Ein kleiner Hinweis auf => Bahncard 100 – das Experiment beginnt

bahn427(only in german – sorry)

Da der Artikel inzwischen sehr weit nach unten gerutscht ist, hier nochmal der Hinweis auf mein 1-j├Ąhriges Bahncard 100 Experiment. Viel Spa├č beim Lesen !

http://www.hyperpac.de/?p=1319 – Bahncard 100 – das Experiment beginnt

 

Bahncard 100 – das Experiment beginnt

(only in german – sorry)


Ich habe mir nach fast 1,5 Jahren nachdenken eine Bahncard 100 gekauft. Die n├Ąchsten 12 Monate betrachte ich als Probe- und Bew├Ąhrungszeit f├╝r diese 3.990 ÔéČ teure Investition. An dieser Stelle hier werde ich unregelm├Ąssig von meinen Erfahrungen berichten.

Bildquelle: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0004_bc-bc100-bild_LZ01

Tag 374 – Neue Kategorie

Dieser Artikel wird hiermit offiziell geschlossen. Alle weiteren Eintr├Ąge zum Thema Bahn findet ihr zuk├╝nftig in der extra daf├╝r angelegten Kategorie “Bahn”.

Danke f├╝r die Aufmerksamkeit. Kommentare sind nat├╝rlich weiterhin erw├╝nscht.

Tag 367 – Nachlese

Sooooo…die ersten 2 Tage ohne Bahncard 100 sind geschafft. Auch die erste Bahnfahrt, jetzt wieder mit Bahncard 50, liegt schon hinter mir. Dabei h├Ątte man fast denken k├Ânnen, dass der gro├če “Bahn-Gott” mich f├╝r diese Entscheidung bestrafen m├Âchte. Ich konnte nicht richtig schlafen, war viel zu fr├╝h am Bahnhof, es regnete und ich konnte meinen Anschlusszug in Karlsruhe sehr sch├Ân aus dem Fenster meines einfahrenden ICE┬┤s wegfahren sehen. Nichtsdestotrotz m├Âchte ich hier noch ein paar Dinge festhalten, die ich im letzten Jahr erlebt habe und die bisher keine Erw├Ąhnung gefunden haben.

Ich hatte z.B. die unglaubliche Ehre den Fundservice der Bahn zu testen. Denn in einem Moment totaler geistiger Umnachtung hatte ich tats├Ąchlich meine Lieblingstrickjacke im ICE 101 h├Ąngen lassen. Also f├╝llte ich brav das Formular aus, konnte sogar noch ein halbwegs gutes Foto der Lieblingsstrickjacke auftreiben und anh├Ąngen und ab damit in die Post. Dann passierte NICHTS. Ich habe bis heute, gut 3 Monate nach dem Verlust, von der Bahn keinerlei R├╝ckmeldung erhalten. Und in diesem Falle (war ja schliesslich meine eigene Dummheit) bin ich gar nicht anspruchsvoll. Mir h├Ątte eine e-Mail oder sogar eine SMS mit dem Inhalt “Sorry, nicht gefunden. Deutsche Bahn” gerreicht. Eine spontane Umfrage unter Leidensgenossen ergab: das ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Meine sch├Âne Lieblingsstrickjacke :-(.

Dann war da noch die afrikanische Nonne im ICE 101 (der ICE 101 ist eh ein fahrendes Kuriosit├Ątenkabinett). Es war Mittwoch vor dem Tag der dt. Einheit, der Zug war mehr als nur hoffnungslos ├╝berf├╝llt und ich unterhielt mich sehr nett mit einer Vertriebsassistentin. Wir sa├čen am Vierertisch und die Nonne uns gegen├╝ber. Sie verbrachte die knapp 1,5h Fahrt damit, sich mehrmals ohne ersichtlichen Grund zu bekreuzigen. Ganz offensichtlich war ihr der mit knapp 1.000 Personen (verteilt auf 2 Zugteile) gef├╝llte ICE ganz und gar nicht geheuer und sie sah das Ende kommen. Das Ende war in diesem Falle Frankfurt Hbf und sie bekreuzigte sich auch direkt nach Verlassen des ICE┬┤s auf dem Bahnsteig. Ausnahmsweise war der Zug p├╝nktlich.

Tag 365 – … und vorbei

Und schon ist es vorbei. Ein Jahr Bahncard 100 ist um. Wer diese kleine Serie aufmerksam verfolgt hat wird feststellen, dass die Eintr├Ąge seit der Halbzeit deutlich weniger geworden sind. Ganz genau genommen gab es eigentlich seit Halbzeit ├╝berhaupt keinen Eintrag mehr. Das liegt haupts├Ąchlich daran, dass a) in den letzten 6 Monaten nur wenig Neues passiert ist von dem ich noch nicht berichtet hatte und das ich b) dann doch etwas weniger Bahn gefahren bin als geplant. Aber es gibt dann doch noch so einiges ├╝ber das ich schwadronieren m├Âchte, aber f├╝r alle die an einem Fazit interessiert sind, stelle ich dieses mal voran.

Fazit:

Die Bahncard 100 hat f├╝r mich wirtschaftlich Sinn gemacht, obwohl ich in den letzten 6 Monaten weniger gefahren bin als geplant. Die enstprechenden Fahrten mit dem Auto durchzuf├╝hren, w├Ąre deutlich teurer gewesen, selbst unter Ber├╝cksichtigung regelm├Ąssiger Mitfahrer und der Tatsache, dass ich trotz Bahncard 100 ein Auto besitze. Besagtes Auto h├Ątte ich aber de-facto nicht gebraucht. Der relativ gute ├Âffentliche Nahverkehr in meiner Heimatstadt, mehrere Carsharing Stationen fussl├Ąufig erreichbar und f├╝r alles weitere einen Mietwagen, h├Ątten meine Mobilit├Ąt sichergestellt. Wer Zahlen mag, dem empfehle ich mal eine echte Vollkostenrechnung (also inklusive Anschaffung, Verschlei├č, Wartung, Reinvestition, etc.) f├╝rs Auto bei einem w├Âchentlichen Arbeitsweg von knapp 1000km. Aber nicht in Ohnmacht fallen ;-). Ob ich denn mit dem Auto fahren w├╝rde, wenn es billiger / gleich teuer wie eine Bahncard 100 w├Ąre, werde ich h├Ąufig gefragt. Die Antwort ist ein ganz klares Jein. Ich denke es w├╝rde ziemlich genau auf eine 50:50 Verteilung hinauslaufen. Das Auto ist manchmal praktischer, manchmal schneller und manchmal deutlich weniger frustrierend als die Deutsche Bahn aber man muss halt eben auch selbst fahren und kann nicht einfach mal kurz die Augen zu machen (kann man schon, ich rate aber davon dringend ab). Ach ja Frust. Das ist ein gutes Stichwort, dass ich hier im Fazit nicht unerw├Ąhnt lassen m├Âchte. Bist du liebe(r) Lesende(r) schnell frustriert weil etwas nicht so klappt wie geplant, oder verlierst schnell die Nerven wenn du Termine nicht einhalten kannst (und dir die Gr├╝nde wirklich absolut nicht nachvollziehbar erscheinen) ? Ja ?! Dann kauf dir keine Bahncard 100, fahr am Besten gar nicht erst Bahn. Denn wie das so bei gro├čen gesichtslosen Unternehmen ist, ist denen dein pers├Ânliches Schicksal vollkommen wurscht (Okay, die Bahn hat recht viele Gesichter, z.B. die Zugbegleiterinnen, aber glaub mir, die k├Ânnen am allerwenigsten etwas daf├╝r was dir gerade widerf├Ąhrt). Und glaub mir, Gr├╝nde frustriert zu sein, werden dir sehr sehr viele begegnen. Gleichzeitig bietet das Fahren mit der Bahn, sei es mit Bahncard 100 oder nicht, die unglaubliche Gelegenheit, einen kostenlosen Entschleunigungskurs zu belegen. Denn hin und wieder hast du pl├Âtzlich ganz viel Zeit. Denn es gibt nichts zu tun au├čer warten. Idealerweise verbannt man das Smartphone in die Jacken- / Hosen- oder gleich ganz in die Tasche und genie├čt das Flair der umgebung (wahrscheinlich ein Bahnhof). Du hast alle Zeit der Welt um die gelben Abfahrtspl├Ąne zu studieren und dich daran zu erfreuen, wohin man von diesem beschaulichen Fleckchen Erde ├╝berall mit dem Zug fahren kann. Nat├╝rlich hast du auch noch genug Zeit um die nicht minder spannenden wei├čen Ankunftspl├Ąne zu studieren. Du hast Zeit um dir die Wagenreihungen aller ICE┬┤s / IC┬┤s einzupr├Ągen mit denen du niemals im Leben fahren wirst. Auch lokale Preisstudien sind m├Âglich. Dazu empfehle ich am Frankfurter Hauptbahnhof alle Backst├Ąnde abzuklappern, bist du das billigste Ciabattabr├Âtchen mit Mozzarella gefunden hast (geht nat├╝rlich auch mit dem Teuersten). Oder du schaust dir Reisende an ! Das ist ein ganz gro├čes Abenteuer, denn das was du da siehst, l├Ąsst dich mit Sicherheit am zuk├╝nftigen ├ťberleben der menschlichen Rasse zweifeln. Und Gott, wieviele Leute wirklich schlechte Z├Ąhne haben. Erschreckend.

Sonst noch was ? Ach ja, schau dir mal meine Tipps in diesem Artikel an. Diese sichern dein ├ťberleben im Bahnverkehr (oder das Erreichen des Anschlusszuges was manchmal das Selbe ist).

Viel Spa├č !

Richtigstellung / Korrektur des Eintrages von Tag 140

Im unteren Abschnitt des Eintrages vom Tag 140 ging es um die Bahn Comfort Sitzpl├Ątze und die Frage, ob man mit dem Comfort Status pauschal alle Sitzpl├Ątze dieser Art (auch die in der 1. Klasse) benutzen darf. Ich habe viele Fragen und Anmerkungen dazu bekommen, die ich jetzt um eine eigene Erfahrung erg├Ąnzen m├Âchte in der Hoffnung, dass irgendjemand Lust, Zeit und Geld hat, um die Sache von einem Gericht kl├Ąren zu lassen. Denn eindeutig ist es leider nicht.
Folgendes ist mir passiert, als ich wieder einmal im Comfort Bereich der 1.Klasse sa├č. Der Schaffner hatte gar keinen Humor und sah auch die Bef├Ârderungsbedingungen auf seiner Seite, so dass ich innerhalb k├╝rzester Zeit nicht nur die AUfmerksamkeit der gesamten 1. Klasse f├╝r mich hatte, sondern auch die eines Polizisten. Schaffner und Polizist einigten sich auf “Fahren ohne g├╝ltigen Fahrschein” und ich bekam wenig sp├Ąter Post von der zentralen Eintreibestelle der Bahn (korrekter Name ist mir gerade entfallen). Im anschliessenden Dialog mit der besagten Stelle stellte sich recht schnell heraus, dass der Schaffner wohl doch keine abschliessende Definitionshoheit f├╝r sich beanspruchen konnte. Denn lustigerweise konnte ich ein Foto des Wagenreihungsschaubild meines ICE┬┤s vorweisen, auf dem der kleine rote Punkt f├╝r Bahn Comfort ausschliesslich in einem 1. Klasse Wagen eingezeichnet war. Mit diesem taktischen Gegenschlag hatte man wohl nicht gerechnet und so gab die Gegenseite kleinlaut bei, nicht allerdings ohne einen fettgedruckten Hinweis, dass dies keine generelle Regelung ist. Ich musste nichts zahlen, habe aber seitdem auf die Fahrt in der 1. Klasse verzichtet, da ich die ├Âffentliche Blo├čstellung als Schwarzfahrer auch im Nachhinein noch als wenig schmeichelhaft empfinde. Nichtsdestotrotz habe ich die Bef├Ârderungsbedingungen noch einmal intensiv studiert und bin zu meinem laienhaften Fazit gekommen, dass dort schlicht und einfach gar nichts zum Thema drinsteht. Auch die zahlreichen Bahncard, Bahn Bonus und Bahn schie├č-mich-tot Bestimmungen sagen dazu nix aus. Also meine klagefreudigen Freunde – ran an den Speck !

Tag 226 – Halbzeit verpasst, ein kleines Zwischenfazit und gro├čartig gemacht

63 Tage lang kein neuer Eintrag ? Und die Halbzeit meiner 1-j├Ąhrigen Bahncard 100 Odysee verpasst ? Mensch, was ist nur los mit mir ?! Nun ja, ein Grund ist – oh Wunder – dass tats├Ąchlich recht wenig passiert ist in den letzten 63 Tagen. Ich war mit einer unglaublichen P├╝nktlichkeit (gr├Â├čtenteils) unterwegs, habe keine Anschlussz├╝ge verpasst und auch keine sonderlich erz├Ąhlenswerte Geschichte erlebt. Okay, es gab einen kleinen Sprint von Gleis 3 auf Gleis 11 in Karlsruhe, aber das war – bis auf die verdutzten Blicke einer Reisegruppe, als ich mich mit letzter Kraft und Gep├Ąck f├Ârmlich in den Regionalexpress warf – nichts Besonderes.

Zur Halbzeit soll ich sicherlich ein erstes Fazit ziehen und ehrlich gesagt ist das gar nicht so einfach. Ich habe auf jeden Fall einen Tipp an die eigene Erwartungshaltung. Man darf nicht mit einer – ich nenne es mal 100% Erwartung – an die Bahncard 100 und die damit verbundenen Fahrten herangehen. Denn tut man das, wird man auf jeden Fall entt├Ąuscht – in jeglicher Hinsicht, egal ob P├╝nktlichkeit, Zuverl├Ąssigkeit oder Service. Das Preis-/Leistungsverh├Ąltnis muss jeder f├╝r sich ausrechnen, f├╝r mich als “400km pro Richtung, das 2x die Woche” Pendler lohnt es sich auf jeden Fall – im Vergleich zum Auto. Es lohnt sich auch noch, wenn ich regelm├Ąssig 2-3 Personen im Auto mitnehmen w├╝rde (gegen Geld). Ein Auto habe ich trotzdem. Ich bin in den letzten Wochen ein paar Mal mit dem Auto gefahren und habe ehrlich gesagt, so ca. ab Kilometer 250 die Bahn vermisst. Ich hatte das Bed├╝rfnis meinen Laptop aufzuklappen und eine Serie zu schauen, etwas zu arbeiten oder ein Buch zu lesen. Das hat mich – als Menschen der ausgesprochen gerne Auto f├Ąhrt – schon etwas verwundert. Ein definitiver Nachteil ist f├╝r mich aber die Tatsache, dass es f├╝r den Partner / die Partnerin keine echte Erm├Ą├čigung gibt. Das hat zur Folge, dass wir Reisen zu zweit fast immer mit dem Auto unternehmen, es sei denn wir bekommen ein 19,- oder 29,- EUR Sparticket. Ich w├Ąre durchaus bereit, einen stattlichen Betrag an Geld f├╝r eine kostenlose Partnermitnahme zu┬á zahlen. Doch bei der derzeitigen Auslastung der Fernz├╝ge wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben. Denn wenn ich eines mit Sicherheit sagen kann, dann das die Auslastung in den Fernz├╝gen der Deutschen Bahn gestiegen ist. Merklich gestiegen.

Enden m├Âchte ich heute mit einer Kopie meines Eintrages auf der Facebook Seite der Deutschen Bahn, denn heute, nein heute, war wirklich kein guter Tag:

Liebe Deutsche Bahn !

Das habt ihr heute mal wieder wirklich gro├čartig hinbekommen. Ich befand mich im ICE504/104 von Karlsruhe nach Frankfurt Main Flughafen. Der Zug war p├╝nktlich und laut Ansage im Zug, werden in Frankfurt Main Flughafen auch alle Anschlussz├╝ge erreicht. Im letzten Tunnel vor dem Flughafen (geplante Ankunftszeit 18:06 Uhr), es war 18:05 Uhr stoppte unser Zug. Um 18:11 Uhr setze er sich wieder in Bewegung, um 18:12 Uhr erreichten wir den Bahnhof. Nur dummerweise fuhr um 18:11 Uhr mein Anschlusszug vom gegen├╝berliegenden Gleis ab. Ich konnte ihn sogar noch sehen. Ist das wirklich euer Ernst ? Ist – seitdem die ICE┬┤s mit gr├╝nem Strom fahren – selbiger so knapp geworden, dass es nicht mehr zur Kommunikation untereinander reicht ? Oder ist es f├╝r euch ganz normal, die Fahrg├Ąste zu bel├╝gen und zu verarschen ?

Und kommt mir jetzt nicht mit Einzelfall und kann ja mal passieren. Ich habe jetzt seit 8 Monaten eine Bahncard 100. Passiert ist mir so eine Situation inzwischen schon 5 mal, allerdings meist in Fulda.

Zudem habe ich das Gef├╝hl, dass Reisende Richtung Ostdeutschland bei euch Fahrg├Ąste 3. Klasse sind, bei denen es nicht so wichtig ist ob sie ihren Anschlusszug bekommen oder nicht. In Mannheim dagegen, wird auf den Zug aus / in Richtung M├╝nchen auch locker mal 10-20 Minuten gewartet.

Wie w├Ąre es denn, wenn ich jetzt immer statt 2.Klasse eine Runde 1. Klasse fahre ? Sozusagen als Ausgleich…oder meine Bahncard 100 einfach ein paar Tage / Wochen / Monate sp├Ąter bezahle ?

W├Ąre das f├╝r euch in Ordnung ? F├╝r mich ist es n├Ąmlich auch nicht in Ordnung, meinen Anschlusszug wegen 1 Minute zu verpassen !

Tag 163 – fehlende Worte

Erinnert ihr euch noch an Tag 140 ? Und meine kleine aber feine Lobeshymne auf den City Night Line ? Tja, genau diese positive Erfahrung veranlasste mich, diesmal gleich 10,- EUR bei der Reservierung mehr auszugeben, um in den Genuss des Liegewagens mit 6er-Belegung zu kommen. Und mir fehlen ein bisschen die Worte um eben genau diesen Genuss wirklich gut beschreiben zu k├Ânnen. Denn mit einem hatte ich nicht gerechnet. F├╝nf voll belegte Betten mit mir als Sechsten im Bunde. Liebe Leserinnen und Leser – addiert bitte die Geruchskulissen aller ├ťbernachtungen in Gruppen die ihr in eurem Leben hattet zusammen (Jugendherbergen, Armee, Zelt, Schlafs├Ąle, etc.), multipliziert sie mit Faktor 10 und dann herzlich Willkommen in meinem City Night Line Abteil. Sechs mehr oder weniger stinkende M├Ąnner (ich nehme mich da jetzt mal nicht aus) auf sagen wir mal 4 Quadratmeter. Es war so schlimm, dass ich freiwillig meinen “Schlaf” um eine Stunde verk├╝rzte und die Zeit lieber nutzte, um das Fahrradabteil ganz genau zu inspizieren. Ganz nebenbei ist mir noch aufgefallen, dass in den 6er-Abteilen kein Platz f├╝r Gep├Ąck vorhanden ist, nicht mal f├╝r mein IATA kompatibles Handgep├Ąck.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn konnte im Jahr 2012 eine Steigerung seiner Passagierzahlen um 5% gegen├╝ber 2011 vermelden und damit einhergehend seinen Spartengewinn gleich mal verdoppeln (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-mit-Rekordgewinn-article10291336.html). Was das in der Praxis hei├čt, durfte ich an einem Donnerstagabend auf dem Weg von Frankfurt / Main nach Erfurt erleben. Eigentlich war es ein business-as-usual Donnerstag. Ein bisschen Versp├Ątung hier, der ├╝bliche Sprint in Frankfurt da, also fix in den ICE reingehechtet. Und so fand ich mich im “Flur” vor der 1. Klasse wieder. Zusammen mit gef├╝hlten 100 anderen Reisenden und einem nicht enden wollenden Strom von weiteren zugsteigenden Menschen. Per Buschfunk wurde dann auch schnell klar, was der Grund f├╝r diese indischen Verh├Ąltnisse war. Es fehlte ein Zugteil. Als der Zug sich dann in Bewegung setzte, sah ich nur Menschen. Ich habe schon ├Âfters volle, sehr volle und extrem volle Z├╝ge erlebt. Aber das war etwas anderes. Meine besondere Aufmerksamkeit konnte recht schnell ein kleines M├Ądchen gewinnen, dass es sich in einem der Gep├Ąckf├Ącher mehr oder weniger gem├╝tlich gemacht hatte. Die aufgrund der r├Ąumlichen Verh├Ąltnisse vollkommen aufgel├Âste und entnervte Mutter stand ziemlich ratlos davor und war sichtlich beeindruckt ob der stoischen Gleichg├╝ltigkeit mit der ihre Tochter das Gep├Ąckfach in ihr kleines Reich umfunktioniert hatte. Ich hatte mir die kleine Glaskabine – die offensichtlich vor der 1. Klasse Standard ist (so eine Art Telefonzelle aus Glas, nur ohne Telefon und T├╝r) – “gesichert” und verbrachte aus Platzmangel die erste Stunde stehend, die restlichen 1,5 Stunden in einem Zustand zwischen sitzen und liegen. Es wurde sich allerlei aufgeregt, die Zugbegleiter hatten sogar den Mumm die Fahrscheine zu kontrollieren und ich verbrachte die Zeit mit Musik h├Âren und der Beobachtung des kleinen M├Ądchens. Trotz all des Trubels um sie herum und der deutlich negativen Grundstimmung schien sie f├╝r sich den sch├Ânsten Platz auf Erden geschaffen zu haben. Wenn Erwachsene das auch nur so leicht k├Ânnten…

Zum Abschluss noch eine Geschichte die in mir viele Fragenzeichen aufwirft und ich wei├č auch heute, gut 2 Wochen sp├Ąter, noch nicht genau was ich dar├╝ber denken soll. Es begab sich an einem Donnerstag in Karlsruhe. Der ICE fuhr ausnahmsweise mal p├╝nktlich in den Bahnhof ein, jedoch nicht wieder raus. Grund daf├╝r war eine Frau, die offenbar ohne g├╝ltiges Zugticket und irgendwelche anderen amtlichen Dokumente unterwegs war. Ob sie diese ├╝berhaupt besa├č, ist nicht ganz klar. Besagte Frau wurde schlie├člich durch 3 Beamte der Bundespolizei recht unsanft aus dem Zug bef├Ârdert. Die ganze Aktion dauerte gute 15 Minuten, was zur entsprechenden Versp├Ątung des Zuges f├╝hrte. Die Reaktion zahlreicher Mitreisenden, die diese Szene mehr oder minder live miterlebten, war – in Ermangelung eines besseren Adjektives nenne ich es mal – erstaunlich. Als h├Ątte ein Unsichtbarer eine repr├Ąsentative Umfrage gestartet, gab es pl├Âtzlich spontane Meinungs├Ąu├čerungen von Mitreisenden. Und alle lassen sich auf einen Nenner bringen: “Toll, wegen dieser Sch**** haben wir jetzt Versp├Ątung und ich verpasse meinen Anschlusszug in Frankfurt Richtung XYZ. H├Ątten sie doch die arme Frau einfach mitfahren lassen. Wen interessiert es schon, ob sie eine Fahrkarte hat oder nicht.”.

Tag 140 – Von allem ein Bisschen

Ganze 46 Tage sind seit dem letzten Update vergangen. Gab es denn in dieser Zeit nichts Neues ? Hatte ich etwa mein Ohr nicht nah genug an der Schiene ­čśë ? Nun, zum einen war ich faul, zugegebenerma├čen. Zum anderen hat mich eine l├Ąngere Krankheit etwas aus der Bahn geworfen (haha Wortwitz). Aber – es gab doch 3 erw├Ąhneswerte Dinge die ich euch nicht vorenthalten m├Âchte.

Ich habe den City Night Line (Nachtzug, Abk├╝rzung CNL) getestet. Schon 2 Mal. Der CNL ist grunds├Ątzlich reservierungspflichtig und kostet auch f├╝r BC 100 Inhaber Aufpreis. Den Liegesessel als g├╝nstigste Reservierungskategorie gibt es f├╝r 10,- EUR Aufpreis. Ein Blick auf http://www.citynightline.de/citynightline/view/de/angebot/preise/preise_neu_2009.shtml hat mir allerdings gerade offenbart, dass es offenbar auch einen Sitzplatz im 6er-Abteil zu 4,- EUR gibt. Bei der Buchung ├╝ber die Reiseauskunft wird mir diese Kategorie seltsamerweise nicht angeboten. M├Âglicherweise gibt es genau diese nicht in meinem CNL. Naja, wer wei├č. Die Fahrt im Liegesessel kann ich jedenfalls nicht uneingeschr├Ąnkt weiterempfehlen. Neben mir sa├č ein ├Ąhnlich beleibter Herr wie ich und es war dann doch schon sehr, naja sagen wir mal intim. Daran ├Ąnderte auch die nahezu stufenlose Verstellbarkeit des Sitzes nichts. Zudem war es recht laut und nicht besonders warm. Daf├╝r sch├Ân dunkel. Richtig ausgeruht habe ich mich aber bei Ankunft nicht gef├╝hlt. Das krasse Gegenteil dazu war wiederum der Liegewagen in 6er-Belegung (20,- EUR Aufpreis). Ich hatte rein aus Kostengr├╝nden wieder den Liegesessel gebucht, bekam aber von einem sehr netten Schaffner einen Platz im Liegewagen zugewiesen, da der Waggon mit meinem Liegesessel aus unerfindlichen Gr├╝nden nicht dabei war. So teilte ich mir dann zusammen mit einem ├Ąlteren Herren das 6er-Abteil und ganz altersgerecht schlief er ganz unten und ich ganz oben. Mit 2 Kissen und einer Wolldecke bewaffnet war ich dann sogar relativ schnell eingeschlafen, wurde allerdings durch die imposante Ger├Ąuschkulisse hin und wieder geweckt. Reichlich sp├Ąter, genauer gesagt kurz bevor ich am Zielort meiner Reise war, entdeckte ich auch die Ursache. Das Waggonfenster war undicht und es zog wie Hechtsuppe inkl. dem Ger├Ąusch eines startenden Flugzeuges. Trotzdem habe ich in Summe 4-5 Stunden geschlafen und war erstaunlich ausgeruht. Ein netter Nebeneffekt des CNL – ich war vor allen anderen im B├╝ro :-).

Erinnert ihr euch noch an Tag 32 ? Ganz im Sinne von “…und t├Ąglich gr├╝├čt das Murmeltier” erlebte ich die gleiche Situation noch einmal. Nur krasser. Und diesmal war ich auch echt sauer. Sehr sauer. Was war passiert ? Kurz gesagt, Versp├Ątung in Frankfurt, Anschlusszug war weg, mehrmalige Durchsage im Zug, dass Reisende in Richtung Erfurt / Leipzig / Dresden nicht in Frankfurt aussteigen sollen, sondern bis Fulda im Zug verbleiben. Dort sollten wir dann Anschluss erhalten. Anschluss kann ja vieles bedeuten, aber es wurde sowohl in der Durchsage als auch auf meine explizite Nachfrage beim Zugbegleiter (das gebrannte Kind scheut das Feuer) sogar der Anschluss an den ICE inkl. Zugnummer best├Ątigt. In Fulda dann nichts au├čer g├Ąhnende Leere, reichlich Schnee und ca. 30 verzweifelte Ossis (inkl. meiner Wenigkeit) die einfach nur nach Hause wollten. Ich war geladen und schnappte mir sofort eine Zugbegleiterin (leider nicht die, die mir die Auskunft erteilt hatte), fragte sie nach meinem Anschlusszug und sie hatte tats├Ąchlich die Dreistigkeit zu sagen, sie h├Ątte eine solche Durchsage gar nicht geh├Ârt (und zuckte dabei nicht mal mit der Wimper). Ich zweifelte an mir selbst, daher schnellstm├Âgliche R├╝ckversicherung bei den anderen Zur├╝ckgelassenen und dann auf zum (armen) Mann am Servicepoint. Dieser musste dann meine ganze Ver├Ąrgerung ertragen inkl. einer Belehrung ├╝ber die Haltepunkte des n├Ąchsten IC┬┤s Richtung Heimat (sehr zur Erheiterung aller anderen Anwesenden), weigerte sich allerdings standhaft mich an die n├Ąchsth├Âhere “Stelle” zu delegieren und so zog ich mit m├Ąchtigen Grollen im Bauch ab. Im meinem Kopf sah ich schon die ├ťberschrift in fetten Lettern: “DIE BAHN L├ťGT (ihre Kunden an) !” ├╝ber diesem Blogartikel. Aber irgendwie habe ich mich inzwischen beruhigt und revanchiere mich jetzt auf andere Weise…

…denn als BC 100 Inhaber ist man automatisch auch Bahn Comfort Kunde (http://www.bahn.de/p/view/bahncard/bahncomfort/bahncomfort.shtml). Eine Art Bonusprogramm inkl. Bonuspunkten sowie einer ganzen Reihe weiterer Vorteile / Dienstleistungen die ich nicht brauche, abgesehen von der Nutzung der DB Lounge (leider gibt es in Fulda keine) sowie der speziellen Bahn Comfort Sitzpl├Ątze. Diese speziellen Sitzplatzbereiche in IC┬┤s und ICE┬┤s lassen sich a) relativ kurzfristig noch reservieren und b) “d├╝rfen” eigentlich nur von Bahn Comfort Kunden besetzt werden (auch ohne Reservierung). Diese Sitzplatzbereiche findet man in aller Regel sowohl in der 1. als auch der 2. Klasse. Lustigerweise hat die DB “vergessen” die Nutzung und Klassifizierung der Bahn Comfort Sitzpl├Ątze eindeutig zu regeln, so dass man auch als Inhaber einer 2. Klasse BC 100 die Bahn Comfort Sitzpl├Ątze in der 1. Klasse nutzen kann (nat├╝rlich geht das auch umgedreht). Ein praktischer Test hat zwar eine kurze Diskussion mit dem Schaffner nach sich gezogen, aber sp├Ątestens bei meinem Verweis auf die Fahrgastbestimmungen hat er dann kapituliert.┬á Und da die Nutzungsquote der Comfort Sitzpl├Ątze in der 2. Klasse besonders Donnerstags und Freitags recht stark ist, werde ich jetzt immer in die 1. Klasse Comfortzone ausweichen. Solange bis in Fulda tats├Ąchlich mal ein Zug auf mich wartet.

Tag 94 – Wir hatten einen Lauf

Liebe Bahn ! Wir hatten einen Lauf. Einen Guten ! Waren es die Jahresziele, die mit einem letzten verzweifelten Aufb├Ąumen noch – wenigstens ein bisschen – gerettet werden sollten ? War es das f├╝r diese Jahreszeit ├╝beraus freundlich milde Wetter ? Hatte eventuell der anstehende Weltuntergang etwas damit zu tun ? Oder war es gar Zufall ? Die wirkliche Ursache (falls es eine sauber mess- und beweisbare ├╝berhaupt gibt) werde ich wohl nie erfahren. Schade eigentlich. Denn du hast wirklich alles versucht, um mich positiv(er) ├╝ber dich denken zu lassen. Pl├Âtzlich waren Z├╝ge p├╝nktlich. Anschlussz├╝ge wurden erreicht. Keine 50-300m Sprints mehr auf deutschen Bahnh├Âfen. Selbst an den auslastungsstarken Tagen (Mo, Fr, teilw. Do) hast du mich p├╝nktlich oder im Bereich von +5 ans Ziel gebracht. Doch leider konntest du diese so lieb gewonnene Zuverl├Ąssigkeit nicht ins neue Jahr retten. Der gute Lauf fand sein j├Ąhes Ende offensichtlich am 31.12.2012 um 23:59 Uhr. Heute denke ich bereits (wieder) ernsthaft dar├╝ber nach, die 1. Deutschen Bahnhofsmeisterschaften im Kurzstreckensprint auszurichten. Und trotz meiner betr├Ąchtlichen K├Ârperf├╝lle rechne ich mir gute Siegchancen aus. Gerannt wird selbstverst├Ąndlich mit Gep├Ąck. M├Ąnner mit 3 St├╝cken (Umh├Ąngetasche oder Rucksack oder Sakosack, Laptoptasche, ein nach IATA Handgep├Ącknorm zertifizierter Rollkoffer). Frauen mit 2 St├╝cken (Handtasche, die mindestens einen Spalding NBA Basketball aufnehmen kann, sowie ein nach IATA Handgep├Ącknorm zertifizierter Rollkoffer). Bez├╝glich der Troph├Ąen f├╝r die Pl├Ątze 1 -3 bin ich f├╝r Vorschl├Ąge offen. Nat├╝rlich braucht es auch Trostpreise f├╝r alle ├╝brigen Pl├Ątze. Die Wichtigkeit von Trostpreisen kann eigentlich gar nicht genug betont werden.Trost braucht jeder Bahnkunde. Sehr viel Trost !

Zum Abschluss dieses Eintrages noch 2 mehr oder minder ernsthafte Dinge. Die Bahn hat es nach 3 Monaten, 4 e-Mails und 2 Anrufen tats├Ąchlich geschafft, mir die anteilige Erstattung meiner Bahncard 50 zu ├╝berweisen.┬á Das ich den Zeitraum und den damit verbundenen Aufwand f├╝r eine absolute Frechheit halte, muss ich sicher nicht extra erw├Ąhnen.

Und das geht an euch ihr gelackten Businessaffen: in Ruheabteilen ist euer ultra wichtiges, super dringendes und in unversch├Ąmter Lautst├Ąrke gef├╝hrtes Telefongespr├Ąch nicht erw├╝nscht. Das zeigen euch auch die kleinen Gesichter in Deckenh├Âhe mit einem Finger vor dem Mund und dem “Psssst”. Ach ja. Das durchkreuzte Handy, welches sich direkt neben dem eben beschriebenen Piktogramm befindet bedeutet ├╝brigens nicht, dass es Straight Edge (http://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Edge) ist.

Tag 33 – Unergr├╝ndliche Entscheidungen

Es war einer dieser typischen Reisetage auf dem Weg in Richtung Bahndrehkreuz Frankfurt / Main. Der ICE war so voll, dass Fortbewegung im Zug unm├Âglich war. Mein Stehplatz zwischen zwei 1.Klasse Abteilen war angesichts der Umst├Ąnde sehr komfortabel. Wie ├╝blich in solchen Situationen hatte mein Zug Versp├Ątung. Die eingeplanten Ein-/Ausstiegszeiten auf den Unterwegsbahnh├Âfen reichten keinesfalls aus, um den Strom der Menschen p├╝nktlich zu bew├Ąltigen. Aber: das Zugpersonal tat alles menschenm├Âgliche um a) die Versp├Ątung so gering wie m├Âglich zu halten und b) alle Reisenden ├╝ber ihre Anschlussz├╝ge und alternative Reisem├Âglichkeiten zu informieren. Danke daf├╝r, denn das war wirklich super !

Doch wie so oft im Leben wurden die wichtigen Entscheidungen irgendwo da oben getroffen. Diese Person da oben, Funktionsbezeichnung Fahrdienstleiter, schaffte es tats├Ąchlich, die zwar angespannte aber im Gro├čen und Ganzen freundliche Stimmung im Zug innerhalb von Sekunden ins Negative zu verschieben. Und er/sie sorgte daf├╝r, dass ca. 300 Reisende pl├Âtzlich begannen das Zugpersonal zu hassen und das auch genau so kommunizierten.

Was war passiert ? Unser Zug hatte bei Ankunft in Frankfurt/Main Hbf ca. 18 Minuten Versp├Ątung. F├╝r Vielreisende ist das an solch einem Tag praktisch nix, ├Ąrgerlich, aber keine echte Hausnummer. Doch mit einer schon fast tragischen Konsequenz. Der ICE “Richtung Osten” (Erfurt, Leipzig, Dresden)* w├Ąre mit dieser Versp├Ątung genau seit 5 Minuten weg gewesen. Kein Problem, denkt sich der gelehrte Reisende, “…den lassen sie schon warten”.┬á Diese Hoffnung teilte das Zugpersonal unseres Zuges. Die ern├╝chternde Durchsage “…in Frankfurt/Main Hbf werden leider nicht erreicht: der ICE XXXX Richtung Dresden Hbf…”. Danach begann der real-life-shitstorm, an dem auch der fast schon verzweifelte Nachsatz “…Entscheidung des Fahrdienstleiters…” nichts ├Ąndern konnte.

Ein verpasster Zug, na und ? Dann eben den N├Ąchsten. Doch genau in diesem speziellen Fall traf dies nur f├╝r Reisende bis Leipzig Hbf zu. Denn nach Dresden Hbf fuhr an diesem Tag kein Zug mehr. Es war DER Letzte.

Das verzweifelte Rennen zu Gleis 6, nachdem sich die T├╝ren unseres ICE┬┤s ge├Âffnet hatten, war Ausdruck von Wut und Hoffnung zu gleich. Gleis 6 war leer, der Zug war tats├Ąchlich weg. Und es waren tats├Ąchlich nur 5 Minuten seit der regul├Ąren Abfahrt vergangen. Ein Mitreisender und -rennender klopfte mir auf die Schulter und sagte “…komm der Serviceschalter ist da dr├╝ben.”

Er musste nach Dresden. Ich nur nach Erfurt. F├╝r mich gab es 1 Stunde sp├Ąter einen Zug. F├╝r ihn nicht.

F├╝r die Bahn war es (wieder einmal) business as usual.

*Warum benutze ich den Ausdruck “Richtung Osten” ? Zun├Ąchst erstmal ist dies in keinster Weise wertend oder gar abwertend gegen├╝ber den Reisenden in diese Richtung oder gegen├╝ber der Region generell gemeint. Vielmehr ist es eine subjektive Empfindung meinerseits, welchen Stellenwert diese Bahnverbindung im Gesamtgef├╝ge der Bahn hat. P├╝nktlichkeit ist auf dieser Linie eine Seltenheit. Die Infrastruktur in einem bemitleidenswerten Zustand. Und das Reisende ihren Zielbahnhof erreichen offenbar Nebensache.

Tag 32 – “In Fulda werden alle Anschlussz├╝ge erreicht”

Ja nix wars. Mein ICE hatte 8 Minuten Versp├Ątung, damit w├Ąre der Anschlusszug schon 3 Minuten weg gewesen. Doch die Zugbegleiterin verk├╝ndete stolz und selbstsicher: “In Fulda werden alle Anschlussz├╝ge erreicht.”. Als ihr als Erster aus der sich noch ├Âffnenden ICE-T├╝r trat sah ich, wie sich am gegen├╝berliegenden Gleis die T├╝ren schlossen. Ich st├╝rtze nach dr├╝ben, stand vor einer T├╝r, die war zu und der Zug fuhr ab. Ich war so entsetzt, dass ich gar nicht bemerkte wie sich auch mein Herkunftszug wieder in Bewegung setze. So stand ich allein, mit einigen anderen entsetzten Reisenden auf einem menschenleeren und arschkalten Fuldaer Bahnhof und schaute gleich 2 Z├╝gen fassungslos hinterher.

Tag 30 – Eine erste Zusammenfassung

Fast 1 Monat ist vergangen und ich habe wirklich schon einiges erlebt. Fangen wir mal mit den negativen Dingen an. Ab 1 Stunde Versp├Ątung erh├Ąlt man eine pauschale Erstattung in H├Âhe von 10,- EUR als Bahncard 100 Inhaber. Diesen “Service” durfte ich inzwischen schon 3 mal in Anspruch nehmen. Leider sind die H├╝rden sehr hoch um an die Erstattung zu kommen. Kein Serviceschalter, kein Reisezentrum, kein Zugbegleitpersonal. Sondern das Servicecenter Fahrgastrechte, zu kontaktieren per Post inklusive einer Kopie der BC 100 und eines docht recht umfangreichen Formulars (welches man sich gl├╝cklicherweise als Vorlage – zumindestens was die pers├Ânlichen Daten betrifft – abspeichern kann). Wahrscheinlich ein Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung, verbunden mit der Hoffnung, dass m├Âglichst vielen Kunden der Aufwand einfach zu hoch ist f├╝r 10,- ÔéČ. Mir nicht.

Positiv dagegen ist, dass ich als BC 100 Inhaber die einmalige Startgeb├╝hr f├╝r Flinkster, den Carsharing Service der Bahn nicht bezahlen muss. Mit Hilfe des bundesweiten Tarifs kann ich so fast ├╝berall und auch recht kurzfristig auf einen fahrbaren Untersatz zugreifen. Und an dieser Stelle muss ich die Bahn wirklich loben. Ich habe mich 30 Minuten vor meinem Termin dazu entschieden, Flinkster zu testen. Und diese 30 Minuten haben ausgereicht um die Onlineregistrierung abzuschlie├čen, den Vertrag zu unterschreiben, in einem Copyshop ausdrucken zu lassen und mit Vertrag bewaffnet im Reisezentrum den elektronischen Schl├╝ssel auf meinen F├╝hrerschein geklebt zu bekommen.

Okay – den Weg zum Copyshop h├Ątte ich mir sparen k├Ânnen, denn trotz des sehr deutlichen Hinweises man m├Âge nur mit unterschriebenem Vertrag im Reisezentrum aufschlagen, wurde dort einfach ein Neuer gedruckt. Naja, daf├╝r hatte ich als bleibende Erinnerung den Geruch kalten Zigarettenrauchs aus dem Copyshop an meiner Jacke. Auch nicht schlecht. Und beinahe h├Ątte ich es vergessen. Das Auto ging nat├╝rlich dann nicht auf, trotz meines Hightechschl├╝sself├╝hrerscheins. Offensichtlich war ich doch zu schnell f├╝r diese Welt. Aber nach einem 0180er Telefonat inklusive 3 R├╝ckrufen mit dem Flinkster Kundenservice und einer wirklich sehr bem├╝hten Dame ging das Auto wie von Zauberhand auf (seitdem ├╝brigens auch ohne Anruf beim Kundenservice). Ach und noch etwas. Das Auto war auf einem unbefestigen Matschplatz geparkt, hinter den DB M├╝lltonnen die von einigen fr├Âhlichen Ratten und M├Ąusen bev├Âlkert wurden. Nice. Not.

Was ist noch passiert ? Am Tag 25 traf die echte BC 100 per Post ein und ersetzt seitdem die vorl├Ąufige BC 100 in meiner Geldb├Ârse. Das Hochglanzprospekt wollte mir dann noch die unglaublich vielen Vorteile erkl├Ąren die mir die BC 100 bringt. Sicherlich n├╝tzlich wenn man das gute Teil nicht selbst bezahlen muss. Ansonsten hat man sich vorher ├╝ber die 4k ÔéČ Investition informiert. Umfassend.

Tag 3 – Ein ├╝bereifriger Schaffner

Es ist nicht schlimm, aber trotzdem. Der ├╝bereifrige und sehr hektische Schaffner hat meine vorl├Ąufige Bahncard 100 gelocht / geknipst. Jetzt sieht sie aus wie eine 0815 Fahrkarte. Mir schwante schon b├Âses, als er mir schnippig “Den brauch ich nicht.” auf meinen ausgestreckten Arm inkl. Personalausweis entgegnete. Und dann geschah es in Sekundenbruchteilen. Knips – und drin waren die L├Âcher und drauf der Stempel mit der Zugnummer. Naja, ich hoffe nur, dass dies nicht einer Entwertung gleich kommt. Morgen werde ich es erfahren.

Tag 2 – Noch mehr Ersparnis

Bei der BC 100 ist das sogenannte City-Ticket inklusive. Dies erm├Âglicht die kostenlose Nutzung von einigen Bussen, Stra├čen- und S-Bahnen. Nach intensivem Studium der interaktiven Karte auf der Bahn Website konnte ich zu meiner gro├čen Freude feststellen, dass ich a) mein Jobticket k├╝ndigen und damit 40 EUR im Monat sparen sowie b) zuk├╝nftig auch in meiner Heimatstadt mich kostenlos mit Bus und Bahn fortbewegen kann.

Interaktive Karte City Ticket: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/vorteile/city-ticket.shtml

Tag 1 – Der Kauf

Ich hatte genau 17 Minuten Zeit. Um 6 Uhr ├Âffnete das Reisezentrum, um 6:17 Uhr fuhr mein Zug. Und diese Fahrt sollte die Jungfernfahrt mit meiner (vorl├Ąufigen) Bahncard 100 werden. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, ob 17 Minuten ausreichen werden, um den Kaufvorgang mit Hilfe einer Angestellten des Reisezentrums durchzuf├╝hren. Aber – ich wurde positiv ├╝berrascht. Nachdem das Reisezentrum 35 Sekunden nach 6 seine T├╝ren ├Âffnete, war ich auch schon am Schalter und trug mein Anliegen vor. Die nette Dame erkannte sofort den Ernst der Lage. Routiniert ├╝bernahm sie die Daten von meiner Bahncard (BC) 50, druckte innerhalb von Sekunden eine vorl├Ąufige BC 100 aus, ich kritzelte auf 2 Formulare meine Unterschrift (eins f├╝r die anteilige Erstattung der Restlaufzeit meiner BC 50, das andere war der BC 100 Antrag), w├Ąhrend sie begann, das dicke B├╝ndel 50 ÔéČ Scheine (danke Geldautomat) zu z├Ąhlen. 12 nach 6 verlie├č ich das Reisezentrum mit der vorl├Ąufigen BC 100 im Gep├Ąck und 5 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges.

Nachdem ich es mir im ICE gem├╝tlich gemacht hatte klingelte mein Telefon. Die nette Dame aus dem Reisezentrum teilte mir mit, dass ich im falschen Feld auf dem BC Antrag unterschrieben habe. “Der Bahncard Service wird sich dann sicherlich nochmal bei ihnen melden.” Na wenns weiter nichts ist, dachte ich mir und setzte zufrieden meine Fahrt fort.