Schlechter Service von seiner besten Seite – eine Reise in der 1. Klasse der Deutschen Bahn

(only in german – sorry)

Zunächst ein kleines Vorwort: im folgenden Beitrag werden Erbsen gezählt und Kleinigkeiten hochstilisiert. Der oder die Lesende möge dies bitte bedenken.


Ich fahre selten 1. Klasse. Genau genommen eigentlich nie, da ich es unter den Gesichtspunkten Servicequalit√§t / Mehrwert / Kosten f√ľr extremste Geldverschwendung halte. Au√üer nat√ľrlich, mein Bahn Bonus Punktekonto hat wieder einmal schwindelerregende H√∂chstst√§nde zu verzeichnen und ich auf der Suche nach einer sinnvollen Pr√§mie (abgesehen von den Spendenm√∂glichkeiten) am 500 Punkte teuren “Upgrade in die 1. Klasse” nicht vorbeikomme. Das liegt u.a. daran, dass der Einl√∂se- und Buchungsprozess f√ľr diese Pr√§mie so herrlich einfach ist. Daf√ľr ein Lob an die Bahn.

Die bereits erw√§hnten H√∂chstst√§nde sorgen also daf√ľr, dass ich in letzter Zeit doch √∂fters 1. Klasse fahre. Leider reift in mir immer mehr die Erkenntnis, dass selbst die 500 Bahn Bonus Punkte daf√ľr zu schade sind. Das hat im Wesentlichen 2 Gr√ľnde:

1.) Ein Ticket der 1. Klasse beinhaltet eine Sitzplatzreservierung. Soweit so gut. Dumm nur, wenn der komplette Zugteil feht, in dem sich der reservierte Sitzplatz befindet. F√ľr einen gescholtenen Bahnfahrer ist das nichts Ungew√∂hnliches und ehrlich gesagt habe ich sogar ein gewisses Ma√ü an Verst√§ndnis daf√ľr, dass das eben mal passieren kann. Wof√ľr ich hingegen kein Verst√§ndnis habe ist, dass weder Anzeigetafel noch Durchsage am Bahnhof diese Tatsache erw√§hnten. Wenigstens eine Durchsage im Zug h√§tte ich erwartet, eigentlich nicht zu viel verlangt f√ľr ein Ticket, dessen zu mindestens theoretischer Preis bei 209,- EUR lag. Bekommen habe ich eine flappsige Aussage der Zugbegleiterin, dass es der 2. Zugteil heute nicht geschafft h√§tte. Ach und √ľbrigens, dass WLAN hat es heute auch nicht geschafft.

2.) Die Ost-Verschw√∂rungstheorie! Kennt ihr das? Bedienung am Platz, kleine Snacks, manchmal wird mir sogar die Zeitung gereicht. Standard in der 1. Klasse. Im ICE Sprinter, irgendwo zwischen NRW, Hessen und Bayern klappt das ganz gut. Kaum steige ich aber in einen der ICE¬īs ab Frankfurt in Richtung Osten – denkste! Zun√§chst mal gibt es keine Snacks. Zeitungen je nach Vorrat, mei√ütens aber eher d√ľrftig bis gar nicht. Und Bedienung am Platz? Wenn ich Gl√ľck habe, verirrt sich ein Zugbegleiter mehr oder weniger kurz vor oder nach Fulda aus diesem Zwecke in die 1. Klasse. Zur Erinnerung – von Frankfurt Hbf bis Fulda f√§hrt der Zug ziemlich genau eine Stunde.

Und wo ist jetzt die Verschw√∂rung? Nun, bereits als Reisender der Holzklasse konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es in den Z√ľgen gen Osten gern ein bisschen weniger sein darf.¬† Zum Beispiel weniger Zugbegleiter, weniger (keine) Ansagen auf Englisch, weniger Warten auf Anschlussz√ľge. Das setzt sich also tats√§chlich bis in die 1. Klasse fort und macht mich nachdenklich. Sind alle Reisende in Richtung Osten Passagiere 2. Klasse? Sind das √úberbleibsel des Sozialismus, der klassenlosen Gesellschaft der Arbeiter und Bauern?

Ich wei√ü es nicht. Was ich aber inzwischen wei√ü ist, dass im ICE Sprinter mind. 3 Zugbeleiter sich um Passagiere der 1. Klasse k√ľmmern. Nach meinem Empfinden mehr oder weniger exklusiv. In meinem ICE gen Osten war es genau ein Zugbegleiter, der nicht exklusiv daf√ľr abgestellt war. Ich bezahle also 500 Punkte oder das Doppelte meines normalen Fahrpreises f√ľr einen Service, den ich dann nur auf 50% meiner Reise tats√§chlich bekomme.

Lustigerweise flatterte vor wenigen Tagen die kostenlose Probe-Bahncard 50 f√ľr die 1. Klasse in Haus…ich glaube, so wird das nix mit uns liebe Bahn.


Update: Nach einer kleinen Beschwerde beim Kundendialog der Bahn habe ich meine 500 Bahn Bonus Punkte gutgeschrieben bekommen.

Differenzierte Flexpreise Рwarum dein ICE plötzlich teurer ist

(only in german – sorry)

Wer viel Bahn fährt und seine Tickets häufig online kauft, kennt das sicherlich. Ich jedenfalls klicke mich praktisch blind durch den Buchungsvorgang. Auch dem Preis schenke ich keine große Beachtung. Meine Verbinungen sind immer gleich teuer, Sparpreise gibt es entweder aufgrund der Auslastung oder durch die Nutzung eines ICE-Sprinters nie.

K√ľrzlich allerdings passierte das Unglaubliche. Meine √ľbliche Verbindung war pl√∂tzlich teurer geworden. Also noch teurer als sonst. Und das innerhalb von 2 Tagen. Dienstags fuhr ich noch f√ľr 62,50 EUR (mit BC50 Rabatt) von Erfurt nach D√ľsseldorf. Donnerstags kostete die Fahrt von D√ľsseldorf nach Erfurt pl√∂tzlich 64,25 EUR (ebenfalls mit BC50 Rabatt). Eine Woche vorher hatte ich – genau wie f√ľr die Hinfahrt – noch 62,50 EUR bezahlt.

Was war passiert? Hatte ich eine neuerliche Preiserh√∂hung im Fernverkehr verschlafen? Den falschen Zug ausgew√§hlt? Die goldene Klosch√ľssel dazu bestellt?

Nun, wie sich nach der Kontaktaufnahme mit dem Twitter Team der Bahn herausstellte, hatte ich alles richtig (n√§mlich so wie immer) gemacht. Aber die Bahn hat – zumindestens f√ľr mich heimlich, still und leise – ein System namens differenzierter Flexpreis eingef√ľhrt. Ich darf an dieser Stelle einmal zitieren:

Die DB weitet zun√§chst f√ľr ein Jahr ihren Test zum differenzierten Flexpreis national aus. Seit August testet die DB auf den Strecken Frankfurt/Main‚ÄďK√∂ln und M√ľnchen‚ÄďN√ľrnberg Flexpreise, die sich tageweise in der H√∂he leicht unterscheiden. Mit dem Test untersucht die DB, ob durch unterschiedliche Preish√∂hen im Flexpreis mehr Fahrg√§ste gewonnen und eine bessere Lenkung der Nachfrage erreicht werden k√∂nnen.

http://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/12276904/p20160930.html?dbkanal_006=L01_S01_D001_KTL0005_dialog-standard_LZ01

Puhhh, da musste ich erstmal tief durchatmen. Ruinieren mich die 1,75 EUR mehr? Nein, auf keinen Fall. Frustrieren mich die 1,75 EUR? Aber ja doch!

Und daf√ľr gibt es gleich mehrere Gr√ľnde. Rechne ich den Preis ohne BC50 Rabatt ganz platt um, schafft es die Bahn doch tats√§chlich auf (gerundete) 0,31 EUR pro Kilometer. Das ist schon krass wenn man bedenkt, dass der offizielle Auto-Verrechnungssatz in Deutschland bei 0,30 EUR/km liegt. Und dann w√§re da die Sache mit dem “mehr Fahrg√§ste gewinnen”. Wenn die Verbindung Frankfurt/Main – K√∂ln eine Sache nicht gebrauchen kann, dann sind es (noch) mehr Fahrg√§ste. Zu den Hauptverkehrszeiten sind die ICEs rappelvoll, manchmal mehr als das.

Bleibt noch die “bessere Lenkung der Nachfrage”. Nun liebe Bahn, wie viele andere Unternehmen auch, kennt ihr eure Kunden nicht allzu gut. Ihr versucht sie gerade mit verschiedenen Ma√ünahmen kennenzulernen. Das finde ich gut. Aber auf der Verbindung Franfurt/Main – K√∂ln k√∂nnt ihr euch das sparen. Jeder Blinde mit Kr√ľckstock erkennt, dass die Leute in dem ICE nicht zum Spa√ü durchs Land fahren. Sondern 98% sind pendelnde Gesch√§ftsreisende oder gesch√§ftsreisende Pendler. Und deren Nachfrage k√∂nnt ihr mit 1,75 EUR nicht lenken. Die benutzen die Z√ľge, weil die ziemlich gut ins deutsche Arbeitsbeginn- / Feierabendschema passen. Ihr k√∂nnt doch nicht ernsthaft annehmen, dass diese Leute wegen 1,75 EUR eine andere Verbindung nehmen?!? Meine k√ľhne Vermutung ist, dass 90% der Leute ihre Fahrscheine nicht einmal selbst bezahlen (sondern ihre ArbeitsgeberInnen). Und die 10%, die ihre Fahrscheine selbst zahlen (so wie ich), ver√§rgert ihr mit einem kleinen, unn√∂tigen Detail.

Man könnte auch sagen, gleiche Leistung zu einem höheren Preis. Was soll das?

Warum die Bahn immer noch unfähig ist

2016-10-05-18-56-08(only in german – sorry)

Ich habe schon lange nicht mehr √ľber die Deutsche Bahn geschrieben. Haupts√§chlich weil ich in letzter Zeit prim√§r Auto gefahren bin. Woran die Bahn nicht ganz unschuldig ist, zumindestens was ihre Servicequalit√§t und P√ľnktlichkeit aus dem Jahre 2015 angeht. Aber neues Jahr, neues Gl√ľck und in 2016 gab es bisher wenig Grund zur Klage.

Heute allerdings hat die Bahn wieder einmal gezeigt, dass man immer noch ein Kandidat f√ľr “fix the basics” ist. Was war passiert ? Nun, nichts Au√üergew√∂hnliches und genau das macht es so schlimm. Eine Rollstuhlfahrerin inklusive 2 Begleitpersonen wollte den ICE 729 besteigen und hatte f√ľr ihre Reise entsprechende Sitzpl√§tze in Wagen 25 reserviert. Dumm nur, dass der Zugbegleiter offensichtlich weder wusste wo sich Wagen 25 noch der speziell f√ľr RollstuhlfahrerInnen konzipierte Bereich befindet. Also wurde die Dame mit Hilfe der recht rustikalen Einstiegsrampe in den Gang zwischen Wagen 23 und 22 bef√∂rdert, wo sie auch den Rest der Reise verbringen sollte. √úbrigens sollten auch ihre 2 Begleitpersonen stehen (bleiben). Bereits zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir – what the fuck – der Zug f√§hrt bis 300km/h und schaukelt dabei recht ordentlich, das kann der Zugbegleiter nicht ernst meinen. Gl√ľcklicherweise st√ľrmte genau in diesem Moment seine wesentlich j√ľngere Kollegin herbei und erkl√§re mit schlichten aber eindringlichen Worten, dass die Rollstuhlfahrerin an ihrem jetzigen Aufenthaltsort nicht bleiben kann. Welch Wunder ! Also wurde erneut die rustikale Rampe organisiert, die Rollstuhlfahrerin aus dem Waggon bugsiert, zu ihrem eigentlich Waggon gebracht und dort – nat√ľrlich wieder mit der rustikalen Rampe – in den Zug bef√∂rdert. Und schwups hatte der ICE 10 Minuten Versp√§tung (Unf√§higkeit wird bei der Bahn √ľbrigens mit “Versp√§tung eines vorausfahrenden Zuges” √ľbersetzt – siehe Bild).

Vielleicht gehts nur mir so, aber an Stelle der Rollstuhlfahrerin wäre ich mir ganz schön verarscht vorgekommen.

Ein ICE Ticket ohne City-Ticket

(only in german – sorry)

Das Twitter Team der Deutschen Bahn (@DB_Bahn) hat es sicherlich nicht leicht. Es muss nicht nur unz√§hlige Fragen von Reisenden, die im Tarif- und Servicedschungel der Bahn untergegangen sind, beanworten, sondern auch recht h√§ufig den in Form von w√ľtenden Tweets kundgetanen √Ąrger von Reisenden ertragen. Dabei ist das Twitter Team die mit Abstand f√§higste Einheit im Konzern der Deutschen Bahn. Meine Fragen wurden immer schnell und kompetent beantwortet.

So auch gestern, als ich mich fragte, warum mein 42,- EUR teures, ICE Bahncard 50 Ticket kein Cityticket enthielt. Denn das Cityticket ist an sich eine sch√∂ne Sache. Man muss sich in fremden St√§dten keine Gedanken √ľber den Tarifdschungel des √∂rtlichen Nahverkehrs machen, denn das ICE Ticket mit Cityoption gilt als Fahrschein bis zum Zielort innerhalb einer Stadt. Meine naive Annahme war, dass dies auch auf die Stra√üenbahnlinie vom Schnell-Fahrstrecken-Bahnhof Siegburg/Bonn nach Bonn Hauptbahnhof zutrifft. Denn das ist schliesslich die einzige Existenzberechtigung dieser Stra√üenbahnlinie – die Verbindung zwischen dem Bonner Hauptbahnhof, der nicht an das 300km/h ICE Netz angebunden ist, und dem Siegburger Bahnhof.

Doch dem war nicht so. Die grunds√§tzlichen Voraussetzungen (nachzulesen hier: http://www.bahn.de/p/view/bahncard/vorteile/cityticket.shtml)¬†hatte ich erf√ľllt. Also musste das vrsbonnsiegburgTwitter Team Licht ins Dunkel bringen. Und das taten sie dann auch (siehe Bild). Ich hatte zwar keine Ahnung was die genauen Ausdehnungen von Tarifgebiet 2600 sind, aber der Zusatz Stadtgebiet Bonn sagte mir, dass Siegburg/Bonn wohl nicht dazu geh√∂rt. Dumm. Ich gebe zu, dass es sich hierbei um eine Kleinigkeit handelt, die in keinem Verh√§ltnis zu den vielen gro√üen Problemen steht, die die Bahn hat. √Ąrgerlich bleibt es trotzdem und ein weiteres Indiz daf√ľr, dass die ICE Schnellfahrstrecken mehr ein Prestigeprojekt sind / waren anstatt eines Mobilit√§tsf√∂rderers.

 

Eisenbahnromantik

(only in german – sorry)

Dank meines liebsten politischen Twitterers @wahl_beobachter bin ich auf die beiden Twitterinnen @KrohnCaroline und @KatringoesTria aufmerksam geworden, die unter http://eisenbahnromantik.wordpress.com einen wundersch√∂nen Blog unter der √úberschrift “Unter Zugzwang ‚Äď die allt√§gliche Eisenbahnromantik ‚Äď wir genie√üen das Leben in vollen Z√ľgen.” betreiben (eine sehr treffende √úberschrift wie ich √ľbrigens finde).

Ich habe keine Zeit verschwendet und mich gleich mal mit einem Gastbeitrag aus meinem Bahncard 100 Experiment angebiedert ;-). Also schaut mal rein….ach ja, auf Twitter sind sie unter @Eisenbahnromant zu finden.

Eine Fahrradtour auf der neuen ICE Schnellfahrstrecke Ilmenau – Arnstadt – Erfurt – Teil 2

(only in german – sorry)

Knappe 5 Jahre hat es gedauert, bis ich endlich den zweiten Teil meiner Fahrradtour auf der neuen ICE Schnellfahrstrecke machen konnte (zum ersten Teil geht es hier: http://www.hyperpac.de/?p=1662). Während ich beim letzten Mal von Ilmenau (Langewiesen) bis nach Arnstadt gefahren bin, habe ich diesmal den Teil Erfurt Hauptbahnhof bis Arnstadt in Angriff genommen (siehe Karte).

Und in den vergangenen 5 Jahren hat sich einiges getan. An der gesamten ICE Strecke wird heftig gebaut, schliesslich soll bereits im Jahr 2015 der Testbetrieb und ein Jahr sp√§ter der Regelbetrieb starten. Auf einem gro√üen Teil der Strecke sind bereits die Betonfundamente f√ľr den Gleisk√∂rper angebracht auf dem es sich – trotz kleinerer Spalten – hervorragend fahren l√§sst. An einigen Stellen liegen auch schon Gleise, die behindern aber beim Fahren nicht. Als Einstiegspunkt habe ich den Abzweig der bisherigen von der neuen ICE Strecke gew√§hlt, kurz vor Erfurt Bischleben. Die dort neu gebaute Eisenbahnbr√ľcke in der Farbe blau (weithin sichtbar) ist ein idealer Ausgangspunkt. Startet man also ab hier Richtung S√ľden (Arnstadt / Ilmenau), erlebt man nur wenige hundert Meter sp√§ter das erste, kleine Abenteuer. Ein ca. 300-400m langer Tunnel der nur darauf wartet, durchfahren zu werden. Lustigerweise habe ich ungef√§hr in der H√§lfte des Tunnels einen anderen Fahrradfahrer getroffen der mir entgegenkam. Verr√ľckt.

Danach geht es erstmal l√§ngere Zeit gerade aus, bevor die erste (leider immer noch) blockierte Br√ľcke auf einen wartet. Hier hei√üt es zum ersten Mal Taldurchquerung inkl. Fluss. Der Fluss war dann auch doch etwas tiefer als erwartet. Wer also nicht nass werden will, sollte sich schon mal eine Alternativroute ausdenken. Aufgrund der zahlreichen Baustelleneinfahrten kommt an an vielen Stellen wieder auf die Route zur√ľck.

Unten findet ihr noch ein paar Bilder der Tour !


Bike Trail Part 2 / Fahrradtour Teil 2 auf einer größeren Karte anzeigen

Hier noch einige Bilder von der Tour:

 

Eine Fahrradtour auf der neuen ICE Schnellfahrstrecke Ilmenau – Arnstadt – Erfurt – Teil 1

(this is the german translation of this article – http://www.hyperpac.de/?p=18)

Vor knapp 5 Jahren, im Juli 2008, habe ich eine Fahrradtour auf einem Teil der zuk√ľnftigen ICE Schnellfahrstrecke VDE 8.1 unternommen. Die Tour f√ľhrte mich damals von Ilmenau bis nach Arnstadt – zu einer Zeit, als die komplette Bahntrasse im tiefen Schlaf verweilte. Vor wenigen Tagen habe ich es endlich geschafft (jaja, ich habe 5 Jahre daf√ľr gebraucht) den zweiten Teil der Route zu bereisen. Diesmal von Erfurt Hbf bis nach Arnstadt. Aus diesem Grunde habe ich mich entschieden, den alten Artikel aus dem Jahre 2008 ins Deutsche zu √ľbersetzen (keine Ahnung warum ich das damals auf englisch geschrieben habe) und ein paar kleine Editierungen vorzunehmen. In wenigen Tagen folgt dann auch der Bericht vom zweiten Teil der Tour. Viel Spa√ü beim Lesen !

Erstmals veröffentlicht am 11.09.2008:

Die Deutsche Bahn AG baut momentan an einer neuen ICE Strecke von Erfurt nach N√ľrnberg. Wenn die Strecke im Jahr 2017 fertig gestellt ist, wird sich die Reisezeit zwischen Berlin und M√ľnchen auf etwas unter 4 Stunden verk√ľrzen. Momentan dauert es ungef√§hr 8 Stunden. Das Projekt wurde im Jahr 1996 gestartet, 1999 unterbrochen und erst 2002 fortgef√ľhrt.

Mehr Informationen zur Strecke gibt es bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2%80%93Erfurt

Die Strecke passiert Ilmenau im Osten und ist bis Erfurt fast fertiggestellt. Es fehlen nur noch der Oberbau, Fundamente und Gleise. Ein paar Kilometer s√ľdlich von Ilmenau – in dem kleinen Ort Langewiesen – endet die Strecke momentan. Dort wird eine riesige Br√ľckenkonstruktion das Tal √ľberspannen, die sich momentan allerdings noch im Bau befindet.

Ich habe die Baustelle viele Male besucht und dabei ist mir die Idee gekommen, dass es eine hervorragende Route f√ľr eine Fahrradtour w√§re. Ich habe einige Abschnitte mit meinem Fahrrad getestet und kam zu der Erkenntnis, dass eine Tour von Ilmenau (Langewiesen) bis Erfurt eine gute Vorbereitung braucht. Nahezu alle Br√ľcken und Tunnel sind blockiert, so dass man entweder durchs Tal oder √ľber den jeweiligen Berg fahren muss. Klingt anstrengend – und das ist es auch – doch das viel gr√∂√üere Problem ist, dass es keine direkten Wege durch die T√§ler bzw. √ľber die Berge gibt. Bei meinen Testfahrten habe ich mich mehrmals verfahren und damit war klar, dass es ohne eine Karte nicht gehen wird. Ich habe mich schliesslich dazu entschlossen, mir mit Hilfe von Google Earth einen Gesamt√ľberblick zu verschaffen. Das hat sich auch als notwendig herausgestellt. Au√üerdem habe ich mir eine Garmin Forerunner 205 GPS Uhr besorgt, mit deren Hilfe ich die Tour nachverfolgen konnte. Das Ergebnis seht ihr auf der Google Earth Karte unten.

Die Strecke selbst ist eine Kombination aus groben und etwas feinerem Schotter. Die Fahrt auf Ersterem war am Anfang etwas schwierig und erforderte eine ordentliche Stabilität am Lenker. Auf Zweiterem war die Fahrt dann wesentlich komfortabler, allerdings auch bedeutend langsamer.

Ich war hoch motiviert als ich die Tour an einem sonnigen Tag Ende Juli startete. Allerdings hatte ich eine Sache untersch√§tzt – das Wetter. Mit knapp 35 Grad war es viel zu hei√ü f√ľr eine Tour wie diese. Normalerweise mag ich Radfahren wenn es hei√ü ist, aber das Hoch und Runter √ľber Berge und durch T√§ler zehrte an meinen Kr√§ften. Daher hatte ich keine andere Wahl, als die Tour in 2 Teile zu teilen. Und so verlie√ü ich die Strecke in der N√§he von Arnstadt und fuhr mit dem Zug zur√ľck nach Ilmenau.

Mein Fazit vom ersten Teil der Tour ist ein wenig gespalten. Auf der einen Seite war es eine richtig anstrengende, aber nach dem dritten Umweg durch ein Tal um eine blockierte Br√ľcke zu umfahren, auch demotivierende Tour.¬† Auf der anderen Seite war es ein sehr sch√∂ner Moment, den herrlichen Ausblick √ľber das Flachland um Arnstadt und Erfurt genie√üen zu k√∂nnen, nachdem ich den letzten blockierten Tunnel mittels Umweg √ľber den Berg √ľberwunden hatte.

Hoffentlich schaffe ich es, den zweiten Teil der Tour zu fahren bevor der Winter kommt.

Das war mein Ausgangspunkt in Richtung Erfurt:


30082008 auf einer größeren Karte anzeigen

>>> Link zur kompletten Google Karte

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Startpunkt in Langewiesen. Auf dem Bild ist die Baustelle f√ľr die Br√ľcke zu sehen.

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Und hier der Blick in die andere Richtung vom Startpunkt Langewiesen.

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Eine blockierte Br√ľcke in der N√§he von W√ľmbach. Es war die H√∂chste auf der Tour, also auch das gr√∂√üte Tal was es zu durchfahren galt.

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Ein Blick zur√ľck auf die eine blockierte Br√ľcke. Nach 12 Jahren Bauzeit erobert die Natur langsam die Strecke zur√ľck.

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Ein Ausblick von der Spitze des ersten blockierten Tunnel. Auf der rechten Seite sieht man die Autobahn A71. Am Horizont wartet schon der nächste blockierte Tunnel.

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Autos und Z√ľge friedlich vereint. Aber wo sind nur die Z√ľge ? Die 2 R√∂hren links sind f√ľr die Autobahn A71, die R√∂hre rechts ist leer, blockiert und verlassen.

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Und das ist der Ausblick zum Verlieben. Man hat den letzten blockierten Tunnel hinter sich gebracht und von hier an f√ľhrt die Tour direkt ins Flachland von Arnstadt bis Erfurt.

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Mit dieser Garmin GPS Uhr konnte ich die Route nachverfolgen. Sie hat noch einige Zusatzfunktionen f√ľr regelm√§ssiges Training.

bike trail on the future ICE track – part 1

The Deutsche Bahn AG ist currently constructing a new ICE track from Erfurt to Nuernberg. When it¬īs finished in 2017 it will reduce the total traveling time from Berlin to Munich to something around 4 hours. Right now you need approximately 8 hours. The project started in 1996, got interrupted in 1999 and was continued in 2002.

Read more about the track at Wikipedia (only in German) :

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2%80%93Erfurt

The track passes Ilmenau in the east and is nearly finished up to Erfurt – only the rails are missing. Some kilometers south of Ilmenau, in the small village Langewiesen the track ends. From there a big bridge will push the track forwards which is currently under construction.

I visited the construction site several times and got the idea, that it would be a great route for a bike trip. I tested some parts of the track with my bike and came to the conclusion that a trip on the whole track from Ilmenau (Langewiesen) to Erfurt needs some good preparation. Nearly all of the bridges are blocked (and I mean really blocked) so you have to go through the valleys and all the tunnels are blocked too, so you have to go over the top. Sounds exhausting (and it is) but the bigger problem is, that there are no direct paths leading through the valleys or over the tops. I lost the way more than once when I looked for alternatives. So I decided to use Google Earth to have an all-time overview. It proved as a good and necessary idea. Besides that I used my Garmin Forerunner 205 GPS watch to trace my trail Рyou can see the route in Google Earth below.

The track is covered by a combination of rough gravel and more capillary gravel. Riding on the first is sometimes a little bit tough and you really need to have a good hold on the steering, the second is much more comfortable although you are much faster on the rough gravel.

I felt pretty much motivated when starting the¬†trip on a sunny day in late July. But I underestimated one thing – the weather. With nearly 35 degress it was way to hot for a trail like this.¬†Normally I like riding when it¬īs that hot but the up and down through the valleys and¬†over the tops¬†consumed more of my power than I expected.¬†There was no alternative¬†apart from splitting the route in 2 parts. So I left the¬†track next to Arnstadt and used the train back¬†to Ilmenau.

My conclusion to the first part is a little bit divided. On one hand it was a damn hard and – especially after the third detour through a valley to get across a blocked bridge – demotivating trip. But on the other hand it was a great moment standing on the top after the last blocked tunnel and having a great view over the lowlands towards Arnstadt and Erfurt, knowing that the most hazardous part lies behind me.

Hopefully I¬īll have the chance to ride the 2nd part before the winter comes.

From this point I started my trail with direction to Erfurt :

30082008 auf einer größeren Karte anzeigen

>>> Link to the complete map in Google

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Entry point in Langewiesen. The picture shows the construction site for the bridge.

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And the view in the different direction, still at the entry point in Langewiesen. That¬īs the first view you¬īll get when you start your trail.

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A (blocked) bridge next to W√ľmbach, the highest on the whole trail, so the largest valley to cross.

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Looking back on the last blocked bridge, with nature taking back its original ground. No wonder, 12 years after the construction of the track started.

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A view from the top of the first blocked tunnel. On the right you can see the Autobahn A71. At the horizon the next blocked tunnel is waiting for you.

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Cars and trains altogether. But where the hack are the trains ? The 2 tubes on the left side are for the cars on the Autobahn A71, the right tube is empty, blocked and forsaken.

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And that¬īs the view you¬īll love. It¬īs after the last blocked tunnel (on the first part of the track) and leads you straight into the lowlands from Arnstadt up to Erfurt.

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With this device I traced the route via GPS. It has many additional features for training.