Warum die Bahn immer noch unfÀhig ist

2016-10-05-18-56-08(only in german – sorry)

Ich habe schon lange nicht mehr ĂŒber die Deutsche Bahn geschrieben. HauptsĂ€chlich weil ich in letzter Zeit primĂ€r Auto gefahren bin. Woran die Bahn nicht ganz unschuldig ist, zumindestens was ihre ServicequalitĂ€t und PĂŒnktlichkeit aus dem Jahre 2015 angeht. Aber neues Jahr, neues GlĂŒck und in 2016 gab es bisher wenig Grund zur Klage.

Heute allerdings hat die Bahn wieder einmal gezeigt, dass man immer noch ein Kandidat fĂŒr “fix the basics” ist. Was war passiert ? Nun, nichts Außergewöhnliches und genau das macht es so schlimm. Eine Rollstuhlfahrerin inklusive 2 Begleitpersonen wollte den ICE 729 besteigen und hatte fĂŒr ihre Reise entsprechende SitzplĂ€tze in Wagen 25 reserviert. Dumm nur, dass der Zugbegleiter offensichtlich weder wusste wo sich Wagen 25 noch der speziell fĂŒr RollstuhlfahrerInnen konzipierte Bereich befindet. Also wurde die Dame mit Hilfe der recht rustikalen Einstiegsrampe in den Gang zwischen Wagen 23 und 22 befördert, wo sie auch den Rest der Reise verbringen sollte. Übrigens sollten auch ihre 2 Begleitpersonen stehen (bleiben). Bereits zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir – what the fuck – der Zug fĂ€hrt bis 300km/h und schaukelt dabei recht ordentlich, das kann der Zugbegleiter nicht ernst meinen. GlĂŒcklicherweise stĂŒrmte genau in diesem Moment seine wesentlich jĂŒngere Kollegin herbei und erklĂ€re mit schlichten aber eindringlichen Worten, dass die Rollstuhlfahrerin an ihrem jetzigen Aufenthaltsort nicht bleiben kann. Welch Wunder ! Also wurde erneut die rustikale Rampe organisiert, die Rollstuhlfahrerin aus dem Waggon bugsiert, zu ihrem eigentlich Waggon gebracht und dort – natĂŒrlich wieder mit der rustikalen Rampe – in den Zug befördert. Und schwups hatte der ICE 10 Minuten VerspĂ€tung (UnfĂ€higkeit wird bei der Bahn ĂŒbrigens mit “VerspĂ€tung eines vorausfahrenden Zuges” ĂŒbersetzt – siehe Bild).

Vielleicht gehts nur mir so, aber an Stelle der Rollstuhlfahrerin wÀre ich mir ganz schön verarscht vorgekommen.