des Menschen nur gro√ü genug, kannst du hinter seinem R√ľcken ein U-Boot vorbeischmuggeln (das Zitat war irgendwie anders, aber den Sinn trifft es auch so). Denn w√§hrend sich Steffen-Claudio Lemme, die Th√ľringer Allgemeine (oder sollte ich lieber schreiben das Medienmonopol der Zeitungsgruppe Th√ľringen (ZGT)), die CDU und jetzt gezwungenerma√üen auch die Landesmedienanstalt mit Ramelows “Staatsfernsehen” besch√§ftigen, schmuggelte die neue Regierungskoalition gleich mehrere U-Boote durch Th√ľringen.

So soll die¬†Finanzierung der Kommunen¬†mit einem signifikanten Geldbetrag verbessert werden. Dazu wird eine noch kurz vor knapp vom ehemaligen CDU Finanzminister get√§tigte Sondertilgung auf Landesschulden zur√ľckgenommen, was der Regierung einen R√ľcklagenspielraum von nicht schlechten 328 Millionen EUR einbringt. Weiterhin erm√∂glichte¬†man CDU Frau Walsmann nicht die Reise in den EU-Ausschuss der Regionen nach Br√ľssel. Und neben einigen anderen Dingen, die ich zu faul bin rauszusuchen, wurde auch die geplante Abschaltung der V-Leute vorangetrieben. Ich halte das f√ľr eine gute Idee. Diese Reportage hat mich darin best√§rkt. Oft kann ich sie allerdings nicht schauen. Mir wird dann immer schlecht und ich habe das Bed√ľrfnis, in meinen Aluhut zu kotzen. Doch da sich der Nebel nur langsam lichtet, erhielten alle diese Ma√ünahmen nur die oben beschriebene Smartphone-Akkulaufzeit-Medienaufmerksamkeit (√úbersetzung: geringe Aufmerksamkeit).

Und so geschah es, dass ich sogar Mike Mohring, u.a. Landesvorsitzender der CDU, recht geben musste, als er die zu erwartenden 5 Jahre Opposition eher als Marathonlauf anstatt eines 100m Laufes f√ľr seine Partei beschrieb. Denn offensichtlich ist – zu mindestens zum jetzigen Zeitpunkt – nicht einmal bei der Th√ľringer Wirtschaft, etwas von der oft heraufbeschworenen Angst vor Ramelow und den Linken √ľbrig geblieben. Und w√§hrend die Kl√ľgeren in der CDU jetzt hoffentlich den Realit√§tsabgleich¬†mit ihrer Oppositionsrolle machen, gl√§nzt¬†einer der “f√§higsten” Parteikollegen von Mohring derweil weiter auf bekanntem Niveau.

Was sonst noch passiert ist ? Mutige StudentInnen haben einen Vortrag des stellvertretenden AfD Bundesvorsitzenden Alexander Gauland an der Erfuter Uni verhindert und Pr√§sident Walter Bauer-Wabnegg, ehemaliger Inhaber des bemerkenswerten Lehrstuhls f√ľr Multimediales Erz√§hlen (Bauhaus Universit√§t Weimar), war mittendrin statt nur dabei. Offensichtlich kann er besser deeskalieren, als spannende Reden zu halten. Jeder der ihn als Staatssekret√§r erleben musste, wei√ü wovon ich spreche. Leider war er nur wenige Tage sp√§ter nicht zur Stelle (wobei das nur eine k√ľhne Vermutung meinerseits ist), als sich der Erfurter Ableger von PEGIDA und die entsprechenden Gegendemonstranten in der Stadt trafen. √úber das Geschehen gibt es unterschiedliche Berichte – Link 1 / Link 2. Doch bei der allgemeinen Gewaltbereitschaft ist Th√ľringen (wieder mal) Vorreiter. Schade. Ein Bild auf Twitter spricht mir dazu ziemlich aus dem Herzen.

Den Abschluss bilden dann noch einmal Mike Mohring und Bodo Ramelow.¬†Letzterer hat seine¬†Abgeordnetenimmunit√§t bereits verloren, damit die √ľberlastete s√§chsische Justiz gegen ihn (weiter) ermitteln kann. Ersterer muss zun√§chst weiter auf das Befinden √ľber sein Schicksal warten. Fest steht nur eines: beide befinden sich in seltsamer Gemeinschaft politisch motivierter Vorw√ľrfe / Handlungen.

 

 

 

Ich habe ein neues Wort erfunden: der / die Kaufpate / Kaufpatin / Kaufpaten

(only in german – sorry)

Ich habe ein neues Wort erfunden:

der Kaufpate oder die Kaufpatin

Aussprache: [ka äŐĮfňąpaňźt…ô] oder [ka äŐĮfňąpaňźt…™n] oder¬†[ka äŐĮfňąpaňźtnŐ©]

Definition: Der Kaufpate oder die Kaufpatin ist eine (oder mehrere) dritte Person(en), die bei einem Tausch-, Handels- oder Kaufgesch√§ft zwischen Verk√§uferIn und K√§uferIn auf Seiten des K√§ufers / der K√§uferin anwesend ist/sind und diese/n inhaltlich und moralisch in der Kaufsache unterst√ľtzt. ¬†H√§ufig werden Kaufpaten bei Gesch√§ften mit gr√∂√üerem finanziellen Volumen oder gesteigerter inhaltlicher Bedeutung hinzugezogen (keine Alltagsgesch√§fte).

Dokumentation: Verschwörung gegen die Freiheit (ZDF) РDownload

(only in german – sorry)

Das ZDF hat eine zweiteilige Dokumentation mit dem Titel “Verschw√∂rung gegen die Freiheit” gezeigt. Sie¬†zeigt Hintergr√ľnde und politische Folgen der weltweiten √úberwachungsprogramme. Ich finde die Doku recht gelungen und stelle sie daher hier als Download zur Verf√ľgung (bis die erste Abmahnung kommt). Bezahlt hab ich (die Doku) dank meiner GEZ-Geb√ľhren schon.

>>> Download РVerschwörung gegen die Freiheit РTeil 1

>>> Download РVerschwörung gegen die Freiheit РTeil 2

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