160 Minuten…

(only in german – sorry)

Tja liebe Bahn – ich muss zugeben, ich hĂ€tte nicht gedacht das du erst nach meinem Bahncard 100 Abenteuer einen neuen VerspĂ€tungsrekord aufstellst. Aber mal ganz ehrlich – 160 Minuten sind schon ein starkes StĂŒck. Und das zudem mitten in der Nacht. Klar – der City Night Line hat immer mal ordentliche VerspĂ€tungen, nur holt er die zumeißt wieder auf, da in seiner normalen Fahrzeit ewige Aufenthalte an Bahnhöfen eingeplant sind.

Ganz besonders interessant fand ich die BegrĂŒndung: Bauarbeiten. Da stelle ich mir zwangslĂ€ufig die Frage, ob es bei der Bahn tatsĂ€chlich ungeplante Bauarbeiten gibt ? Ich habe zwar keine Ahnung vom Bauhandwerk, aber in den letzten Jahren konnte ich durch aufmerksames Beobachten feststellen, dass bei Bauarbeiten der Bahn immer eine ganze Menge Leute involviert sind. Da wĂ€ren die Posten zur Streckensicherung, die BauĂŒberwacher, die tatsĂ€chlichen Bauarbeiter und so weiter. Weiterhin habe ich bei nahezu jeder Bahnbaustelle schwere Technik gesehen. Schienenbagger, seltsame Gleis- und / oder Schotterverlegemaschinen, teilweise Gleise, ganze Weichen und vieles mehr. Worauf möchte ich hinaus ? Richtig – ich glaube nicht daran, dass es bei der Bahn ungeplante Bauarbeiten gibt. Dieser Annahme folgend frage ich mich weiterhin, ob es dann wirklich nicht möglich ist, die FahrgĂ€ste rechtzeitig darĂŒber zu informieren, dass es zu Verzögerungen von bis zu 160 Minuten kommen kann.

Warum das gut wĂ€re ? Nun ganz einfach. In meinem Falle waren die 160 Minuten VerspĂ€tung leider 100 Minuten zuviel. 60 Minuten VerspĂ€tung hatte ich als Puffer eingeplant. Aber fast das Dreifache ? Nein. Und so kam es, dass ich mir in einer kalten Dienstagnacht um 0:15 Uhr (denn genau zu diesem Zeitpunkt tauchte die VerspĂ€tung erstmals im DB Navigator auf (Abfahrt wĂ€re um 01:21 Uhr gewesen)) Gedanken machen musste, wo ich denn jetzt ein Auto herbekomme und ob ich ĂŒberhaupt noch wach genug bin, um selbiges zu pilotieren. GlĂŒcklicherweise fand ich auf beide Fragen eine positive Antwort, so dass ich knapp 1 Stunde spĂ€ter im Auto saß und die leeren deutschen Autobahnen befuhr. NatĂŒrlich bewaffnet mit reichlich Kaffee. Das Ganze fĂŒhrte in letzter Konsequenz zu einem 18 Stunden (Arbeits-)tag und dem altbekannten GefĂŒhl, dass der Bahn ihre FahrgĂ€ste absolut und vollkommen egal sind.

Nachtrag:

Ebenfalls sehr unschön . Im DB Navigator stand zunĂ€chst eine VerspĂ€tung von 20 Minuten, aus der dann 60, 120, 140 und schliesslich knappe 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges 160 Minuten wurden. Tut das wirklich Not ? Wie wĂ€re es, einfach mal von “best case” Anzeige auf “worst case” umzuschalten ?

Deutsche Bahn: Zeit- und Entfernungsmessung

(only in german – sorry)

Ich habe mal ausgerechnet wieviel Zeit ich eigentlich in und welche Distanz ich mit der Bahn (Bahncard 100) bisher im Jahre 2013 zurĂŒck gelegt habe.

Pro Quartal sieht das dann im Mittel so aus:

  • 8.101 km Distanz
  • 91 Stunden
  • 89 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

Die Summe Q1 – Q3 sieht es so aus:

  • 24.303 km Distanz
  • 273 Stunden
  • 89 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

Das bisher schnellste Quartal war bisher Quartal 2 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 91 km/h, das Langsamste war Quartal 1 mit 87 km/h. Mit 9.001 km war Q2 auch das mit der grĂ¶ĂŸten zurĂŒck gelegten Distanz und Q1 mit 7.122 km das mit der Geringsten.

Wenn das Jahr vorbei ist, werde ich ungefĂ€hr 1/10 der Distanz zwischen Erde und Mond per Bahn zurĂŒck gelegt haben. Einmal um die Erde werde ich leider nicht ganz schaffen. DafĂŒr mĂŒsste ich noch auf ungefĂ€hr 40.000 km kommen. Schauen wir mal, ein Update gibts am Ende des Jahres.

Deutsche Bahn: Einmalige Identifikation, Raucher und Pinkelpause

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Der / die aufmerksame Leser/-in weiß – ich hatte bis vor kurzem noch eine Bahncard 100. Inzwischen bin ich wieder Bahncard 50 Fahrer und Onlineticket-Ausdrucker. Dabei ist mir etwas seltsames aufgefallen. Einen Tag nach Ablauf der Bahncard 100 konnte ich diese noch als Identifikationskarte nutzen, obwohl sie abgelaufen war. Der in fettem Rot gedruckte Hinweis wĂ€hrend des Buchungsprozess war gar nicht zu ĂŒbersehen, denn ich hatte vorsichtshalber schon mal den Personalausweis bereit gelegt. Am zweiten Tag nach Ablauf der Bahncard 100 ging das nicht mehr. Warum ? Keine Ahnung. Auch hier lĂ€sst die Bahn ihre Kunden lieber unwissend.

Aus der Kategorie “Lustige Durchsagen Teil 269” habe ich letzte Woche folgendes von einem Zugbegleiter gehört: “Und hier noch eine Durchsage fĂŒr unsere rauchenden FahrgĂ€ste. In Mannheim hat unser Zug 10 Minuten Aufenthalt. Sie haben dort letztmalig vor Berlin die Gelegenheit eine Raucherpause einzulegen. Unser Zug verlĂ€sst Mannheim nicht vor 18:32 Uhr.” Fand ich sehr nett (obwohl ich Nichtraucher bin).

Zu guter Letzt habe ich im wunderschönen Eisenbahnromatik Blog die Antwort auf die drĂ€ngende Frage gefunden, was der LokfĂŒhrer eigentlich macht wenn er mal muss.

Ein kleiner Hinweis auf => Bahncard 100 – das Experiment beginnt

bahn427(only in german – sorry)

Da der Artikel inzwischen sehr weit nach unten gerutscht ist, hier nochmal der Hinweis auf mein 1-jĂ€hriges Bahncard 100 Experiment. Viel Spaß beim Lesen !

http://www.hyperpac.de/?p=1319 – Bahncard 100 – das Experiment beginnt

 

ÜberlebensratschlĂ€ge fĂŒr hĂ€ufige Reisen mit der Deutschen Bahn

(only in german – sorry)

In meinem Artikel Bahncard 100 – das Experiment beginnt habe ich meine Erfahrungen aus einem Jahr intensiven Bahnfahrens niedergeschrieben. In dieser Zeit habe ich auch einige praktische Erfahrungen sammeln können, die ich hiermit weitergeben möchte. Einige der Tipps sind dabei nicht ganz so ernst gemeint und alle gehen davon aus, dass ihr wirklich viel Bahn fahrt.

Tipps fĂŒr den / die Bahn-Vielfahrende(n)

0. Entspanne dich, atme tief ein und aus.

1. AusrĂŒstung

a) Kauf dir ein Smartphone, einen leistungsfÀhigen Zusatzakku und installiere den DB Navigator.
b) Idealerweise kauf dir ein zweites Smartphone, mit einem anderen Mobilfunkanbieter, so dass du eine höhere Wahrscheinlichkeit der Netzabdeckung im fahrenden Zug hast und somit dem DB Navigator eher Ergebnisse entlockst.
c) Stelle sicher, dass Smartphone und Zusatzakku immer vor Fahrantritt voll geladen sind.
d) Deponiere ein LadegerĂ€t fĂŒr Smartphone und Zusatzakku so, dass du es IMMER dabei hast.
e) Idealerweise hast du ein zweites LadegerĂ€t dabei. FĂŒr alle FĂ€lle und so.

2. Vorbereitung / DB-Navigator / Anzeigen und Durchsagen

a) Lerne die Bedienung des DB Navigators auswendig (inkl. aller möglichen Optionen). Du musst in der Lage sein innerhalb von 15 Sekunden 2 alternative Verbindungen herauszusuchen, wÀhrend du mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springst und nebenbei eine Waffe an den Kopf gehalten bekommst.
b) Wenn du dir eine Verbindung mit dem DB Navigator herausgesucht hast, mache einen Screenshot davon. Das hilft zum einen wenn du sehr vergesslich bist und dir AnschlusszĂŒge oder Gleise nicht merken kannst. Zum anderen kannst du dir damit in empfangsschwachen Gebieten deine Verbindung nochmal vor Augen fĂŒhren.
c) Wenn du masochistisch veranlagt bist, hast du zusĂ€tzlich das Kursbuch der Bahn fĂŒr ganz Deutschland dabei. FĂŒr den Fall, dass das Mobilfunknetz ausfĂ€llt oder die Welt unter geht.
d) Vertraue keiner Anzeige, Durchsage oder Aussage der Deutschen Bahn. Egal wie positiv, negativ oder neutral diese sein mögen.
e) PrĂŒfe immer mit dem DB Navigator nach.
f) Benutze die SichtprĂŒfung (“…ich kann meinen Anschlusszug schon (noch) sehen”.)
g) Die Durchsage “In XYZ werden alle AnschlusszĂŒge erreicht” ist im besten Falle eine Theorie.

3. Sinnvolle ÜberbrĂŒckung und Nutzung von Wartezeiten

a) Nutze die Zeit ! 95% der Dinge die es an Bahnhöfen zu essen / trinken gibt sind ungesund und machen fett (schau mich an). Daher:
b) Lerne die Lage der Gleise zueinander. Sind Gleis 1 & 2 auf dem selben Bahnsteig oder Gleis 2 & 3 usw. ? PrÀge dir das unbedingt ein.
c) Gehe die Bahnsteige ab. Gibt es AbkĂŒrzungen um von Gleis X zu Gleis Y zu gelangen (UnterfĂŒhrungen, Rolltreppen, etc.). Und nein, GleisĂŒberquerungen gelten NICHT als AbkĂŒrzung.
d) Gibt es markante Dinge auf dem Bahnsteig, die sich leicht merken lassen und die du in Relation zu der Position der TĂŒren des Zuges setzen kannst (Hinweisschilder, Raucherecken, MĂŒlleimer) ? Sowas sichert dir im Zweifelsfalle einen Sitzplatz, weil du als Erster in den vollkommen ĂŒberfĂŒllten Zug einsteigen kannst (da du genau da stehst wo sich die TĂŒr öffnet).
e) Setze die Ausstiegsseite des Zuges in Relation zur Lage der Gleise (Schritt 3b). Merke dir das ! Es hilft dir bei der Analyse, wie schnell und wie weit du rennen musst. Zudem kannst du dich im Zug lange bevor es durchgesagt wird an der richtigen TĂŒröffnungsseite positionieren (Achtung in Frankfurt Hbf: die ZĂŒge wechseln gerne kurzfristig das Gleis, meißtens auf das GegenĂŒberliegende).
f) Gehe zum ersten Gleis. Stoppe die Zeit die du brauchst um von dort zum letzten Gleis zu kommen. Wiederhole das Ganze vom letzten zum ersten Gleis. Merke dir die Zeit und jetzt renne die selbe Strecke als wĂ€re dir der Teufel persönlich auf den Fersen. Du brauchst lĂ€nger als 2 Minuten ? Dann heißt es trainieren, trainieren, trainieren. NatĂŒrlich mit GepĂ€ck (siehe auch Schritt 4).
g) Lerne den Bahnhof kennen. Wieviele Ein- / AusgĂ€nge gibt es ? Wo ist der DB Schalter ? Das Reisezentrum ? Die DB Lounge ? Die Toiletten ? TaxistĂ€nde ? Abfahrtsort von S-, U-Bahn und Nahverkehr ? SchließfĂ€cher ?
h) Suche die Schalter der einschlĂ€gigen Mietwagenfirmen. PrĂŒfe ob du irgendwelche Rabatte oder Sonderangebote aufgrund deines Bahntickets / Bahncard / was auch immer bekommst. KlĂ€re ab, was du zur Anmietung eines Fahrzeuges benötigst (Kreditkarte, etc.) und fĂŒhre dies zukĂŒnftig immer bei dir.

4. GepÀck

a) Optimiere dein GepÀck ! Lass alles zu Hause was du nicht unbedingt brauchst. Packe lieber etwas Warmes zum Anziehen ein (und etwas Gesundes zum Essen und Trinken).
b) Idealerweise hast du kein GepĂ€ck und alles “am Mann”.
c) Du hast nur ein GepĂ€ckstĂŒck. Dieses lĂ€sst dir aber beide HĂ€nde frei (Rucksack, UmhĂ€ngetasche) und du kannst damit sehr schnell rennen.
d) Du hast 2 GepĂ€ckstĂŒcke. Schlecht. Siehe 4a und 4b.
e) Gut, also doch 2 GepĂ€ckstĂŒcke. Nr. 1 muss unbedingt den Bedingungen aus 4b entsprechen. Nr. 2 ist idealerweise ein IATA Maßen entsprechendes HandgepĂ€ckstĂŒck mit gut funktionierenden Rollen und ausziehbarem Griff. Du musst damit genauso schnell rennen können wie in 4b. Wenn die Rollen beim Rennen den Boden nicht berĂŒhren sondern das GepĂ€ckstĂŒck hinter dir her fliegt, ist das ein Zeichen fĂŒr die richtige Renngeschwindigkeit. Wenn du damit Personen mehr oder weniger “berĂŒhrst” dann brĂŒlle ein lautes Entschuldigung. Renne aber unbedingt unvermindert weiter (Darwin…).
f) Koffer. Fahre mit dem Auto oder lass dich fahren. Alternativ kannst du auch 2 oder mehr Stunden Puffer einplanen, je nach Dringlichkeit deiner pĂŒnktlichen Ankunft. Koffer lassen sich im kompletten Reiseprozess mit der Bahn extrem schwer handhaben und deine AnschlusszĂŒge kannst du gleich abhaken.

5. Verhalten im Zug

a) Verzichte auf eine Sitzplatzreservierung, maßlos ĂŒberteuert und braucht kein Mensch. Ausnahme: fĂŒr den Zug wird eine “voraussichtlich starke Auslastung” angezeigt. Dann erspart dir die Sitzplatzreservierung relativ sicher eine stehende Reise.
b) Lies dir die Reservierungsanzeige am Sitzplatz genau durch. FĂŒr welche Teilstrecke ist der Platz reserviert ? Beispiel: Dein ICE fĂ€hrt von Basel nach Berlin. Du nutzt die Teilstrecke Karlsruhe – Frankfurt Hbf. Die Reservierungsanzeige zeigt an: Frankfurt Hbf – Berlin. Folglich kannst du bequem von Karlsruhe bis Frankfurt auf dem reservierten Platz sitzen.
c) Frage Leute, die ihr GepĂ€ck auf dem freien Sitz neben sich platziert haben, freundlich aber bestimmt, ob der Platz noch frei sei. 98% sagen Ja. Biete ihnen an, dass GepĂ€ck in die dafĂŒr vorgesehenen FĂ€cher ĂŒber den Sitzen zu verstauen.
d) Setz dich in Abteile. In 99% der Abteile ist immer noch mindestens ein Platz frei. Einfach TĂŒr aufschieben und rein.
e) Sei hilfsbereit. Ziemlich viele Menschen benehmen sich in ZĂŒgen wie Arschlöcher. Dabei wĂ€rst du selbst auch dankbar, wenn dir jemand mit deinem unmenschlichen GepĂ€ck / Kinderwagen / Rollstuhl / KrĂŒcken hilft.
f) Kenne und lerne die Strecke deines Zuges inkl. aller Unterwegshalte. Das kleine Faltblatt (ich glaube es heißt Reiseplan und liegt in der Regel (haha) auf mehr oder weniger jedem Sitz) ist dir ein guter Lehrer. Schau dir auch die Entfernungs- und Zeitangaben zwischen den Halten an.

6. Umsteigen und AnschlusszĂŒge

a) Lerne Gleis, Zugnummer deines Anschlusszuges und die zur VerfĂŒgung stehende Zeit zum Umsteigen auswendig.
b) Berechne bei VerspĂ€tung wieviel Zeit dir wirklich zum Umsteigen bleibt und wie groß die Distanz zwischen Gleis X und Gleis Y ist.
c) Beim allem ĂŒber 3 Gleise und unter 5 Minuten renne. Immer !
d) Verinnerliche die Informationen aus Schritt 3 und wende sie an.
e) Ist dein Umsteigebahnhof ein Kopfbahnhof ohne AbkĂŒrzungen, dann gehe bereits 10 Minuten vor Ankunft an das vordere Ende des Zuges (Fahrtrichtung) und positioniere dich direkt vor der TĂŒr auf der Ausstiegsseite. Das spart dir bei langen ICEÂŽs locker 100 – 150m die du weniger rennen musst.
f) Ist dein Umsteigebahnhof ein Durchgangsbahnhof, dann positioniere dich bereits 10 Minuten vor Ankunft an einer TĂŒr auf der Ausstiegsseite. Hast du grĂŒndlich gearbeitet in Schritt 3 wĂ€hlst du zudem eine TĂŒr die am nĂ€chsten zum Zielgleis liegt (z.B. bei Bahnhöfen mit AbgĂ€ngen an beiden Enden des Gleises).
g) Benutze den DB Navigator hĂ€ufig und prĂŒfe auch kurz vor Ankunft auf Neuigkeiten.
h) Wenn es knapp wird…erstmal rein in den Zug, Wagen egal. Um deinen Sitzplatz, Bordbistro oder die Fahrkarte kannst du dich immer noch kĂŒmmern (Achtung: im Nahverkehr solltest du idealerweise schon eine Fahrkarte haben oder SOFORT zum Zugbegleiter mit deiner VerspĂ€tungsgeschichte gehen).
i) WĂ€hrend du durch den Bahnsteig rennst versuche ein Auge auf die Anzeigentafeln und ein Ohr auf die Durchsagen zu richten. Manche Gleiswechsel passieren wirklich erst um 5 vor 12 und du willst nicht zum falschen Gleis rennen. Wirklich nicht.
j) Bevor du in den Zug einsteigst wirft immer einen schnellen Blick auf die Zugnummer, idealerweise auf die, die in einem der Zugdisplays angezeigt wird. Notfalls tuts auch die Anzeige ĂŒber dem Gleis (dann kann es dir allerdings passieren, dass vor dir noch ein anderer Zug steht als angezeigt wird).

to be continued…

Bahncard 100 – das Experiment beginnt

(only in german – sorry)


Ich habe mir nach fast 1,5 Jahren nachdenken eine Bahncard 100 gekauft. Die nĂ€chsten 12 Monate betrachte ich als Probe- und BewĂ€hrungszeit fĂŒr diese 3.990 € teure Investition. An dieser Stelle hier werde ich unregelmĂ€ssig von meinen Erfahrungen berichten.

Bildquelle: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0004_bc-bc100-bild_LZ01

Tag 374 – Neue Kategorie

Dieser Artikel wird hiermit offiziell geschlossen. Alle weiteren EintrĂ€ge zum Thema Bahn findet ihr zukĂŒnftig in der extra dafĂŒr angelegten Kategorie “Bahn”.

Danke fĂŒr die Aufmerksamkeit. Kommentare sind natĂŒrlich weiterhin erwĂŒnscht.

Tag 367 – Nachlese

Sooooo…die ersten 2 Tage ohne Bahncard 100 sind geschafft. Auch die erste Bahnfahrt, jetzt wieder mit Bahncard 50, liegt schon hinter mir. Dabei hĂ€tte man fast denken können, dass der große “Bahn-Gott” mich fĂŒr diese Entscheidung bestrafen möchte. Ich konnte nicht richtig schlafen, war viel zu frĂŒh am Bahnhof, es regnete und ich konnte meinen Anschlusszug in Karlsruhe sehr schön aus dem Fenster meines einfahrenden ICEÂŽs wegfahren sehen. Nichtsdestotrotz möchte ich hier noch ein paar Dinge festhalten, die ich im letzten Jahr erlebt habe und die bisher keine ErwĂ€hnung gefunden haben.

Ich hatte z.B. die unglaubliche Ehre den Fundservice der Bahn zu testen. Denn in einem Moment totaler geistiger Umnachtung hatte ich tatsĂ€chlich meine Lieblingstrickjacke im ICE 101 hĂ€ngen lassen. Also fĂŒllte ich brav das Formular aus, konnte sogar noch ein halbwegs gutes Foto der Lieblingsstrickjacke auftreiben und anhĂ€ngen und ab damit in die Post. Dann passierte NICHTS. Ich habe bis heute, gut 3 Monate nach dem Verlust, von der Bahn keinerlei RĂŒckmeldung erhalten. Und in diesem Falle (war ja schliesslich meine eigene Dummheit) bin ich gar nicht anspruchsvoll. Mir hĂ€tte eine e-Mail oder sogar eine SMS mit dem Inhalt “Sorry, nicht gefunden. Deutsche Bahn” gerreicht. Eine spontane Umfrage unter Leidensgenossen ergab: das ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Meine schöne Lieblingsstrickjacke :-(.

Dann war da noch die afrikanische Nonne im ICE 101 (der ICE 101 ist eh ein fahrendes KuriositĂ€tenkabinett). Es war Mittwoch vor dem Tag der dt. Einheit, der Zug war mehr als nur hoffnungslos ĂŒberfĂŒllt und ich unterhielt mich sehr nett mit einer Vertriebsassistentin. Wir saßen am Vierertisch und die Nonne uns gegenĂŒber. Sie verbrachte die knapp 1,5h Fahrt damit, sich mehrmals ohne ersichtlichen Grund zu bekreuzigen. Ganz offensichtlich war ihr der mit knapp 1.000 Personen (verteilt auf 2 Zugteile) gefĂŒllte ICE ganz und gar nicht geheuer und sie sah das Ende kommen. Das Ende war in diesem Falle Frankfurt Hbf und sie bekreuzigte sich auch direkt nach Verlassen des ICEÂŽs auf dem Bahnsteig. Ausnahmsweise war der Zug pĂŒnktlich.

Tag 365 – … und vorbei

Und schon ist es vorbei. Ein Jahr Bahncard 100 ist um. Wer diese kleine Serie aufmerksam verfolgt hat wird feststellen, dass die EintrĂ€ge seit der Halbzeit deutlich weniger geworden sind. Ganz genau genommen gab es eigentlich seit Halbzeit ĂŒberhaupt keinen Eintrag mehr. Das liegt hauptsĂ€chlich daran, dass a) in den letzten 6 Monaten nur wenig Neues passiert ist von dem ich noch nicht berichtet hatte und das ich b) dann doch etwas weniger Bahn gefahren bin als geplant. Aber es gibt dann doch noch so einiges ĂŒber das ich schwadronieren möchte, aber fĂŒr alle die an einem Fazit interessiert sind, stelle ich dieses mal voran.

Fazit:

Die Bahncard 100 hat fĂŒr mich wirtschaftlich Sinn gemacht, obwohl ich in den letzten 6 Monaten weniger gefahren bin als geplant. Die enstprechenden Fahrten mit dem Auto durchzufĂŒhren, wĂ€re deutlich teurer gewesen, selbst unter BerĂŒcksichtigung regelmĂ€ssiger Mitfahrer und der Tatsache, dass ich trotz Bahncard 100 ein Auto besitze. Besagtes Auto hĂ€tte ich aber de-facto nicht gebraucht. Der relativ gute öffentliche Nahverkehr in meiner Heimatstadt, mehrere Carsharing Stationen fusslĂ€ufig erreichbar und fĂŒr alles weitere einen Mietwagen, hĂ€tten meine MobilitĂ€t sichergestellt. Wer Zahlen mag, dem empfehle ich mal eine echte Vollkostenrechnung (also inklusive Anschaffung, Verschleiß, Wartung, Reinvestition, etc.) fĂŒrs Auto bei einem wöchentlichen Arbeitsweg von knapp 1000km. Aber nicht in Ohnmacht fallen ;-). Ob ich denn mit dem Auto fahren wĂŒrde, wenn es billiger / gleich teuer wie eine Bahncard 100 wĂ€re, werde ich hĂ€ufig gefragt. Die Antwort ist ein ganz klares Jein. Ich denke es wĂŒrde ziemlich genau auf eine 50:50 Verteilung hinauslaufen. Das Auto ist manchmal praktischer, manchmal schneller und manchmal deutlich weniger frustrierend als die Deutsche Bahn aber man muss halt eben auch selbst fahren und kann nicht einfach mal kurz die Augen zu machen (kann man schon, ich rate aber davon dringend ab). Ach ja Frust. Das ist ein gutes Stichwort, dass ich hier im Fazit nicht unerwĂ€hnt lassen möchte. Bist du liebe(r) Lesende(r) schnell frustriert weil etwas nicht so klappt wie geplant, oder verlierst schnell die Nerven wenn du Termine nicht einhalten kannst (und dir die GrĂŒnde wirklich absolut nicht nachvollziehbar erscheinen) ? Ja ?! Dann kauf dir keine Bahncard 100, fahr am Besten gar nicht erst Bahn. Denn wie das so bei großen gesichtslosen Unternehmen ist, ist denen dein persönliches Schicksal vollkommen wurscht (Okay, die Bahn hat recht viele Gesichter, z.B. die Zugbegleiterinnen, aber glaub mir, die können am allerwenigsten etwas dafĂŒr was dir gerade widerfĂ€hrt). Und glaub mir, GrĂŒnde frustriert zu sein, werden dir sehr sehr viele begegnen. Gleichzeitig bietet das Fahren mit der Bahn, sei es mit Bahncard 100 oder nicht, die unglaubliche Gelegenheit, einen kostenlosen Entschleunigungskurs zu belegen. Denn hin und wieder hast du plötzlich ganz viel Zeit. Denn es gibt nichts zu tun außer warten. Idealerweise verbannt man das Smartphone in die Jacken- / Hosen- oder gleich ganz in die Tasche und genießt das Flair der umgebung (wahrscheinlich ein Bahnhof). Du hast alle Zeit der Welt um die gelben AbfahrtsplĂ€ne zu studieren und dich daran zu erfreuen, wohin man von diesem beschaulichen Fleckchen Erde ĂŒberall mit dem Zug fahren kann. NatĂŒrlich hast du auch noch genug Zeit um die nicht minder spannenden weißen AnkunftsplĂ€ne zu studieren. Du hast Zeit um dir die Wagenreihungen aller ICEÂŽs / ICÂŽs einzuprĂ€gen mit denen du niemals im Leben fahren wirst. Auch lokale Preisstudien sind möglich. Dazu empfehle ich am Frankfurter Hauptbahnhof alle BackstĂ€nde abzuklappern, bist du das billigste Ciabattabrötchen mit Mozzarella gefunden hast (geht natĂŒrlich auch mit dem Teuersten). Oder du schaust dir Reisende an ! Das ist ein ganz großes Abenteuer, denn das was du da siehst, lĂ€sst dich mit Sicherheit am zukĂŒnftigen Überleben der menschlichen Rasse zweifeln. Und Gott, wieviele Leute wirklich schlechte ZĂ€hne haben. Erschreckend.

Sonst noch was ? Ach ja, schau dir mal meine Tipps in diesem Artikel an. Diese sichern dein Überleben im Bahnverkehr (oder das Erreichen des Anschlusszuges was manchmal das Selbe ist).

Viel Spaß !

Richtigstellung / Korrektur des Eintrages von Tag 140

Im unteren Abschnitt des Eintrages vom Tag 140 ging es um die Bahn Comfort SitzplÀtze und die Frage, ob man mit dem Comfort Status pauschal alle SitzplÀtze dieser Art (auch die in der 1. Klasse) benutzen darf. Ich habe viele Fragen und Anmerkungen dazu bekommen, die ich jetzt um eine eigene Erfahrung ergÀnzen möchte in der Hoffnung, dass irgendjemand Lust, Zeit und Geld hat, um die Sache von einem Gericht klÀren zu lassen. Denn eindeutig ist es leider nicht.
Folgendes ist mir passiert, als ich wieder einmal im Comfort Bereich der 1.Klasse saß. Der Schaffner hatte gar keinen Humor und sah auch die Beförderungsbedingungen auf seiner Seite, so dass ich innerhalb kĂŒrzester Zeit nicht nur die AUfmerksamkeit der gesamten 1. Klasse fĂŒr mich hatte, sondern auch die eines Polizisten. Schaffner und Polizist einigten sich auf “Fahren ohne gĂŒltigen Fahrschein” und ich bekam wenig spĂ€ter Post von der zentralen Eintreibestelle der Bahn (korrekter Name ist mir gerade entfallen). Im anschliessenden Dialog mit der besagten Stelle stellte sich recht schnell heraus, dass der Schaffner wohl doch keine abschliessende Definitionshoheit fĂŒr sich beanspruchen konnte. Denn lustigerweise konnte ich ein Foto des Wagenreihungsschaubild meines ICEÂŽs vorweisen, auf dem der kleine rote Punkt fĂŒr Bahn Comfort ausschliesslich in einem 1. Klasse Wagen eingezeichnet war. Mit diesem taktischen Gegenschlag hatte man wohl nicht gerechnet und so gab die Gegenseite kleinlaut bei, nicht allerdings ohne einen fettgedruckten Hinweis, dass dies keine generelle Regelung ist. Ich musste nichts zahlen, habe aber seitdem auf die Fahrt in der 1. Klasse verzichtet, da ich die öffentliche Bloßstellung als Schwarzfahrer auch im Nachhinein noch als wenig schmeichelhaft empfinde. Nichtsdestotrotz habe ich die Beförderungsbedingungen noch einmal intensiv studiert und bin zu meinem laienhaften Fazit gekommen, dass dort schlicht und einfach gar nichts zum Thema drinsteht. Auch die zahlreichen Bahncard, Bahn Bonus und Bahn schieß-mich-tot Bestimmungen sagen dazu nix aus. Also meine klagefreudigen Freunde – ran an den Speck !

Tag 226 – Halbzeit verpasst, ein kleines Zwischenfazit und großartig gemacht

63 Tage lang kein neuer Eintrag ? Und die Halbzeit meiner 1-jĂ€hrigen Bahncard 100 Odysee verpasst ? Mensch, was ist nur los mit mir ?! Nun ja, ein Grund ist – oh Wunder – dass tatsĂ€chlich recht wenig passiert ist in den letzten 63 Tagen. Ich war mit einer unglaublichen PĂŒnktlichkeit (grĂ¶ĂŸtenteils) unterwegs, habe keine AnschlusszĂŒge verpasst und auch keine sonderlich erzĂ€hlenswerte Geschichte erlebt. Okay, es gab einen kleinen Sprint von Gleis 3 auf Gleis 11 in Karlsruhe, aber das war – bis auf die verdutzten Blicke einer Reisegruppe, als ich mich mit letzter Kraft und GepĂ€ck förmlich in den Regionalexpress warf – nichts Besonderes.

Zur Halbzeit soll ich sicherlich ein erstes Fazit ziehen und ehrlich gesagt ist das gar nicht so einfach. Ich habe auf jeden Fall einen Tipp an die eigene Erwartungshaltung. Man darf nicht mit einer – ich nenne es mal 100% Erwartung – an die Bahncard 100 und die damit verbundenen Fahrten herangehen. Denn tut man das, wird man auf jeden Fall enttĂ€uscht – in jeglicher Hinsicht, egal ob PĂŒnktlichkeit, ZuverlĂ€ssigkeit oder Service. Das Preis-/LeistungsverhĂ€ltnis muss jeder fĂŒr sich ausrechnen, fĂŒr mich als “400km pro Richtung, das 2x die Woche” Pendler lohnt es sich auf jeden Fall – im Vergleich zum Auto. Es lohnt sich auch noch, wenn ich regelmĂ€ssig 2-3 Personen im Auto mitnehmen wĂŒrde (gegen Geld). Ein Auto habe ich trotzdem. Ich bin in den letzten Wochen ein paar Mal mit dem Auto gefahren und habe ehrlich gesagt, so ca. ab Kilometer 250 die Bahn vermisst. Ich hatte das BedĂŒrfnis meinen Laptop aufzuklappen und eine Serie zu schauen, etwas zu arbeiten oder ein Buch zu lesen. Das hat mich – als Menschen der ausgesprochen gerne Auto fĂ€hrt – schon etwas verwundert. Ein definitiver Nachteil ist fĂŒr mich aber die Tatsache, dass es fĂŒr den Partner / die Partnerin keine echte ErmĂ€ĂŸigung gibt. Das hat zur Folge, dass wir Reisen zu zweit fast immer mit dem Auto unternehmen, es sei denn wir bekommen ein 19,- oder 29,- EUR Sparticket. Ich wĂ€re durchaus bereit, einen stattlichen Betrag an Geld fĂŒr eine kostenlose Partnermitnahme zu  zahlen. Doch bei der derzeitigen Auslastung der FernzĂŒge wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben. Denn wenn ich eines mit Sicherheit sagen kann, dann das die Auslastung in den FernzĂŒgen der Deutschen Bahn gestiegen ist. Merklich gestiegen.

Enden möchte ich heute mit einer Kopie meines Eintrages auf der Facebook Seite der Deutschen Bahn, denn heute, nein heute, war wirklich kein guter Tag:

Liebe Deutsche Bahn !

Das habt ihr heute mal wieder wirklich großartig hinbekommen. Ich befand mich im ICE504/104 von Karlsruhe nach Frankfurt Main Flughafen. Der Zug war pĂŒnktlich und laut Ansage im Zug, werden in Frankfurt Main Flughafen auch alle AnschlusszĂŒge erreicht. Im letzten Tunnel vor dem Flughafen (geplante Ankunftszeit 18:06 Uhr), es war 18:05 Uhr stoppte unser Zug. Um 18:11 Uhr setze er sich wieder in Bewegung, um 18:12 Uhr erreichten wir den Bahnhof. Nur dummerweise fuhr um 18:11 Uhr mein Anschlusszug vom gegenĂŒberliegenden Gleis ab. Ich konnte ihn sogar noch sehen. Ist das wirklich euer Ernst ? Ist – seitdem die ICEÂŽs mit grĂŒnem Strom fahren – selbiger so knapp geworden, dass es nicht mehr zur Kommunikation untereinander reicht ? Oder ist es fĂŒr euch ganz normal, die FahrgĂ€ste zu belĂŒgen und zu verarschen ?

Und kommt mir jetzt nicht mit Einzelfall und kann ja mal passieren. Ich habe jetzt seit 8 Monaten eine Bahncard 100. Passiert ist mir so eine Situation inzwischen schon 5 mal, allerdings meist in Fulda.

Zudem habe ich das GefĂŒhl, dass Reisende Richtung Ostdeutschland bei euch FahrgĂ€ste 3. Klasse sind, bei denen es nicht so wichtig ist ob sie ihren Anschlusszug bekommen oder nicht. In Mannheim dagegen, wird auf den Zug aus / in Richtung MĂŒnchen auch locker mal 10-20 Minuten gewartet.

Wie wĂ€re es denn, wenn ich jetzt immer statt 2.Klasse eine Runde 1. Klasse fahre ? Sozusagen als Ausgleich…oder meine Bahncard 100 einfach ein paar Tage / Wochen / Monate spĂ€ter bezahle ?

WĂ€re das fĂŒr euch in Ordnung ? FĂŒr mich ist es nĂ€mlich auch nicht in Ordnung, meinen Anschlusszug wegen 1 Minute zu verpassen !

Tag 163 – fehlende Worte

Erinnert ihr euch noch an Tag 140 ? Und meine kleine aber feine Lobeshymne auf den City Night Line ? Tja, genau diese positive Erfahrung veranlasste mich, diesmal gleich 10,- EUR bei der Reservierung mehr auszugeben, um in den Genuss des Liegewagens mit 6er-Belegung zu kommen. Und mir fehlen ein bisschen die Worte um eben genau diesen Genuss wirklich gut beschreiben zu können. Denn mit einem hatte ich nicht gerechnet. FĂŒnf voll belegte Betten mit mir als Sechsten im Bunde. Liebe Leserinnen und Leser – addiert bitte die Geruchskulissen aller Übernachtungen in Gruppen die ihr in eurem Leben hattet zusammen (Jugendherbergen, Armee, Zelt, SchlafsĂ€le, etc.), multipliziert sie mit Faktor 10 und dann herzlich Willkommen in meinem City Night Line Abteil. Sechs mehr oder weniger stinkende MĂ€nner (ich nehme mich da jetzt mal nicht aus) auf sagen wir mal 4 Quadratmeter. Es war so schlimm, dass ich freiwillig meinen “Schlaf” um eine Stunde verkĂŒrzte und die Zeit lieber nutzte, um das Fahrradabteil ganz genau zu inspizieren. Ganz nebenbei ist mir noch aufgefallen, dass in den 6er-Abteilen kein Platz fĂŒr GepĂ€ck vorhanden ist, nicht mal fĂŒr mein IATA kompatibles HandgepĂ€ck.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn konnte im Jahr 2012 eine Steigerung seiner Passagierzahlen um 5% gegenĂŒber 2011 vermelden und damit einhergehend seinen Spartengewinn gleich mal verdoppeln (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bahn-mit-Rekordgewinn-article10291336.html). Was das in der Praxis heißt, durfte ich an einem Donnerstagabend auf dem Weg von Frankfurt / Main nach Erfurt erleben. Eigentlich war es ein business-as-usual Donnerstag. Ein bisschen VerspĂ€tung hier, der ĂŒbliche Sprint in Frankfurt da, also fix in den ICE reingehechtet. Und so fand ich mich im “Flur” vor der 1. Klasse wieder. Zusammen mit gefĂŒhlten 100 anderen Reisenden und einem nicht enden wollenden Strom von weiteren zugsteigenden Menschen. Per Buschfunk wurde dann auch schnell klar, was der Grund fĂŒr diese indischen VerhĂ€ltnisse war. Es fehlte ein Zugteil. Als der Zug sich dann in Bewegung setzte, sah ich nur Menschen. Ich habe schon öfters volle, sehr volle und extrem volle ZĂŒge erlebt. Aber das war etwas anderes. Meine besondere Aufmerksamkeit konnte recht schnell ein kleines MĂ€dchen gewinnen, dass es sich in einem der GepĂ€ckfĂ€cher mehr oder weniger gemĂŒtlich gemacht hatte. Die aufgrund der rĂ€umlichen VerhĂ€ltnisse vollkommen aufgelöste und entnervte Mutter stand ziemlich ratlos davor und war sichtlich beeindruckt ob der stoischen GleichgĂŒltigkeit mit der ihre Tochter das GepĂ€ckfach in ihr kleines Reich umfunktioniert hatte. Ich hatte mir die kleine Glaskabine – die offensichtlich vor der 1. Klasse Standard ist (so eine Art Telefonzelle aus Glas, nur ohne Telefon und TĂŒr) – “gesichert” und verbrachte aus Platzmangel die erste Stunde stehend, die restlichen 1,5 Stunden in einem Zustand zwischen sitzen und liegen. Es wurde sich allerlei aufgeregt, die Zugbegleiter hatten sogar den Mumm die Fahrscheine zu kontrollieren und ich verbrachte die Zeit mit Musik hören und der Beobachtung des kleinen MĂ€dchens. Trotz all des Trubels um sie herum und der deutlich negativen Grundstimmung schien sie fĂŒr sich den schönsten Platz auf Erden geschaffen zu haben. Wenn Erwachsene das auch nur so leicht könnten…

Zum Abschluss noch eine Geschichte die in mir viele Fragenzeichen aufwirft und ich weiß auch heute, gut 2 Wochen spĂ€ter, noch nicht genau was ich darĂŒber denken soll. Es begab sich an einem Donnerstag in Karlsruhe. Der ICE fuhr ausnahmsweise mal pĂŒnktlich in den Bahnhof ein, jedoch nicht wieder raus. Grund dafĂŒr war eine Frau, die offenbar ohne gĂŒltiges Zugticket und irgendwelche anderen amtlichen Dokumente unterwegs war. Ob sie diese ĂŒberhaupt besaß, ist nicht ganz klar. Besagte Frau wurde schließlich durch 3 Beamte der Bundespolizei recht unsanft aus dem Zug befördert. Die ganze Aktion dauerte gute 15 Minuten, was zur entsprechenden VerspĂ€tung des Zuges fĂŒhrte. Die Reaktion zahlreicher Mitreisenden, die diese Szene mehr oder minder live miterlebten, war – in Ermangelung eines besseren Adjektives nenne ich es mal – erstaunlich. Als hĂ€tte ein Unsichtbarer eine reprĂ€sentative Umfrage gestartet, gab es plötzlich spontane MeinungsĂ€ußerungen von Mitreisenden. Und alle lassen sich auf einen Nenner bringen: “Toll, wegen dieser Sch**** haben wir jetzt VerspĂ€tung und ich verpasse meinen Anschlusszug in Frankfurt Richtung XYZ. HĂ€tten sie doch die arme Frau einfach mitfahren lassen. Wen interessiert es schon, ob sie eine Fahrkarte hat oder nicht.”.

Tag 140 – Von allem ein Bisschen

Ganze 46 Tage sind seit dem letzten Update vergangen. Gab es denn in dieser Zeit nichts Neues ? Hatte ich etwa mein Ohr nicht nah genug an der Schiene 😉 ? Nun, zum einen war ich faul, zugegebenermaßen. Zum anderen hat mich eine lĂ€ngere Krankheit etwas aus der Bahn geworfen (haha Wortwitz). Aber – es gab doch 3 erwĂ€hneswerte Dinge die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Ich habe den City Night Line (Nachtzug, AbkĂŒrzung CNL) getestet. Schon 2 Mal. Der CNL ist grundsĂ€tzlich reservierungspflichtig und kostet auch fĂŒr BC 100 Inhaber Aufpreis. Den Liegesessel als gĂŒnstigste Reservierungskategorie gibt es fĂŒr 10,- EUR Aufpreis. Ein Blick auf http://www.citynightline.de/citynightline/view/de/angebot/preise/preise_neu_2009.shtml hat mir allerdings gerade offenbart, dass es offenbar auch einen Sitzplatz im 6er-Abteil zu 4,- EUR gibt. Bei der Buchung ĂŒber die Reiseauskunft wird mir diese Kategorie seltsamerweise nicht angeboten. Möglicherweise gibt es genau diese nicht in meinem CNL. Naja, wer weiß. Die Fahrt im Liegesessel kann ich jedenfalls nicht uneingeschrĂ€nkt weiterempfehlen. Neben mir saß ein Ă€hnlich beleibter Herr wie ich und es war dann doch schon sehr, naja sagen wir mal intim. Daran Ă€nderte auch die nahezu stufenlose Verstellbarkeit des Sitzes nichts. Zudem war es recht laut und nicht besonders warm. DafĂŒr schön dunkel. Richtig ausgeruht habe ich mich aber bei Ankunft nicht gefĂŒhlt. Das krasse Gegenteil dazu war wiederum der Liegewagen in 6er-Belegung (20,- EUR Aufpreis). Ich hatte rein aus KostengrĂŒnden wieder den Liegesessel gebucht, bekam aber von einem sehr netten Schaffner einen Platz im Liegewagen zugewiesen, da der Waggon mit meinem Liegesessel aus unerfindlichen GrĂŒnden nicht dabei war. So teilte ich mir dann zusammen mit einem Ă€lteren Herren das 6er-Abteil und ganz altersgerecht schlief er ganz unten und ich ganz oben. Mit 2 Kissen und einer Wolldecke bewaffnet war ich dann sogar relativ schnell eingeschlafen, wurde allerdings durch die imposante GerĂ€uschkulisse hin und wieder geweckt. Reichlich spĂ€ter, genauer gesagt kurz bevor ich am Zielort meiner Reise war, entdeckte ich auch die Ursache. Das Waggonfenster war undicht und es zog wie Hechtsuppe inkl. dem GerĂ€usch eines startenden Flugzeuges. Trotzdem habe ich in Summe 4-5 Stunden geschlafen und war erstaunlich ausgeruht. Ein netter Nebeneffekt des CNL – ich war vor allen anderen im BĂŒro :-).

Erinnert ihr euch noch an Tag 32 ? Ganz im Sinne von “…und tĂ€glich grĂŒĂŸt das Murmeltier” erlebte ich die gleiche Situation noch einmal. Nur krasser. Und diesmal war ich auch echt sauer. Sehr sauer. Was war passiert ? Kurz gesagt, VerspĂ€tung in Frankfurt, Anschlusszug war weg, mehrmalige Durchsage im Zug, dass Reisende in Richtung Erfurt / Leipzig / Dresden nicht in Frankfurt aussteigen sollen, sondern bis Fulda im Zug verbleiben. Dort sollten wir dann Anschluss erhalten. Anschluss kann ja vieles bedeuten, aber es wurde sowohl in der Durchsage als auch auf meine explizite Nachfrage beim Zugbegleiter (das gebrannte Kind scheut das Feuer) sogar der Anschluss an den ICE inkl. Zugnummer bestĂ€tigt. In Fulda dann nichts außer gĂ€hnende Leere, reichlich Schnee und ca. 30 verzweifelte Ossis (inkl. meiner Wenigkeit) die einfach nur nach Hause wollten. Ich war geladen und schnappte mir sofort eine Zugbegleiterin (leider nicht die, die mir die Auskunft erteilt hatte), fragte sie nach meinem Anschlusszug und sie hatte tatsĂ€chlich die Dreistigkeit zu sagen, sie hĂ€tte eine solche Durchsage gar nicht gehört (und zuckte dabei nicht mal mit der Wimper). Ich zweifelte an mir selbst, daher schnellstmögliche RĂŒckversicherung bei den anderen ZurĂŒckgelassenen und dann auf zum (armen) Mann am Servicepoint. Dieser musste dann meine ganze VerĂ€rgerung ertragen inkl. einer Belehrung ĂŒber die Haltepunkte des nĂ€chsten ICÂŽs Richtung Heimat (sehr zur Erheiterung aller anderen Anwesenden), weigerte sich allerdings standhaft mich an die nĂ€chsthöhere “Stelle” zu delegieren und so zog ich mit mĂ€chtigen Grollen im Bauch ab. Im meinem Kopf sah ich schon die Überschrift in fetten Lettern: “DIE BAHN LÜGT (ihre Kunden an) !” ĂŒber diesem Blogartikel. Aber irgendwie habe ich mich inzwischen beruhigt und revanchiere mich jetzt auf andere Weise…

…denn als BC 100 Inhaber ist man automatisch auch Bahn Comfort Kunde (http://www.bahn.de/p/view/bahncard/bahncomfort/bahncomfort.shtml). Eine Art Bonusprogramm inkl. Bonuspunkten sowie einer ganzen Reihe weiterer Vorteile / Dienstleistungen die ich nicht brauche, abgesehen von der Nutzung der DB Lounge (leider gibt es in Fulda keine) sowie der speziellen Bahn Comfort SitzplĂ€tze. Diese speziellen Sitzplatzbereiche in ICÂŽs und ICEÂŽs lassen sich a) relativ kurzfristig noch reservieren und b) “dĂŒrfen” eigentlich nur von Bahn Comfort Kunden besetzt werden (auch ohne Reservierung). Diese Sitzplatzbereiche findet man in aller Regel sowohl in der 1. als auch der 2. Klasse. Lustigerweise hat die DB “vergessen” die Nutzung und Klassifizierung der Bahn Comfort SitzplĂ€tze eindeutig zu regeln, so dass man auch als Inhaber einer 2. Klasse BC 100 die Bahn Comfort SitzplĂ€tze in der 1. Klasse nutzen kann (natĂŒrlich geht das auch umgedreht). Ein praktischer Test hat zwar eine kurze Diskussion mit dem Schaffner nach sich gezogen, aber spĂ€testens bei meinem Verweis auf die Fahrgastbestimmungen hat er dann kapituliert.  Und da die Nutzungsquote der Comfort SitzplĂ€tze in der 2. Klasse besonders Donnerstags und Freitags recht stark ist, werde ich jetzt immer in die 1. Klasse Comfortzone ausweichen. Solange bis in Fulda tatsĂ€chlich mal ein Zug auf mich wartet.

Tag 94 – Wir hatten einen Lauf

Liebe Bahn ! Wir hatten einen Lauf. Einen Guten ! Waren es die Jahresziele, die mit einem letzten verzweifelten AufbĂ€umen noch – wenigstens ein bisschen – gerettet werden sollten ? War es das fĂŒr diese Jahreszeit ĂŒberaus freundlich milde Wetter ? Hatte eventuell der anstehende Weltuntergang etwas damit zu tun ? Oder war es gar Zufall ? Die wirkliche Ursache (falls es eine sauber mess- und beweisbare ĂŒberhaupt gibt) werde ich wohl nie erfahren. Schade eigentlich. Denn du hast wirklich alles versucht, um mich positiv(er) ĂŒber dich denken zu lassen. Plötzlich waren ZĂŒge pĂŒnktlich. AnschlusszĂŒge wurden erreicht. Keine 50-300m Sprints mehr auf deutschen Bahnhöfen. Selbst an den auslastungsstarken Tagen (Mo, Fr, teilw. Do) hast du mich pĂŒnktlich oder im Bereich von +5 ans Ziel gebracht. Doch leider konntest du diese so lieb gewonnene ZuverlĂ€ssigkeit nicht ins neue Jahr retten. Der gute Lauf fand sein jĂ€hes Ende offensichtlich am 31.12.2012 um 23:59 Uhr. Heute denke ich bereits (wieder) ernsthaft darĂŒber nach, die 1. Deutschen Bahnhofsmeisterschaften im Kurzstreckensprint auszurichten. Und trotz meiner betrĂ€chtlichen KörperfĂŒlle rechne ich mir gute Siegchancen aus. Gerannt wird selbstverstĂ€ndlich mit GepĂ€ck. MĂ€nner mit 3 StĂŒcken (UmhĂ€ngetasche oder Rucksack oder Sakosack, Laptoptasche, ein nach IATA HandgepĂ€cknorm zertifizierter Rollkoffer). Frauen mit 2 StĂŒcken (Handtasche, die mindestens einen Spalding NBA Basketball aufnehmen kann, sowie ein nach IATA HandgepĂ€cknorm zertifizierter Rollkoffer). BezĂŒglich der TrophĂ€en fĂŒr die PlĂ€tze 1 -3 bin ich fĂŒr VorschlĂ€ge offen. NatĂŒrlich braucht es auch Trostpreise fĂŒr alle ĂŒbrigen PlĂ€tze. Die Wichtigkeit von Trostpreisen kann eigentlich gar nicht genug betont werden.Trost braucht jeder Bahnkunde. Sehr viel Trost !

Zum Abschluss dieses Eintrages noch 2 mehr oder minder ernsthafte Dinge. Die Bahn hat es nach 3 Monaten, 4 e-Mails und 2 Anrufen tatsĂ€chlich geschafft, mir die anteilige Erstattung meiner Bahncard 50 zu ĂŒberweisen.  Das ich den Zeitraum und den damit verbundenen Aufwand fĂŒr eine absolute Frechheit halte, muss ich sicher nicht extra erwĂ€hnen.

Und das geht an euch ihr gelackten Businessaffen: in Ruheabteilen ist euer ultra wichtiges, super dringendes und in unverschĂ€mter LautstĂ€rke gefĂŒhrtes TelefongesprĂ€ch nicht erwĂŒnscht. Das zeigen euch auch die kleinen Gesichter in Deckenhöhe mit einem Finger vor dem Mund und dem “Psssst”. Ach ja. Das durchkreuzte Handy, welches sich direkt neben dem eben beschriebenen Piktogramm befindet bedeutet ĂŒbrigens nicht, dass es Straight Edge (http://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Edge) ist.

Tag 33 – UnergrĂŒndliche Entscheidungen

Es war einer dieser typischen Reisetage auf dem Weg in Richtung Bahndrehkreuz Frankfurt / Main. Der ICE war so voll, dass Fortbewegung im Zug unmöglich war. Mein Stehplatz zwischen zwei 1.Klasse Abteilen war angesichts der UmstĂ€nde sehr komfortabel. Wie ĂŒblich in solchen Situationen hatte mein Zug VerspĂ€tung. Die eingeplanten Ein-/Ausstiegszeiten auf den Unterwegsbahnhöfen reichten keinesfalls aus, um den Strom der Menschen pĂŒnktlich zu bewĂ€ltigen. Aber: das Zugpersonal tat alles menschenmögliche um a) die VerspĂ€tung so gering wie möglich zu halten und b) alle Reisenden ĂŒber ihre AnschlusszĂŒge und alternative Reisemöglichkeiten zu informieren. Danke dafĂŒr, denn das war wirklich super !

Doch wie so oft im Leben wurden die wichtigen Entscheidungen irgendwo da oben getroffen. Diese Person da oben, Funktionsbezeichnung Fahrdienstleiter, schaffte es tatsĂ€chlich, die zwar angespannte aber im Großen und Ganzen freundliche Stimmung im Zug innerhalb von Sekunden ins Negative zu verschieben. Und er/sie sorgte dafĂŒr, dass ca. 300 Reisende plötzlich begannen das Zugpersonal zu hassen und das auch genau so kommunizierten.

Was war passiert ? Unser Zug hatte bei Ankunft in Frankfurt/Main Hbf ca. 18 Minuten VerspĂ€tung. FĂŒr Vielreisende ist das an solch einem Tag praktisch nix, Ă€rgerlich, aber keine echte Hausnummer. Doch mit einer schon fast tragischen Konsequenz. Der ICE “Richtung Osten” (Erfurt, Leipzig, Dresden)* wĂ€re mit dieser VerspĂ€tung genau seit 5 Minuten weg gewesen. Kein Problem, denkt sich der gelehrte Reisende, “…den lassen sie schon warten”.  Diese Hoffnung teilte das Zugpersonal unseres Zuges. Die ernĂŒchternde Durchsage “…in Frankfurt/Main Hbf werden leider nicht erreicht: der ICE XXXX Richtung Dresden Hbf…”. Danach begann der real-life-shitstorm, an dem auch der fast schon verzweifelte Nachsatz “…Entscheidung des Fahrdienstleiters…” nichts Ă€ndern konnte.

Ein verpasster Zug, na und ? Dann eben den NĂ€chsten. Doch genau in diesem speziellen Fall traf dies nur fĂŒr Reisende bis Leipzig Hbf zu. Denn nach Dresden Hbf fuhr an diesem Tag kein Zug mehr. Es war DER Letzte.

Das verzweifelte Rennen zu Gleis 6, nachdem sich die TĂŒren unseres ICEÂŽs geöffnet hatten, war Ausdruck von Wut und Hoffnung zu gleich. Gleis 6 war leer, der Zug war tatsĂ€chlich weg. Und es waren tatsĂ€chlich nur 5 Minuten seit der regulĂ€ren Abfahrt vergangen. Ein Mitreisender und -rennender klopfte mir auf die Schulter und sagte “…komm der Serviceschalter ist da drĂŒben.”

Er musste nach Dresden. Ich nur nach Erfurt. FĂŒr mich gab es 1 Stunde spĂ€ter einen Zug. FĂŒr ihn nicht.

FĂŒr die Bahn war es (wieder einmal) business as usual.

*Warum benutze ich den Ausdruck “Richtung Osten” ? ZunĂ€chst erstmal ist dies in keinster Weise wertend oder gar abwertend gegenĂŒber den Reisenden in diese Richtung oder gegenĂŒber der Region generell gemeint. Vielmehr ist es eine subjektive Empfindung meinerseits, welchen Stellenwert diese Bahnverbindung im GesamtgefĂŒge der Bahn hat. PĂŒnktlichkeit ist auf dieser Linie eine Seltenheit. Die Infrastruktur in einem bemitleidenswerten Zustand. Und das Reisende ihren Zielbahnhof erreichen offenbar Nebensache.

Tag 32 – “In Fulda werden alle AnschlusszĂŒge erreicht”

Ja nix wars. Mein ICE hatte 8 Minuten VerspĂ€tung, damit wĂ€re der Anschlusszug schon 3 Minuten weg gewesen. Doch die Zugbegleiterin verkĂŒndete stolz und selbstsicher: “In Fulda werden alle AnschlusszĂŒge erreicht.”. Als ihr als Erster aus der sich noch öffnenden ICE-TĂŒr trat sah ich, wie sich am gegenĂŒberliegenden Gleis die TĂŒren schlossen. Ich stĂŒrtze nach drĂŒben, stand vor einer TĂŒr, die war zu und der Zug fuhr ab. Ich war so entsetzt, dass ich gar nicht bemerkte wie sich auch mein Herkunftszug wieder in Bewegung setze. So stand ich allein, mit einigen anderen entsetzten Reisenden auf einem menschenleeren und arschkalten Fuldaer Bahnhof und schaute gleich 2 ZĂŒgen fassungslos hinterher.

Tag 30 – Eine erste Zusammenfassung

Fast 1 Monat ist vergangen und ich habe wirklich schon einiges erlebt. Fangen wir mal mit den negativen Dingen an. Ab 1 Stunde VerspĂ€tung erhĂ€lt man eine pauschale Erstattung in Höhe von 10,- EUR als Bahncard 100 Inhaber. Diesen “Service” durfte ich inzwischen schon 3 mal in Anspruch nehmen. Leider sind die HĂŒrden sehr hoch um an die Erstattung zu kommen. Kein Serviceschalter, kein Reisezentrum, kein Zugbegleitpersonal. Sondern das Servicecenter Fahrgastrechte, zu kontaktieren per Post inklusive einer Kopie der BC 100 und eines docht recht umfangreichen Formulars (welches man sich glĂŒcklicherweise als Vorlage – zumindestens was die persönlichen Daten betrifft – abspeichern kann). Wahrscheinlich ein Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung, verbunden mit der Hoffnung, dass möglichst vielen Kunden der Aufwand einfach zu hoch ist fĂŒr 10,- €. Mir nicht.

Positiv dagegen ist, dass ich als BC 100 Inhaber die einmalige StartgebĂŒhr fĂŒr Flinkster, den Carsharing Service der Bahn nicht bezahlen muss. Mit Hilfe des bundesweiten Tarifs kann ich so fast ĂŒberall und auch recht kurzfristig auf einen fahrbaren Untersatz zugreifen. Und an dieser Stelle muss ich die Bahn wirklich loben. Ich habe mich 30 Minuten vor meinem Termin dazu entschieden, Flinkster zu testen. Und diese 30 Minuten haben ausgereicht um die Onlineregistrierung abzuschließen, den Vertrag zu unterschreiben, in einem Copyshop ausdrucken zu lassen und mit Vertrag bewaffnet im Reisezentrum den elektronischen SchlĂŒssel auf meinen FĂŒhrerschein geklebt zu bekommen.

Okay – den Weg zum Copyshop hĂ€tte ich mir sparen können, denn trotz des sehr deutlichen Hinweises man möge nur mit unterschriebenem Vertrag im Reisezentrum aufschlagen, wurde dort einfach ein Neuer gedruckt. Naja, dafĂŒr hatte ich als bleibende Erinnerung den Geruch kalten Zigarettenrauchs aus dem Copyshop an meiner Jacke. Auch nicht schlecht. Und beinahe hĂ€tte ich es vergessen. Das Auto ging natĂŒrlich dann nicht auf, trotz meines HightechschlĂŒsselfĂŒhrerscheins. Offensichtlich war ich doch zu schnell fĂŒr diese Welt. Aber nach einem 0180er Telefonat inklusive 3 RĂŒckrufen mit dem Flinkster Kundenservice und einer wirklich sehr bemĂŒhten Dame ging das Auto wie von Zauberhand auf (seitdem ĂŒbrigens auch ohne Anruf beim Kundenservice). Ach und noch etwas. Das Auto war auf einem unbefestigen Matschplatz geparkt, hinter den DB MĂŒlltonnen die von einigen fröhlichen Ratten und MĂ€usen bevölkert wurden. Nice. Not.

Was ist noch passiert ? Am Tag 25 traf die echte BC 100 per Post ein und ersetzt seitdem die vorlĂ€ufige BC 100 in meiner Geldbörse. Das Hochglanzprospekt wollte mir dann noch die unglaublich vielen Vorteile erklĂ€ren die mir die BC 100 bringt. Sicherlich nĂŒtzlich wenn man das gute Teil nicht selbst bezahlen muss. Ansonsten hat man sich vorher ĂŒber die 4k € Investition informiert. Umfassend.

Tag 3 – Ein ĂŒbereifriger Schaffner

Es ist nicht schlimm, aber trotzdem. Der ĂŒbereifrige und sehr hektische Schaffner hat meine vorlĂ€ufige Bahncard 100 gelocht / geknipst. Jetzt sieht sie aus wie eine 0815 Fahrkarte. Mir schwante schon böses, als er mir schnippig “Den brauch ich nicht.” auf meinen ausgestreckten Arm inkl. Personalausweis entgegnete. Und dann geschah es in Sekundenbruchteilen. Knips – und drin waren die Löcher und drauf der Stempel mit der Zugnummer. Naja, ich hoffe nur, dass dies nicht einer Entwertung gleich kommt. Morgen werde ich es erfahren.

Tag 2 – Noch mehr Ersparnis

Bei der BC 100 ist das sogenannte City-Ticket inklusive. Dies ermöglicht die kostenlose Nutzung von einigen Bussen, Straßen- und S-Bahnen. Nach intensivem Studium der interaktiven Karte auf der Bahn Website konnte ich zu meiner großen Freude feststellen, dass ich a) mein Jobticket kĂŒndigen und damit 40 EUR im Monat sparen sowie b) zukĂŒnftig auch in meiner Heimatstadt mich kostenlos mit Bus und Bahn fortbewegen kann.

Interaktive Karte City Ticket: https://www.bahn.de/p/view/bahncard/vorteile/city-ticket.shtml

Tag 1 – Der Kauf

Ich hatte genau 17 Minuten Zeit. Um 6 Uhr öffnete das Reisezentrum, um 6:17 Uhr fuhr mein Zug. Und diese Fahrt sollte die Jungfernfahrt mit meiner (vorlĂ€ufigen) Bahncard 100 werden. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, ob 17 Minuten ausreichen werden, um den Kaufvorgang mit Hilfe einer Angestellten des Reisezentrums durchzufĂŒhren. Aber – ich wurde positiv ĂŒberrascht. Nachdem das Reisezentrum 35 Sekunden nach 6 seine TĂŒren öffnete, war ich auch schon am Schalter und trug mein Anliegen vor. Die nette Dame erkannte sofort den Ernst der Lage. Routiniert ĂŒbernahm sie die Daten von meiner Bahncard (BC) 50, druckte innerhalb von Sekunden eine vorlĂ€ufige BC 100 aus, ich kritzelte auf 2 Formulare meine Unterschrift (eins fĂŒr die anteilige Erstattung der Restlaufzeit meiner BC 50, das andere war der BC 100 Antrag), wĂ€hrend sie begann, das dicke BĂŒndel 50 € Scheine (danke Geldautomat) zu zĂ€hlen. 12 nach 6 verließ ich das Reisezentrum mit der vorlĂ€ufigen BC 100 im GepĂ€ck und 5 Minuten bis zur Abfahrt meines Zuges.

Nachdem ich es mir im ICE gemĂŒtlich gemacht hatte klingelte mein Telefon. Die nette Dame aus dem Reisezentrum teilte mir mit, dass ich im falschen Feld auf dem BC Antrag unterschrieben habe. “Der Bahncard Service wird sich dann sicherlich nochmal bei ihnen melden.” Na wenns weiter nichts ist, dachte ich mir und setzte zufrieden meine Fahrt fort.